Forschungsprojekt: Hoher Umweltnutzen durch optimierte Kunststoffverpackungen

Reduktion von Lebensmittelabfällen durch Verpackungen führt zu deutlich geringerer Klimabelastung

Die Ökobilanzanalysen zeigen auch in diesem Forschungsprojekt, dass Kunststoffverpackungen einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Um sowohl Treibhausgase als auch Abfallmengen insgesamt zu reduzieren, ist ergänzend der Ausbau einer funktionierenden Kunststoffkreislaufwirtschaft wichtig. Recycling von Verpackungen ist einer der zentralen Schlüssel für Nachhaltigkeit im Lebensmittelbereich. Auch hier müssen alle betroffenen Wirtschaftsbereiche intensiv zusammenarbeiten um beste Ergebnisse im Klima- und Umweltschutz zu erzielen
Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO)
In der Diskussion um Verpackungen im Lebensmittelbereich brauchen wir eine sachliche, faktenbasierte Diskussion ohne ideologische Scheuklappen. Das von ecoplus initiierte Forschungsprojekt ist dafür eine ausgezeichnete Grundlage. Verpackungen müssen auch nach ihrem Nutzen im Umwelt- und Klimabereich bewertet werden. Kunststoffverpackungen sind hier häufig die ökologisch beste Lösung. Im Sinne des Klimaschutzes müssen wir über die Optimierung von Verpackungen sprechen und wie wir die Forschung in diesem Bereich fördern können
Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO)

Wien (OTS) - Global gesehen stehen etwa 30 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Zusammenhang mit Nahrungsmitteln. Etwa ein Drittel aller Lebensmittel geht als Abfall entlang der Lieferkette verloren. Alleine in Europa entstehen so etwa 89 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle pro Jahr. Der Anteil Österreichs beträgt 760.000 Tonnen. Das ist nicht nur ethisch bedenklich, sondern auch ein großes ökonomisches und ökologisches Problem. Umgerechnet bedeuten diese Abfälle eine Belastung von 304 Millionen Tonnen Treibhausgasen, soviel wie die Niederlande pro Jahr emittieren. Wirtschaftlich verursacht das einen Schaden von 143 Milliarden Euro. Große Mengen der Lebensmittelabfälle entstehen im Handel und in den privaten Haushalten. Möglichkeiten, wie man diese Abfallmenge reduzieren kann und welche Rolle dabei Verpackungen spielen, wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „Stop Waste – Save Food“* untersucht, dessen Ergebnisse gestern der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Durchgeführt wurde die wissenschaftliche Analyse in einem drei Jahre dauernden FFG-geförderten Projekt vom Institut für Abfallwirtschaft und Lebensmitteltechnologie der BOKU Wien, dem Umweltberatungsunternehmen denkstatt und dem Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik im Auftrag der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, ecoplus. Dabei wurde deutlich, dass vor allem optimierte Kunststoffverpackungen eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen spielen. „In der Diskussion um Verpackungen im Lebensmittelbereich brauchen wir eine sachliche, faktenbasierte Diskussion ohne ideologische Scheuklappen. Das von ecoplus initiierte Forschungsprojekt ist dafür eine ausgezeichnete Grundlage. Verpackungen müssen auch nach ihrem Nutzen im Umwelt- und Klimabereich bewertet werden. Kunststoffverpackungen sind hier häufig die ökologisch beste Lösung. Im Sinne des Klimaschutzes müssen wir über die Optimierung von Verpackungen sprechen und wie wir die Forschung in diesem Bereich fördern können“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), die Ergebnisse des Forschungsprojekts.

Bis zu 75 Prozent Rückgang bei Lebensmittelabfällen durch optimierte Kunststoffverpackungen möglich

Einer der Hauptgründe für das Wegwerfen von Nahrungsmitteln im Handel und in den privaten Haushalten ist das Verderben von Lebensmitteln. Eine Ausweitung der Haltbarkeit ist daher das Schlüsselelement für die Reduktion von Abfällen. Im Gegensatz zur weitläufigen Meinung, dass Verpackungen Großteils überflüssig sind, erfüllen sie eine wichtige Schutzfunktion bei Hygiene und Haltbarkeit. In mehreren Versuchen konnte die Studie zeigen, dass durch optimierte Kunststoffverpackungen ein Vielfaches an Treibhausgasen eingespart werden könnte. Bei Rindfleisch konnte etwa durch den Einsatz von Vakuum-Skin-Verpackungen aus Kunststoff eine Erhöhung der Mindesthaltbarkeit um zehn Tage festgestellt werden, was zu einem Rückgang der Abfallrate im Handel von 12 auf 3 Prozent geführt hat, was einer 75prozentigen Reduktion entspricht. Auch bei Gemüse können so Abfälle und damit unnötige Treibhausgase deutlich reduziert werden, wie die Zahlen der Studie zeigen. Bei einer langfristigen Untersuchung in 250 Supermarktfilialen wurde ermittelt, dass eine dünne Kunststofffolie bei Salatgurken zu einer deutlichen Senkung der Abfallrate von 9,4 auf 4,6 Prozent führt. „Die Ökobilanzanalysen zeigen auch in diesem Forschungsprojekt, dass Kunststoffverpackungen einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Um sowohl Treibhausgase als auch Abfallmengen insgesamt zu reduzieren, ist ergänzend der Ausbau einer funktionierenden Kunststoffkreislaufwirtschaft wichtig. Recycling von Verpackungen ist einer der zentralen Schlüssel für Nachhaltigkeit im Lebensmittelbereich. Auch hier müssen alle betroffenen Wirtschaftsbereiche intensiv zusammenarbeiten um beste Ergebnisse im Klima- und Umweltschutz zu erzielen“, so Hofinger.

*Die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Stop Waste – Save Food“ finden Sie hier.

Über den FCIO:

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist die gesetzliche Interessen­vertretung der chemischen Industrie in Österreich. Derzeit vertritt der Verband etwa 250 Unternehmen aus der chemischen Industrie, welche neben der Kunststoff- und Pharmaindustrie auch die Produktion von organischen und anorganischen Chemikalien, Chemiefasern und Lacken umfassen. Mehr als 45.000 Beschäftigte in der chemischen Industrie haben 2018 Waren im Wert von über 16 Milliarden Euro hergestellt. Der FCIO setzt sich für einen ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen und attraktiven Chemiestandort Österreich mit einem forschungs- und technologiefreundlichen Umfeld ein. www.fcio.at

Rückfragen & Kontakt:

FCIO Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Mag. Andreas Besenböck
Tel.: +43(0)5 90 900-3372
besenboeck@fcio.at
www.fcio.at

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