LR Eichtinger eröffnete Oswald-Tschirtner-Schau in Maria Gugging

Bisher größte Personale des Gugginger Künstlers

St. Pölten (OTS/NLK) - Nach Ausstellungen zu August Walla und Johann Hauser zeigt das Museum Gugging ab heute, Donnerstag, 13. Februar, unter dem Titel „oswald tschirtner.! das ganze beruht auf gleichgewicht“ die dritte große Personale in der Geschichte des Museums. Die 260 Werke spannen den Bogen von Klein- zu Großformaten und spiegeln die sehr unterschiedlichen Schaffensperioden und Facetten eines der erfolgreichsten Gugginger Künstlers wider. Anlass der bisher größten Tschirtner-Personale ist der 100. Geburtstag, den der in Perchtoldsdorf geborene Künstler am 24. Mai feiern würde.

„Das Museum Gugging ist für die Eröffnung dieser einzigartigen Ausstellung genau der richtige Ort. Es ist ein Aushängeschild für die Kunst und Kultur Niederösterreichs, das auch international große Anerkennung genießt“, betonte Landesrat Martin Eichtinger im Zuge der gestrigen Eröffnung.

„Oswald Tschirtners Weg zum Künstler war nicht vorgezeichnet. Gleichzeitig war er bis ins hohe Alter in der Lage, Neues zu entwickeln“, erklärte Johann Feilacher, künstlerischer Leiter des Museums Gugging und Kurator der Ausstellung. „Darüber hinaus ist kaum ein Künstler mit Gugging so verbunden: In französischer Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg psychisch erkrankt, war er fünf Jahrzehnte in Gugging, zunächst in der NÖ Landes-Heil- und Pflegeanstalt und dann über zwei Jahrzehnte im Haus der Künstler, wo ich ihn auch betreuen durfte“, erinnerte Feilacher.

„Mit seinem geschlechtslosen Kopffüßler lehrt uns Oswald Tschirtner die Konzentration auf das Wesentliche und zeigte zugleich, wie er sich fühlte“, so Feilacher weiter. „Er zeichnete immer auf Aufforderung und erledigte den Auftrag möglichst schnell. Seine Religiosität – er wollte eigentlich Priester werden – gab ihm Halt. Der Ausstellungstitel ‚das ganze beruht auf gleichgewicht‘ ist der Titel von zwei Zeichnungen und zeigt, dass es ihm auf der einen Seite nicht wichtig war, was andere Menschen über ihn und seine Kunst dachten, auf der anderen Seite aber der Frieden mit seiner Umwelt sein höchstes Ziel war.“

Zahlreiche Veranstaltungen wie Fokusführungen, der „Gugginger Guglhupf“, eine offene Kreativwerkstatt oder „Eltern-Kind-Kreativ“ umrahmen die Ausstellung. Ab 13. Februar zeigt dann die Galerie Gugging die Schau „… weiblich mächtig – männlich zart … misleidys castillo pedroso & oswald tschirtner“, die das Werk Tschirtners jenem der jungen zeitgenössischen kubanischen Art-Brut-Künstlerin gegenüberstellt. Am 24. Mai ist schließlich ein großes Fest zum 100. Geburtstag des Gugginger Künstlers geplant. Begleitet wird die Sonderschau des Weiteren von einem 468 Seiten starken Ausstellungskatalog mit Beiträgen von Nina Ansperger, Johann Feilacher, Maria Höger, Nina Katschnig und Lisa Windischbauer, die alle seine Facetten als Zeitgenosse und Künstler beleuchten.

Ausstellungsdauer: bis 27. September; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Nähere Informationen beim Museum Gugging unter 02243/870 87, e-mail museum@museumgugging.at und www.museumgugging.at.

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