Erasmus-Preis 2020 an Grayson Perry verliehen

Amsterdam (ots/PRNewswire) - Die Praemium Erasmianum Foundation hat den Erasmus-Preis 2020 an den britischen Künstler Grayson Perry verliehen. Das Thema des Erasmus-Preises in diesem Jahr lautet "Die Macht des Bildes im digitalen Zeitalter". In einer Zeit, in der wir ständig mit Bildern bombardiert werden, hat Perry eine einzigartige visuelle Sprache entwickelt, die zeigt, dass Kunst für jeden da ist und keine elitäre Angelegenheit sein sollte. Perry erhält den Preis für die aufschlussreiche Art und Weise, wie er Fragen der Schönheit und Handwerkskunst anpackt und dabei breitere soziale und kulturelle Probleme anspricht.

Perry (*1960), einer der bekanntesten britischen Künstler von heute, verwendet eine Vielzahl von Techniken und Materialien. Seine Arbeiten reichen von großen Holzschnitten, Wandteppichen und gusseisernen Skulpturen bis hin zu Drucken, Kleidern und sogar einem ganzen Haus. Indem er die Öffentlichkeit sowohl herausfordert als auch bezaubert, provoziert er oft humorvolle Auseinandersetzungen zwischen alt und neu, zwischen akzeptabel und schockierend. Perry bezeichnet sich selbst als einen "Transvestit-Töpfer" und erkundet ein Klima, in dem die Menschen Unterschiede fürchten und sich gern in die sicheren Grenzen ihrer wohlvertrauten Gruppe zurückziehen.

Perry beschäftigt sich auch mit dem öffentlichen Leben jenseits der Mauern des Museums und der Kunstgalerie. Er hat Dokumentarprogramme über Klasse, Geschmack, Männlichkeit und Identität erstellt und präsentiert und begleitende Bücher dazu geschrieben. Sein unbändiges Interesse an der Entschlüsselung von Materialien und Bedeutungen löste während der Brexit-Debatte ein Crowdsourcing-Projekt aus, in dem er die Briten aufforderte, Bilder von geliebten Objekten und Themen einzusenden. Die Ähnlichkeit zwischen den Einsendungen aus den Lagern, die sich entweder für das "Verbleiben" oder das "Verlassen" aussprachen, inspirierte zwei Vasen mit dem Titel Matching Pair. Sie veranschaulichen Perrys Fähigkeit, ein gespaltenes Publikum zu vereinen, und zeigen uns, dass Kunst eine Plattform für eine offene und inklusive Debatte sein kann.

Grayson Perry gewann 2003 den Turner Prize und erhielt eine königliche Auszeichnung (CBE) sowie eine Reihe von BAFTA Awards für seine Dokumentarserie, darunter für All In the Best Possible Taste (2013) über den Geschmack und die sozialen Klassen im modernen England und Who Are You? (2014) über Identität, was von einer Ausstellung in der National Portrait Gallery in London begleitet wurde. Seine Dokumentarserie All Man (2016) beschäftigt sich mit Männlichkeit und Geschlechterstereotypisierung, was auch die Themen seines Buches The Descent of Man waren.Perrys Arbeiten befinden sich in Museumssammlungen auf der ganzen Welt, unter anderem im Museum of Modern Art in New York und dem Stedelijk-Museum in Amsterdam. 2016 hatte er im Bonnefantenmuseum in Maastricht (Niederlande) eine Ausstellung mit dem Titel "Hold Your Beliefs Lightly" - ein Slogan, der kraftvoll den roten Faden ausdrückt, der sich durch sein Werk zieht.

Anlässlich der Verleihung des Erasmus-Preises organisiert die Stiftung ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm zu Grayson Perry und dem Thema.

Der Erasmus-Preis wird jährlich an eine Person oder Institution verliehen, die einen außergewöhnlichen Beitrag zu den Geistes-, Sozial- oder Kunstwissenschaften geleistet hat. Seine Majestät der König der Niederlande ist Schirmherr der Stiftung. Der Erasmus-Preis ist mit 150.000 Euro dotiert. Der Preis wird im Herbst 2020 verliehen.

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