Kostelka zu Frauentag: Pflege ist weiblich – pflegende Angehörige müssen finanziell und sozialrechtlich abgesichert werden

Pensionistenverband fordert burgenländisches Modell für ganz Österreich

Wien (OTS) - „Die häusliche Pflege ist weiblich! Rund 73 Prozent der Personen, die zu Hause pflegebedürftige Angehörige betreuen, sind Frauen. Sie leisten damit einen unglaublichen menschlichen aber auch gesellschaftlichen Beitrag – und das unbezahlt und ohne sozialrechtliche Absicherung! Das muss sich ändern. Diese so unendlich wertvolle Arbeit gehört auch entsprechend finanziell entlohnt “, betont Dr. Peter Kostelka, Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) anlässlich des Weltfrauentages am 8. März. Der Pensionistenverband Österreichs fordert daher, dass – nach dem Vorbild des Burgenlands – pflegende Angehörige österreichweit die Möglichkeit haben sollen sich anstellen zu lassen und damit für ihre Arbeit entlohnt zu werden.

„Der steigende Pflegebedarf wäre ohne pflegende Angehörige kaum zu bewältigen. Die pflegenden Angehörigen stellen damit eine tragende Säule im österreichischen Pflegesystem dar, denn fast die Hälfte der Pflegebedürftigen (über 45 Prozent) wird zu Hause betreut“, so Kostelka, der weiter ausführt, dass derzeit rund 600.000 Frauen in die Pflege und Betreuung eines Angehörigen zu Hause involviert sind. „Mit Beginn der Pflegebedürftigkeit beginnt der kräftezehrende Spagat zwischen der eigenen Erwerbstätigkeit und der Pflege des Familienmitglieds. Steigt der Pflegebedarf des Angehörigen, so führt dies häufig zum Ende oder zumindest zu einer Unterbrechung der Erwerbstätigkeit. Genau hier müssen wir – nach dem Vorbild des Burgenlands – tätig werden!“

Pensionistenverband fordert Arbeitsverhältnis für pflegende Angehörige

„Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat im Burgenland ein bahnbrechendes Modell ins Leben gerufen. Pflegende Angehörige werden durch eine Anstellung bei einem eigens gegründeten Pflegeservice sozialrechtlich abgesichert, bekommen eine monatliche Entlohnung von bis zu 1.700 Euro netto und zusätzlich noch eine Grundausbildung in Heimhilfe“, betont Kostelka und erklärt weiter: „Das Thema hat allerdings noch eine weitere Dimension: Die durchschnittliche pflegende Angehörige ist 62 Jahre alt und weiblich, also oft schon in Pension. Dazu kommt, dass Frauen in Österreich im Schnitt nur etwa halb so viel Pension beziehen wie Männer. Es ist daher richtig und wichtig, dass in diesem Modell auch die pflegenden Pensionistinnen berücksichtigt werden. Beträgt das Haushaltseinkommen weniger als 1.700 Euro netto, kann von PensionistInnen, die Angehörige pflegen, eine Förderung bis zu dieser Höhe beantragt werden“, so Kostelka,der abschließend erneut klarstellt: „Pflegende Angehörige sind HeldInnen des Alltags. Sie leisten unendlich wertvolle Arbeit am Menschen und stützen unser Pflegesystem. Ihre Arbeit verdient unseren tiefsten Respekt und größte Wertschätzung. Es ist daher eigentlich selbstverständlich, dass sie auch finanziell und sozialrechtlich abgesichert werden müssen! Wir brauchen ein Anstellungsmodell für pflegende Angehörige – und zwar in und für ganz Österreich!“

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