Corona-Krise: Tierpfleger können kein Home Office machen

Pfotenhilfe muss sich auch in Krise um Verstoßene der Gesellschaft kümmern

Es ist Zeit, neben den vielen anderen Berufsgruppen, die Österreich momentan am Laufen halten, sich auch bei den Tierpflegern der Pfotenhilfe für ihren unermüdlichen Einsatz - an 366 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag - für die nicht mehr gewollten, ausgesetzten und vergessenen Seelen unserer Gesellschaft zu bedanken, was ich hiermit tun möchte
Johanna Stadler

Lochen/Wien (OTS) - Tagtäglich stehen die Tierpfleger des Tierschutzhofs Pfotenhilfe in der Grenzregion OÖ/Sbg. pünktlich auf, um schon am frühen Morgen ihre Schützlinge zu versorgen, ihnen Liebe und Vertrautheit zu geben. Egal ob Weihnachten, Silvester, Ostern, an allen Sonn- und Feiertagen müssen die Verstoßenen der Gesellschaft intensiv und rundum versorgt werden. Und das gilt natürlich besonders auch jetzt, während der Corona-Krise. Tierpfleger haben naturgemäß nicht die Möglichkeit zur Telearbeit. Auch Urlaube oder Kurzarbeit sind jetzt nicht möglich. Im Gegenteil muss in zwei vollkommen getrennten Schichten gearbeitet werden. Wenn es nämlich in einem Team eine Erkrankung gibt, muss dieses komplett unter Quarantäne gestellt werden, da sonst die Versorgung der Tiere gefährdet ist.

Die Pfotenhilfe hat deshalb auch weitere Vorsorgemaßnahmen getroffen, wie etwa Feldbetten für die Tierpfleger angeschafft, falls durch eine Erkrankung der Betrieb unter Quarantäne gestellt werden muss. Ebenso wurden deshalb Lebensmittel- und Futter bevorratet, um zumindest zwei Wochen damit durchzukommen.

Zunehmendes Problem: tägliche Tieraufnahmen, aber keine Vermittlung

Notfälle, Fundtiere, Wildtierwaisen oder verletzte Wildtiere werden nach wie vor - jedoch kontaktlos - täglich aufgenommen. Die Tiervermittlung wurde jedoch gleich zu Beginn der ersten Regierungsmaßnahmen eingestellt. Einzelne Anfragen von Unverbesserlichen gibt es aber fast täglich. "Am liebsten würden wir Plüschtiere empfehlen, wenn Leute so uneinsichtig sind und jetzt, weil ihnen zu Hause langweilig ist, nach einem lebenden Spielzeug suchen", zeigt sich Geschäftsführerin Johanna Stadler verärgert. Über kurz oder lang sieht sie die Situation allerdings problematisch. Für Hunde gebe es schon jetzt keinen Platz mehr und wenn - wie üblich - ab April die ersten ausgesetzten Fundkatzenbabys gebracht werden, wird es auch hier schnell eng werden.

"Es ist Zeit, neben den vielen anderen Berufsgruppen, die Österreich momentan am Laufen halten, sich auch bei den Tierpflegern der Pfotenhilfe für ihren unermüdlichen Einsatz - an 366 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag - für die nicht mehr gewollten, ausgesetzten und vergessenen Seelen unserer Gesellschaft zu bedanken, was ich hiermit tun möchte", so Stadler. "Und natürlich bin ich auch gerade jetzt besonders dankbar über die täglich von Tierfreunden vor unserem Tor abgestellten Futterspenden, sei es Obst, Gemüse, Brot oder Hunde- und Katzenfutter.

Rückfragen & Kontakt:

Tierschutzorganisation Pfotenhilfe
Jürgen Stadler
+43|677|614 25 226
juergen.stadler@pfotenhilfe.at
www.pfotenhilfe.at

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