SPÖ-Klubtagung (3): Ausbildungs-Offensive für Gesundheitsberufe, Bonus für Alleinerziehende bei Wohnungsvergabe, Fachkräfte-Förderung

Wien (OTS/RK) - Der medienöffentliche Teil der SPÖ-Klubtagung im burgenländischen Frauenkirchen ging heute, Montag, mit Präsentationen der Stadträtinnen Peter Hanke, Kathrin Gaál und Peter Hacker zu Ende.

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke nannte das Motto seiner Präsentation „Stolz auf Wien“ und präsentierte ein „Kräfte-Dreieck“ an Projektfeldern, die zu befüllen seien: „Arbeit, Wirtschaft und Modernisierung“. Seine Ansage, bis zum Ende des Jahres 2020 insgesamt 50.000 neue Jobs in Wien zu schaffen, sei „zu mehr als zwei Dritteln“ erreicht. Der Beschäftigungsstand in Wien sei „so hoch wie nie“, und die Arbeitslosenquote seit 30 Monaten sukzessive rückläufig.

Wirtschaftspolitik und der Bereich Arbeit bedeuteten für ihn, Hanke, auch „soziale Verantwortung“, weshalb die „Joboffensive 50plus“ auf 1.000 Jobs für ältere Arbeitssuchende aufgestockt werde. Über den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) laufe das Projekt „Jobs mit Ausbildung“ - hier passiere eine Fachkräfteausbildung „on the job“. Vor allem die IT-Branche suche dringend Fachkräfte, weshalb die Stadt 2 Millionen Euro investiere und gemeinsam mit „den zehn großen IT-Unternehmen“ 1.500 Plätze schaffe. Nach erfolgreicher Ausbildung warte eine „Jobgarantie“ in dem Unternehmen. Auch die Lehre wolle Hanke „neu denken“, und kleinere Betriebe - die auf der Suche nach Lehrlingen sind, aber nicht alle erforderlichen Ausbildungsbereiche abdecken können - unterstützen; das ermögliche das Modell der überbetrieblichen Lehre. Außerdem würden im laufenden Jahr 8 Millionen Euro in konkrete Maßnahmen zur Weiterbildung und Förderung von Frauen am Arbeitsmarkt fließen.

Hanke verwies auf das „gute Fundament“ der Wirtschaft mit 9.000 Unternehmensgründungen in Wien jährlich, den Rekord bei internationalen Betriebsansiedelungen und die erstmals geknackte „Umsatzmilliarde“ in der Hotellerie. Neu über die Wirtschaftsagentur eingeführt werde ein „Culture Tech“-Call, der mit 500.000 Euro dotiert ist. Hierbei sollen kreative Ideen zur Vernetzung von Kultur- und Technologieunternehmen gefördert werden. Um Wiens internationale Marke und Image weiter „aufzuladen“, werden neue „Wien-BotschafterInnen“ nominiert. Dazu kämen mobile Wien-Büros als Schnittstellen und Networking-Einrichtungen in den jeweiligen Hauptstädten der Länder mit EU-Ratsvorsitz. Und im deutschen Berlin wird es „im zweiten Halbjahr“ ein neues fixes Auslandsbüro der Stadt Wien geben. Zuletzt setze die Stadt im Bereich Wirtschaft auf die Einzelpersonen-Unternehmen (EPUs): mit „richtigen Finanzierungsangeboten“ für GründerInnen, mit Coaching, Workshops und dem Angebot leistbarer Büros.

Danach kam Hanke auf die „Modernisierung“ zu sprechen. 40 Millionen Euro habe die Stadt in die „digitale Bildungsoffensive“ investiert, und den WLAN-Ausbau an Schulen „innerhalb kürzester Zeit“ realisiert. Wien ist als Kongressstadt im internationalen Spitzenfeld - um diesen Stellenwert zu behaupten, werde Wien - nach der Wirtschafts- und Innovationsstrategie - noch heuer eine Kongress-Strategie erarbeiten, um die „Grundpfeiler für den Kongressstandort 2030“ zu schaffen. Denn „Kongresse werden immer größer, die Veranstalter brauchen eine andere Infrastruktur“, sagte Hanke. Diesen Herausforderungen werde die Strategie begegnen.

Zuletzt sprach Hanke zum Projekt „1.000 PionierInnen für Wien“. Die Stadt suche „Exzellenz“ - das sollen bewusst „Vorbilder aus den Bezirken“ sein, „vom Arbeiter bis zum Wissenschafter“. Diese VorreiterInnen ihrer Branchen wolle die Stadt in „Zukunfts-Labs“ zusammenbringen. Dort „wollen wir ihnen zuhören“, und so Antworten auf die Fragen der Zukunft finden.

Wohnbaustadträtin Gaál: Mehr Auswahl und digitale Services bei Wohnungsvergabe; Rücksicht auf Alleinerziehende bei Wohnungssuche

Das „Wiener Modell“ sei internationales Vorbild im sozialen Wohnbau. Mit dem heutigen Tag stehe neu eine „digitale Service-Offensive“ bei Wiener Wohnen und dem Wohnservice Wien zur Verfügung, kündigte Stadträtin Kathrin Gaál an. Der Weg zur Wohnung im Gemeindebau oder im geförderten Wohnbau werde werde damit einfacher und kundInnenfreundlicher. Bisher gab es laut Gaál bei der Vergabe von Gemeindewohnungen zwei Wohnungs-Angebote, die dann vor Ort zu besichtigen waren. Wer beide Vorschläge ablehnte, wurde im Vergabesystem für drei Jahre gesperrt. Ab sofort stehe ein „breites Angebot“ an Wohnungen zur Auswahl im Internet zur Verfügung, entsprechend des persönlichen Geschmacks und den Kriterien des Wiener Wohn-Tickets. Bei der Vorauswahl im Internet stünden Baupläne und Fotos genauso wie Detailinformationen (z.B. Anzahl der Stufen bis zur Wohnung) zur Verfügung.

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels - immer mehr Menschen in Wien seien Alleinerziehende, laut Gaál 82.000 im Jahr 2018 - werde für sie in der Bewertung des „begründeten Wohnbedarfs“ jetzt auch die Kategorie „Alleinerziehend“ eingeführt, kündigte Gaál an. Alleinerziehende Wohnungssuchende würden dadurch rascher und einfacher an Gemeindewohnungen bzw. geförderte Modelle wie „SMART“-Wohnungen oder Wohnungen mit „Superförderung“ kommen. Parallel zur Einführung des Vergabekriteriums „Alleinerziehend“ forciere die Stadt bei allen größeren geförderten Neubauprojekten auch entsprechende Wohnformen die auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden zugeschnitten seien. Dazu gehörten unter anderem Kindergarten im Haus, Gemeinschaftseinrichtungen bis hin zu speziellen Wohnungs-Grundrissen.

Mit der neuen Internet-Auswahl und der Rücksichtnahme auf Alleinerziehende baue Wien auf der großen Tradition des sozialen Wohnbaus auf und führe das Wiener Modell „ins nächste Jahrzehnt“, sagte Gaál.

Gesundheitsstadtrat Hacker: Ausbildungs-Offensive für Gesundheits-Berufe

Stadtrat Peter Hacker präsentierte eine Ausbildungsoffensive bei den Gesundheits- und Pflegeberufen. Künftig will die Stadt Wien mehr Pflegerinnen und Pfleger aber auch Medizinerinnen und Mediziner ausbilden. Die Ausbildung zur Pflegeassistentin, zum Pflegeassistenten soll mit dem Abschluss mit der Matura aufgewertet werden.

„Aktuell arbeiten in Wien bereits mehr als 50.000 Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufen“, sagte Stadtrat Hacker. Die Nachfrage nach diesen Berufen wird durch den demografischen Wandel steigen. Wien ist zwar das jüngste Bundesland, durch den Bevölkerungszuwachs und höhere Lebenserwartung steigt aber auch die Zahl der älteren Wienerinnen und Wiener in der Stadt. „Bürgermeister Ludwig hat eine Pflege-Garantie abgegeben“, erinnerte Hacker. Um diese Garantie auch einzulösen brauche es neben der ausreichenden Finanzierung auch Pflegepersonal. „Um die hohe Qualität der Versorgung bei der Pflege auch weiterhin sicherzustellen, denken wir heute schon an morgen und übermorgen“, sagte Hacker. Wien stockt die Zahl der Ausbildungsplätze für Gesundheits- und Pflegeberufe von aktuell 4.900 in ganz Wien bis 2024 um 2.750 Plätze auf insgesamt 7.650 auf.

Die Pflege-Ausbildung wird künftig zentral gesteuert, die großen Ausbildungs-AnbieterInnen Krankenanstaltenverbund (KAV), Fonds Soziales Wien (FSW) und FH Campus Wien sollen so ihre Angebot aufeinander abstimmen; die Durchlässigkeit zwischen den Ausbildungsformen soll leichter werden; die Suche nach Fachkräften so optimiert werden, erklärte Hacker. „Pflege braucht konkrete Verbesserungen“, sagte Hacker. Die beste Image-Kampagne sei eine bessere Ausbildung.

Gestartet wird die Offensive mit 700 zusätzlichen Ausbildungsplätzen für Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz bei der AWZ Soziales Wien. Insgesamt wird es damit bis 2024 mehr als 2.100 Ausbildungsplätze geben. Ab dem kommenden Schuljahr beteiligt sich Wien zudem mit zwei Standorten am bundesweiten Pilotprojekt zur Pflege-Ausbildung, kündigte Hacker an.

Ebenso aufgestockt werden die Ausbildungsplätze für Diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen. Um 1.000 mehr Ausbildungsplätze soll es hier geben, 800 weitere Plätze gibt es in der Ausbildung zu Medizinisch-therapeutisch-diagnostische Gesundheitsberufe und bei den Hebammen. Von den bisher 1.300 Ausbildungsplätze sollen auf 2.100 aufgestockt werden.

Auch bei der Ausbildung von angehenden Ärztinnen und Ärzten steigt die Stadt auf den Turbo: Der KAV wird 250 mehr Medizinerinnen und Medizinern ausbilden. Derzeit bietet der KAV 1.200 Medizin-Ausbildungsplätze – bis 2024 sollen es 1.450 sein. (Schluss) ato/esl

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