AK NÖ zu Weltfrauentag: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit wichtiger denn je

AK NÖ-Wieser: Frauen verdienen in NÖ um 20 Prozent weniger als Männer AK NÖ-Wieser: Frauen verdienen in NÖ um 20 Prozent weniger als Männer

St. Pölten (OTS) - Auch im Jahr 2020 sind Frauen nach wie vor in der Arbeitswelt mit einer Vielzahl an Benachteiligungen konfrontiert. In Niederösterreich verdienen Frauen um 20,3% weniger als ihre männlichen Kollegen. Gleichzeitig werden rund zwei Drittel der unbezahlten Hausarbeit von Frauen erledigt. AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB Niederösterreich-Vorsitzender Markus Wieser: „Frauen im Erwerbsleben müssen endlich die gleichen Chancen und Möglichkeiten wie ihre männlichen Kollegen haben.“ Es braucht deutliche Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.

Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März zeigt die AK Niederösterreich nach wie vor bestehende Ungleichheiten zu Lasten der Frauen auf. Hochgerechnet auf Vollzeitbeschäftigung verdienen die niederösterreichischen Frauen um 20,3% weniger als ihre Kollegen. Berücksichtigt man auch die Teilzeitbeschäftigung, so verdienen die niederösterreichischen Arbeitnehmerinnen sogar um 32,2% weniger als die niederösterreichischen Arbeitnehmer.

Die hohe Teilzeitquote bei den niederösterreichischen Arbeitnehmerinnen (48,2%) liegt auch daran, dass in Niederösterreich nur jedes 5. Kind Platz in einer Kinderbetreuungseinrichtung hat, die eine Vollzeiterwerbstätigkeit ermöglicht. Darüber hinaus übernehmen Frauen nach wie vor rund zwei Drittel der unbezahlten Haus- und Familienarbeit. „Frauen müssen im Berufsleben die gleichen Chancen und Möglichkeiten wie Männer haben. Nur so können Frauen ein selbstbestimmtes, wirtschaftlich abgesichertes Leben führen. Dazu ist ein ganzes Maßnahmenpaket notwendig“, sagt Marianne Landa, Leiterin der AK Niederösterreich-Frauenpolitik. Folgende Forderungen stehen im Mittelpunkt:

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit: Es kommt mitunter auch vor, dass Dienstgeber den männlichen Beschäftigten mehr zahlen, als der Kollektivvertrag vorsieht, nicht aber weiblichen Beschäftigten. Frauen haben oft geringere Einstiegsgehälter, sowie Benachteiligungen bei der Anrechnung von Vordienstzeiten, Zulagen und Prämien

.

Einkommenstransparenz: Einkommenstransparenz ist ein wichtiges Instrument, um ungerechtfertigte Einkommensunterschiede aufzuzeigen und zu unterbinden. Hier hilft besonders das Instrument des Einkommensberichts.

Einkommensberichte sollten zukünftig schon für Unternehmen mit mind. 20 MitarbeiterInnen (statt derzeit 150) verpflichtend sein. Ein Austausch über den Einkommensbericht mit den BetriebsrätInnen sollte ebenso verpflichtend sein.

Recht auf hochwertige, leistbare Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag: Um Eltern eine Vollzeitbeschäftigung zu ermöglichen, sind ein flächendeckender Ausbau qualitativ hochwertiger, leistbarer und an die tatsächlichen Arbeitszeiten angepasster Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag sowie ein Rechtsanspruch auf diese notwendig.

Die Betreuungsquote für unter 3-jährige Kinder liegt in NÖ bei 24,6%. Nur jedes 5. Kind (20,7%) in Niederösterreich ist in einer Kinderbetreuungseinrichtung, die eine Vollzeiterwerbstätigkeit ermöglicht.

Rückfragen & Kontakt:

AK Niederösterreich
Gernot Buchegger MA
Pressesprecher des Präsidenten
057171-21121 bzw. 06648134801
gernot.buchegger@aknoe.at
http://noe.arbeiterkammer.at
Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich
AK-Platz 1, 3100 St. Pölten

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001