GLOBAL 2000: Mit Klimaschutzmilliarde Wirtschaft beleben

Gerade in Krisenzeiten gilt es die wirtschaftlichen Chancen, die im Klimaschutz liegen, bestmöglich zu nutzen.

Wien (OTS) - Anlässlich der aktuellen Budgetdebatte sieht die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 Investitionen in Klimaschutz als vordringlich. „In Anbetracht der aktuellen Krisensituation ist es notwendig, bereits im aktuellen Budget Vorsorge zu treffen und umfassende Investitionen in den Klimaschutz auf den Weg zu bringen. Ein massiver Schub für Klimaschutzinvestitionen kann vielen Menschen Hoffnung geben und ihnen zeigen, dass es nach der aktuellen Corona-Krise auch wieder bergauf gehen wird. Investitionen in den Bahnausbau, thermische Sanierung und erneuerbare Energie beleben die Wirtschaft und können zig-tausende Arbeitsplätze schaffen und sichern. Schon in einem ersten Schritt ist eine Klimaschutzmilliarde dafür im Budget unbedingt erforderlich“, betont Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

GLOBAL 2000 hat ein Konzept vorgelegt, wie eine Klimaschutzmilliarde* im nächsten Budget sinnvoll investiert werden könnte. Mit 500 Millionen Euro an Investitionen in den öffentlichen Verkehr pro Jahr können nicht nur CO2-Emissionen eingespart werden, sondern auch 100.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Um die Sanierungsrate auf die im Regierungsprogramm vorgesehene 3 Prozent anzuheben, braucht es eine Aufstockung des Sanierungsschecks um 250 Mio. Euro. Allein in diesem Bereich können in den nächsten Jahren 35.000 Arbeitsplätze entstehen. In Summe gilt es Investitionen in die thermische Sanierung, den Heizkesseltausch, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, den Ausbau des Radverkehrs für Forschung und Entwicklung oder die Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen schon im aktuellen Budget klar abzubilden. Eine jährliche Klimaschutzmilliarde kann aber nur der Anfang sein. Schätzungen des Wegener Centers sprechen sogar von einem Budgetbedarf von etwa 4 Mrd. Euro um das Ziel Klimaneutralität 2040 zu erreichen. „Wenn die Bundesregierung ihren Willen zur Belebung der Wirtschaft zeigen will, kann sie das am besten mit Klimaschutzinvestitionen tun. Es war daher richtig im aktuellen Regierungsprogramm festzuhalten, dass notwendige Klimaschutzinvestitionen unabhängig von der Erreichung der Budget-Ziele zu tätigen sind. Diese sinnvolle Festlegung gilt es jetzt mit Leben zu füllen. Gleichzeitig gilt es umweltschädliche Subventionen von 4,7 Mrd. Euro abzubauen und sicherzustellen, dass verfehlte Investitionen in fossile Energie oder den Flugverkehr vermieden werden“, sagt Wahlmüller.

Österreich befindet sich dann zudem in guter Gesellschaft. Länder, die wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz unter einen Hut gebracht haben, haben einerseits auf eine öko-soziale Steuerreform gesetzt und gleichzeitig auf umfangreiche Klimaschutz-Investitionen. In einer aktuellen Studie hat GLOBAL 2000 die Klimapolitik ausgewählter Länder untersucht.** In allen untersuchten Ländern gab es seit 1990 ein starkes Wirtschaftswachstum. Sowohl Schweden (+77%), Österreich (+66%), Finnland (+57%), Dänemark (+57%) und die Schweiz (+51%) steigerten ihr Bruttoinlandsprodukt. Wirtschaftswachstum treibt üblicherweise Treibhausgasemissionen an. Insofern ist die Entwicklung in den untersuchten Ländern beachtlich: Während Österreich seine Treibhausgasemissionen um sechs Prozent erhöht hat***, sind sie in Dänemark (-29%), Schweden (-24%) und Finnland (-20%) stark gesunken und auch in der Schweiz (-7%) kam es nach jahrelangen Problemen zuletzt zu einer deutlichen Reduktion. „Wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz müssen kein Widerspruch sein. Dafür gilt es aber jetzt die Weichen in eine nachhaltige Zukunft zu stellen. Mit einer öko-sozialen Steuerreform, klaren gesetzlichen Regeln und Zukunftsinvestitionen in Form von mindestens einer Klimaschutzmilliarde pro Jahr, können wir die Wirtschaft beleben und die Bevölkerung profitiert von besserem öffentlichen Verkehr und mehr Unterstützung bei Gebäudesanierung und Heizkesseltausch. Gerade angesichts der aktuellen Corona-Krise gilt es wichtige Vorsorgemaßnahmen zu treffen, damit die ökonomischen Auswirkungen abgeschwächt werden können. Investitionen in den Klimaschutz zahlen sich hier mehrfach aus“, so Wahlmüller abschließend.

* Zum Hintergrundpapier Zukunft Klima
**Die GLOBAL 2000-Analyse zur Klimapolitik ausgewählter Staaten finden Sie hier
*** Quelle EEA, 2019, Daten inkl. Flugverkehrsemissionen

Rückfragen & Kontakt:

Lydia Matzka-Saboi, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, 0699 14 2000 26, lydia.matzka@global2000.at
Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klimasprecher, 0699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at

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