100 Millionen lebende Tiere in Transporten: Volksbegehren fordert Systemwechsel

SPÖ-Vorstoß gut, Anschober-Tierschutzgipfel wichtig, grundlegende Maßnahmen aber dringend notwendig

Die Kälber in den Transporten sind Symptome eines außer Kontrolle geratenen Systems. Sie werden als „Abfallprodukt“ ins Ausland verramscht, weil es bei uns keinen Absatz gibt. Verbote allein werden nichts ändern, auch wenn wir Verbesserungen begrüßen. Es braucht die Umsetzung unseres Drei-Punkte-Plans, denn mehr Tierwohl kann man nicht am Rücken der heimischen Bauern erreichen. Nur gemeinsam können wir eine tragfähige Lösung herbeiführen
Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens
Trauen wir uns große Veränderung in Angriff zu nehmen, sonst beklagen wir noch die nächsten Jahrzehnte die Fehlentwicklungen. Wir brauchen mehr Transparenz, faire Preise für Bauern und einen sinnvollen Einsatz von Steuergeld. Nur das kann die Tiertransporte langfristig verringern und nur so kann eine echte Trendwende gelingen. Genau dafür kämpfen wir, als unabhängige Stimme der tierfreundlichen KonsumentInnen, ausgestattet mit bislang schon über 70.000 Unterstützungserklärungen
Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens

Wien (OTS) - Nach den erschreckenden Filmaufnahmen von Lebend-Tiertransporten aus Österreich bis in den Libanon, überschlägt sich die Politik nun geradezu mit Bekenntnissen zu Verbesserungen. Ministerin Köstinger will auf EU-Ebene ansetzen, Minister Anschober beruft einen Tierschutzgipfel ein, die SPÖ bringt heute Anträge ins Parlament. Das sind alles gute Initiativen, sie dürfen aber nicht Stückwerk bleiben. Denn über 100 Millionen lebende Tiere werden jährlich auf österreichischen Straßen transportiert, 50 Millionen davon rein im Transit. Das Tierschutzvolksbegehren verlangt daher einen grundsätzlichen Systemwechsel:

Die Kälber in den Transporten sind Symptome eines außer Kontrolle geratenen Systems. Sie werden als „Abfallprodukt“ ins Ausland verramscht, weil es bei uns keinen Absatz gibt. Verbote allein werden nichts ändern, auch wenn wir Verbesserungen begrüßen. Es braucht die Umsetzung unseres Drei-Punkte-Plans, denn mehr Tierwohl kann man nicht am Rücken der heimischen Bauern erreichen. Nur gemeinsam können wir eine tragfähige Lösung herbeiführen“ sagt Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

Das Volksbegehren fordert 1.) eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln in Gastronomie und öffentlichen Küchen sowie bei verarbeiteten Produkten im Handel. Außerdem 2.) eine Umschichtung der Fördergelder, Stichwort GAP-Reform, hin zu einer tier- und klimafreundlichen Landwirtschaft, sowie die Förderung der Vor-Ort-Schlachtung. Und nicht zuletzt 3.) eine Bindung der öffentlichen Beschaffung an Tierwohlkriterien, so dass mit Steuergeld in Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeheimen nur Lebensmittel eingekauft werden, die unseren Standards entsprechen.

Diese drei Punkte würden ein Aus für ukrainische Käfigeier und Kalbfleisch aus Holland bedeuten. Sie würden die Tiertransporte im Inland, die Exporte von Tieren und den Import von Tierqualprodukten drastisch minimieren und gleichzeitig den heimischen Landwirten eine existenzsichernde Perspektive eröffnen. Die Ernährungssouveränität wäre gesteigert und damit auch die Abhängigkeit von den schwankenden Weltmärkten geringer. Ergänzend sollte die nationale Kontrollquote von Tiertransporten angehoben sowie auf europäischer Ebene ein Exportverbot in Drittstaaten forciert werden.

Trauen wir uns große Veränderung in Angriff zu nehmen, sonst beklagen wir noch die nächsten Jahrzehnte die Fehlentwicklungen. Wir brauchen mehr Transparenz, faire Preise für Bauern und einen sinnvollen Einsatz von Steuergeld. Nur das kann die Tiertransporte langfristig verringern und nur so kann eine echte Trendwende gelingen. Genau dafür kämpfen wir, als unabhängige Stimme der tierfreundlichen KonsumentInnen, ausgestattet mit bislang schon über 70.000 Unterstützungserklärungen“ so Bohrn Mena abschließend.

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Tierschutzvolksbegehren I +43 660 703 88 64

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