SWV-Pokorny fordert Auftraggeberhaftung für Amazon & Co.

Großrazzia in Amazon-Verteilzentrum bestätigt den dringenden Handlungsbedarf

Wien (OTS/SWV Wien) - Die aufgedeckten Betrugsfälle während der Großrazzia im Amazon-Verteilzentrum zeigen deutlich, dass in der Transportbranche gesetzliche Verschärfungen, wie sie bereits am Bau eingeführt wurden, notwendig sind.

"Große Konzerne wie Amazon können Pakete kostenlos liefern, weil sie die Zustellung an Subunternehmen auslagern. Die beauftragte Firma hat oft aber zu wenige Fahrzeuge und gibt den Auftrag an mehrere Kleinbetriebe weiter. Das Ergebnis sind Auftragsketten und Knebelverträge, die Lohn- und Sozialdumping begünstigen", erzählt Katarina Pokorny, Fachgruppen-Obfrau der Kleintransporteure in der Wirtschaftskammer Wien. Bei der anstehenden Wirtschaftskammer-Wahl kandidiert sie erneut für den Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband (SWV Wien) als Spitzenkandidatin für die Wiener Kleintransporteure.

Oft erhält der eigentliche Paketzusteller vom ursprünglichen Auftragsvolumen nur ein geringes Einkommen. Die prekäre Lage der Paketzusteller fördert Lohn- und Sozialdumping in der Branche. Um das zu unterbinden, fordert Pokorny: "Gegen Lohn- und Sozialdumping in der Paketzustellung hilft nur die Einführung der Auftraggeberhaftung analog zur Baubranche. Generalunternehmer müssen für die gesamte Auftragskette sicherstellen, dass Beiträge und Abgaben korrekt gezahlt werden", fordert die Fachgruppen-Obfrau der Wiener Kleintransporteure.

Darüber hinaus muss für alle Paketzusteller das Recht auf Selbstständigkeit bestehen. "Derzeit zwingen große Paketdienstleister die Subunternehmer dazu, Firmenkleidung zu tragen und ihre eigenen Fahrzeuge mit dem Logo des Auftraggebers zu beschriften. Paketzusteller werden so daran gehindert, Aufträge von anderen Unternehmen anzunehmen. Bei Paketzustellern muss das Recht auf Selbstständigkeit eingehalten werden", kommentiert Katarina Pokorny abschließend.

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