„kulturMontag“: 70. Berlinale, Landflucht im Kino, „Der junge Hitler“ im Museum

Außerdem: Dokumentation „Stars on Street“

Wien (OTS) - Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 24. Februar 2020 um 22.30 Uhr in ORF 2 blickt auf die gerade eröffnete 70. Berlinale, bei der auch zahlreiche österreichische Produktionen vorgestellt werden. Außerdem setzt sich das Magazin u. a. mit der Ausstellung „Der junge Hitler“ im Haus der Geschichte sowie mit dem Thema Landflucht auseinander, das in der jüngsten Kinoproduktion von Teresa Distelberger ebenso aufgebarbeitet wird wie im Rahmen einer neuen Initiative. Anschließend zeigt ORF 2 das Kulturexperiment „Stars on Street“ (23.15 Uhr).

Die Berlinale wird 70

Die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin präsentieren jede Menge frischen Filmstoff. 18 Konkurrenten stehen im Wettbewerb um den Goldenen Bären, darunter internationale Stars wie Sally Potter, Abel Ferrara, Javier Bardem und Salma Hayek. Bereits fix ist, dass „Queen“ Helen Mirren für ihr Lebenswerk geehrt wird. Erstmals leitet ein Duo, der Italiener Carlo Chatrian und die Niederländerin Mariette Rissenbeek, die Filmfestspiele – und hat just im ersten Jahr auch gleich mit Baustellen zu kämpfen. Nach einem Bericht über die Vergangenheit des ersten Berlinale-Leiters Alfred Bauer, der ein „hochrangiger Funktionär der NS-Filmbürokratie“ gewesen sein soll, will das Festival den nach ihm benannten Preis nicht mehr vergeben. Zurück in die Geschichte führt der Österreicher Marvin Kren mit seiner von ORF und Netflix koproduzierten Mystery-Thriller-Serie „Freud“ (ab 15. März in ORF 1), in der der spätere Vater der Psychoanalyse auf Mörderjagd geht. Aber auch weitere Österreicherinnen und Österreicher präsentieren auf der Berlinale ihre neuen Werke: So u. a. das Filmemacher-Duo Tizza Covi und Rainer Frimmel, das in „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“ rund um den „König aus Ottakring“ ein Sittenbild der österreichischen Nachkriegsgeschichte skizziert. Eine Welturaufführung feiert die vom ORF koproduzierte Dokumentation „Speer goes to Hollywood“ der israelischen Regisseurin Vanessa Lapa („Der Anständige“) über den skrupellosen Versuch des NS-Stararchitekten, sich 1971 mit einer letztendlich nie realisierten Hollywood-Verfilmung von seiner Vergangenheit reinzuwaschen.

Anatomie eines Diktators – der junge Hitler

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, entfesselt von Adolf Hitler und den Nationalsozialisten. Bisher gab es zahllose Biografien, Dokumentationen und Ausstellungen über den Diktator, aber kaum ein Werk hat dessen Kindheit und Jugend beleuchtet. Hitlers Anfängen, in denen die Grundlagen seines Weltbildes gelegt wurden, widmen sich ab Ende Februar das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich mit einer neuen Ausstellung sowie ein neues Buch. Auch die neue ORF-III-Dokumentation „Der junge Hitler – Jugendjahre eines Diktators“ (28. März, 20.15 Uhr) setzt sich mit dem Thema auseinander. Woher kamen Militarismus, Rassenhass und Antisemitismus? Wie weit waren sie in der Gesellschaft bereits verankert, bevor der Erste Weltkrieg ausbrach? War der Weg in die Tyrannei vorgezeichnet? Welchen Einfluss hatten Familie, Gesellschaft, Schule? Die beiden Autoren und Kuratoren der Ausstellung, Christian Rapp und Hannes Leidinger, beleuchten die Jahre 1889 bis 1914 und wollen damit eine Lücke der Geschichtsforschung schließen.

Rettet das Dorf – Lust aufs Land?

Seit Jahrzehnten sinkt die Bevölkerungszahl im ländlichen Raum. Dörfer sterben, befinden sich in einer Existenzkrise, die Landflucht hält an. Menschen, Arbeitsplätze, Schulen, Gasthöfe, Geschäfte verschwinden. Die Jungen wandern ab, die Älteren bleiben zurück. Es gibt Stimmen, die sagen, man könne nichts tun, damit müsse man sich abfinden. Von Resignation aber hält Filmemacherin Teresa Distelberger wenig. Sowohl ihr Dokumentarfilm „Rettet das Dorf“, in dem sie sich Gedanken dazu macht, als auch die Initiative „Rurasmus“ von Architekt Roland Gruber, der junge Studierende zu einem längeren Forschungsaufenthalt in ländliche Gebiete bringen will, setzen sich mit dem Thema Landflucht und neuen Perspektiven auseinander. Vor welchen Herausforderungen stehen österreichische Dörfer und welche Gegenbewegungen zur Landflucht lassen sich entwickeln?

Dokumentation „Stars on Street“ (23.15 Uhr):

Internationale Musikgrößen undercover als Straßenkünstler: Das Projekt „Stars on Street“ ist ein ORF-Kulturexperiment, das mit versteckter Kamera zeigt, was passiert, wenn man Künstlerinnen und Künstler ihrer gewohnten Wirkungsstätte wie etwa dem Konzertsaal oder der Opernbühne entreißt und – für sich alleine gestellt, ganz ohne Hilfsmittel wie Bühnentechnik oder Scheinwerferlicht – dem Publikum präsentiert. Die Protagonisten müssen ihre Kunstfertigkeit auf unbekanntem Terrain unter Beweis stellen – ein „Knochenjob“, wie sich herausstellt. Mitgemacht haben Violinist und Stand-up-Comedian Aleksey Igudesman, die Sopranistinnen Ildikó Raimondi und Natalia Ushakova (ab 6. März in „Dancing Stars“ in ORF 1), Multipercussionist Martin Grubinger und Tenor Herbert Lippert. Die Dokumentation von Nina Dallos begleitet die Stars mit versteckter Kamera und gibt spannende Einblicke in ihre Gefühlswelten.

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