Grüne Wien/Huemer zu Santa Precaria: „Arbeit muss existenzsichernd sein – Arbeits- und Sozialrechte dürfen nicht ausgehöhlt werden“

Wien (OTS) - „Arbeitsverhältnisse müssen existenzsichernd sein und vollen arbeits- und sozialrechtlichen Schutz bieten“, fordert Barbara Huemer, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen Wien, anlässlich des morgigen Aktionstages „Santa Precaria“. Am 29. Februar, Santa Precaria, stehen alle Menschen, die unter prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen leben, im Fokus der Aufmerksamkeit. An diesem Tag geht es darum, darauf hinzuweisen, dass viele Menschen in prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse gezwungen werden.

Prekäre und atypische Arbeit sowie working poor nehmen ständig zu. Immer mehr Beschäftigte werden in Scheinselbständigkeit, Scheinpraktika, Befristung, geringfügige Dienstverhältnisse oder Crowdworking gedrängt. Sie müssen ohne vollen arbeits- und sozialrechtlichen Schutz arbeiten. Oft ist das Einkommen nicht existenzsichernd. Huemer: „Diese Entwicklung muss gestoppt werden. Die neue digitalisierte Arbeitswelt braucht neue Schutz- und Mitbestimmungsmöglichkeiten für alle Beschäftigten. Arbeits- und Sozialrechte dürfen nicht weiter ausgehöhlt werden. Von Arbeit muss man leben können.“

Ein modernes, menschenzentriertes und demokratisches Arbeits- und Sozialrecht ist in Zeiten des rasenden technologischen Wandels durch Digitalisierung und Robotik von besonders hoher Dringlichkeit. „Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie immer mehr Menschen trotz Arbeit an den gesellschaftlichen Rand gedrängt werden und außerhalb eines geregelten Betriebsgefüges in chronischer Unsicherheit und am Rande der Armutsgefährdung leben“, zeigt sich Huemer besorgt. „Die Zukunft der Arbeit darf nicht dazu führen, dass zig Tausende Menschen einer Arbeit ohne Zukunft nachgehen müssen.“

Der Großteil aller neu geschaffenen Jobs sind Teilzeitjobs. 2018 gab es rund 279.000 mehr Teilzeitbeschäftigte, aber nur 46.000 mehr Vollzeitbeschäftigte als 2008. Bei Frauen waren es sogar um 6000 Vollzeitbeschäftigte weniger. Über 70 Prozent der meist schlecht bezahlten Teilzeitjobs werden von Frauen besetzt. Jede zweite erwerbstätige Frau arbeitet mittlerweile Teilzeit. Bei Männern ist es jeder zehnte. Kurze Arbeitszeiten und schlechte Stundenlöhne führen rasch in die Prekarität. AlleinerzieherInnen und deren Kinder sind dabei besonders gefährdet. „Eines der größten Probleme prekärer Beschäftigung sind überlange Arbeitszeiten auf der einen und prekäre Teilzeitjobs auf der anderen Seite“, weiß Huemer. „Wir müssen zu einer Verteilungsgerechtigkeit von Arbeit und Zeit, vor allem zwischen Frauen und Männern, aber auch zwischen alt, jung und MigrantInnen kommen.“

Huemer fordert im Kampf gegen atypische Beschäftigung Maßnahmen wie eine generelle Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich insbesondere im Niedriglohnbereich, die Erhöhung des Mehrstundenzuschlags bei Teilzeitarbeit, einen gesetzlichen Mindestlohn von 1.760 Euro sowie eine echte Grundsicherung bei Notlagen. Huemer unterstützt auch die aktuelle Forderung der Beschäftigten um Sozial- und Gesundheitsbereich nach einer 35-Stunden-Woche, weil damit Frauenarbeit besser abgesichert und die Kluft zwischen Voll- und Zeitzeitarbeit verkleinert wird.

Abschließend betont Huemer, dass das rot-grüne Wien im Rahmen seiner Möglichkeiten auf einem guten Weg sei. "Mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) nimmt Wien viel Geld in die Hand, um WienerInnen dabei zu unterstützen, sich weiterzuqualifizieren. Mit der Joboffensive 50plus werden ältere Arbeitslose dabei unterstützt sich aus ihrer oft prekären Situation zu befreien und auch die Mindestsicherung ist in Wien besser als anderswo. Außerdem erleichtert die gut ausgebaute öffentlichen Infrastruktur die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben", so Huemer.

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