Österreichische Tierärztekammer fordert Soforthilfe für Tierärzte

Wien (OTS) - „Zur Bewältigung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise brauchen wir Tierärztinnen und Tierärzte, genauso wie andere Freie Berufe auch, nun Klarheit darüber, wie die Soforthilfemaßnahmen der Bundesregierung aussehen,“ sagt Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer. Die Regierung habe zwar die Sozialpartnereinigung zur Kurzarbeit rasch auf den Weg gebracht, doch vermisse man nun transparente Regelungen für Unternehmerinnen und Unternehmer, die bedauerlicherweise angesichts der Lage vom Covid-Härtefallfonds abhängig sind.

Bundesregierung muss auch Tierärzte absichern

„Wir sind auf die finanzielle Soforthilfe angewiesen. Als systemrelevanter Beruf tragen wir in der medizinischen (Grund-)Versorgung von Tieren sowie in der Lebensmittelkette eine ganz entscheidende Rolle“, betont Frühwirth und meint weiter, „wir sind derzeit von Schließungen nicht betroffen und damit können bzw. sollen wir die tierärztliche Versorgung weiterhin aufrecht erhalten. Damit wird unsere Systemrelevanz einmal mehr unter Beweis gestellt.“

Wie Finanzminister Gernot Blümel angekündigt hat, könne man frühestens ab Freitag dieser Woche mit Auszahlungen aus dem mit einer Milliarde dotierten Härtefonds rechnen. Aus dem Notfallfonds mit 15 Milliarden Euro könne frühestens ab kommenden Montag ausgezahlt werden. Nach welchen Kriterien das Geld aufgeteilt werden soll, steht noch nicht fest. „Unsere Tierärztinnen und Tierärzte brauchen sofortige Finanzspritzen und müssen existenziell abgesichert werden. Es kann nicht sein, dass wir wochenlang auf eine Lösung warten müssen,“ kritisiert Frühwirth.

Zu hinterfragen sei auch, der derzeit vorgesehene Modus Operandi, wonach die Wirtschaftskammer im Auftrag der Bundesregierung die Abwicklung der Anträge übernehmen soll, diese müsse jedoch erst die Strukturen dafür aufbauen. Aus Zeitersparnis wäre es für die Betroffenen besser gewesen, wenn die Abwicklung direkt über die entsprechenden Finanzämter erfolgt wäre. Diese würden sowohl über die nötigen Ressourcen als auch über alle notwendigen Daten verfügen.

Effizientes Soforthilfesystem notwendig

In Bayern beispielsweise sei bereits rasch und unkompliziert ein Soforthilfeprogramm eingerichtet worden – dieses umfasse finanzielle Maßnahmen, die im Vorhinein an Betriebe geleistet werden. Ein derartiges unbürokratisches und effizientes Soforthilfesystem für Tierarztordinationen oder -kliniken, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage oder in Liquiditätsengpässe geraten sind, sei dringend notwendig.

„Wir fordern eine rasche und entschiedene Vorgehensweise die Bundesregierung. Tierärzte sind systemrelevant und sind vor allem für lebensmittelproduzierende Betriebe und damit die Fleischproduktion unverzichtbar“, sagt Frühwirth abschließend.

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Mag. Kurt Frühwirth,
Präsident der Österreichischen Tierärztekammer,
Tel. 01/ 512 17 66, Email: oe@tieraerztekammer.at

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