Korosec ad Equal Pay Day: Lohnungleichheit führt zu Altersarmut – und diese ist weiblich!

Vor allem Frauen sind durch Kindererziehung, Pflege und Teilzeit betroffen. Automatisches Pensionssplitting ist für die Seniorenbund-Präsidentin ein Weg, um Altersarmut abzufedern.

Wien (OTS) - Anlässlich des Equal Pay Day am 25. Februar macht Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec erneut auf die große Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen aufmerksam. „ Frauen verdienen im Durchschnitt nur 84,8 Prozent von dem, was Männer verdienen. Das ist ein Unterschied von 15,2 Prozent oder 56 Tagen. Das bedeutet: Statistisch gesehen haben Frauen diese 56 Tage lang bis zum 25. Februar für die gleiche Leistung gratis gearbeitet – und das nur, weil sie Frauen sind“, ärgert sich Ingrid Korosec.

Die Lohnungleichheit bei Frauen liegt laut Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria bei 15,2 Prozent. Geht es nach der Berechnungsmethode der Europäischen Kommission, beträgt sie sogar knapp 20 Prozent. Das ist weit über dem EU-Durchschnitt von 16 Prozent. „Damit sind wir europaweit beinahe Schlusslicht. Die Einkommensschere muss sich dringend schließen. Denn wir dürfen nicht vergessen. Aus Lohnungleichheit entsteht Altersarmut!“, betont Korosec.

Teilzeitarbeit, Kindererziehung, Pflege: Altersarmut ist weiblich

„16 Prozent der Frauen, aber nur 11 Prozent der Männer über 60 sind armutsgefährdet. Die Hälfte aller Frauen bezieht darüber hinaus eine Alterspension, die unter der Armutsgefährdungsschwelle von 1.133 Euro monatlich liegt“. Insgesamt sind 143.000 von 212.000 armutsgefährdeten Personen weiblich. „Das zeigt deutlich: Das Gesicht der Altersarmut ist weiblich. Dieses vor allem für alleinstehende Frauen hohe Risiko nimmt auch nicht ab, obwohl der Anteil armutsgefährdeter Menschen in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist“, zeigt sich Ingrid Korosec alarmiert.

Unterbrochene und verkürzte Erwerbsbiografien verstärken die Auswirkungen der geringeren Bezahlung. „Frauen stecken im Berufsleben für Kindererziehung und Pflege oftmals zurück, arbeiten in Teilzeit oder pausieren. Ein Wiedereinstieg in eine Vollzeitstelle ist oft nicht möglich, das Lebenseinkommen und damit auch die Pension werden empfindlich reduziert. Vielen ist das anfangs gar nicht bewusst“, sagt Ingrid Korosec. 47 Prozent der erwerbstätigen Frauen stecken in dieser „Teilzeitfalle“, während der Anteil bei Männern nur zehn Prozent beträgt.

Pensionssplitting gegen Altersarmut

Korosec fordert im Rahmen eines breit angelegten Aktionsplans stärkere Aufklärung von Frauen über die Folgen von Teilzeitarbeit sowie eine Förderung ihres beruflichen Wiedereinstiegs. „Im Regierungsprogramm sind hier bereits wichtige Pflöcke eingeschlagen worden“, sagt sie. Die Entlastung pflegender Angehöriger im Rahmen der Pflegereform käme vor allem Frauen zugute. Nicht zuletzt pocht Korosec auch auf das automatische Pensionssplitting, bei dem der Partner, der Arbeiten geht, im Zuge der Kindererziehung die Hälfte seiner Pensionsansprüche an den Partner abtritt, der sich um die gemeinsamen Kinder kümmert. „Das ist vor allem fair für Frauen, die beruflich für die Familie zurückgesteckt haben“, so Korosec abschließend.

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