Winzig: "Viel Aufholbedarf bei Geschlechtergerechtigkeit"

EU legt Strategie für Gleichberechtigung der Geschlechter vor / Große Einkommens- und Pensionsschere

Brüssel (OTS) - "Die Einkommens- und Pensionsschere zwischen Frauen und Männern ist weiterhin viel zu groß, Frauen droht in wesentlich größerem Ausmaß die Altersarmut, es gibt zu wenige Frauen in technischen Berufen und weniger als acht Prozent der Vorstandvorsitzenden von großen europäischen Unternehmen sind Frauen - obwohl annähernd gleich viele Frauen und Männer ein Universitätsstudium abschließen. Da kann man nicht von einer tatsächlichen Gleichberechtigung der Geschlechter reden, es gibt viel Aufholbedarf", sagt Angelika Winzig, ÖVP-Delegationsleiterin im Europaparlament zur heutigen Vorlage einer EU-Strategie für die Gleichberechtigung der Geschlechter durch die Kommission.

"Im Jahr 2020 sollten wir schon soweit sein, dass Frauen die gleichen Möglichkeiten und Chancen haben wie Männer und sich nicht mehr zwischen Kind und Beruf entscheiden müssen. Daher begrüße ich, dass auch die EU-Kommission hier nachhelfen will", sagt Winzig auch mit Blick auf den Weltfrauentag am Sonntag. "Unternehmerinnen und Unternehmer sollen frei in ihren Entscheidungen bleiben. Zeitgleich ist es wichtig, Arbeitgeber und auch die Arbeitnehmerinnen auf die Chancen und Potenziale von mehr Frauen in Führungspositionen und technischen Berufen verstärkt zu sensibilisieren."

"Auch eine Offenlegung der Verdienste von Frauen und Männern in großen Unternehmen darf kein Tabu sein. Es gibt keinen Grund, warum Frauen für den gleichen Job weniger bezahlt bekommen als Männer. Die aktuellen Zahlen sind ernüchternd, im EU-Schnitt verdienen Frauen um beinahe 16 Prozent weniger als Männer, in Österreich sogar um fast 20 Prozent. Noch deutlicher ist die Pensionsschere von sage und schreibe 40 Prozent in Österreich. Das kommt auch daher, dass jede zweite Frau nur teilzeitbeschäftigt ist", so Winzig.

"Um das zu ändern, brauchen wir flächendeckend leistbare und flexible Kinderbetreuungsplätze - vor allem auch im ländlichen Raum und auch flexiblere Öffnungszeiten. Es braucht weitere Anreize für Männer, in Väterkarenz zu gehen oder den Papamonat in Anspruch zu nehmen. Veraltete Stereotype haben in unserer modernen Gesellschaft keinen Platz mehr. Schon junge Mädchen könnten wir für technische Berufe interessieren und begeistern, um nur einige Ansätze zu nennen", schließt Winzig.

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