Start für Whistleblower-Hotline gegen unlauteren Wettbewerb im Onlinehandel

WKO Steiermark weitet Kooperation mit Steuer- und Zollkoordination zum Schutz der heimischen Betriebe aus.

Graz (OTS) - Vor nunmehr einem Jahr haben die WKO Steiermark sowie die Steuer- und Zollkoordination eine umfangreiche Kooperation gestartet. Das Ziel: Der Schutz der heimischen Wirtschaft vor unlauterem Wettbewerb aus dem Ausland. 51 Erhebungen im Bereich des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs und 56 Kontrollen im Bereich des Online-Versandhandels deckten insgesamt einen Millionenschaden für den Steuerzahler auf. „Aus diesem Grund wird die Kooperation zum Schutz der steirischen Betriebe nun um eine Whistleblower-Hotline erweitert“, betonen WKO Steiermark Präsident Josef Herk und Hans Georg Kramer, Leiter der Region Süd bei der Steuer- und Zollkoordination. Mehr und schärfere Kontrollen seien nämlich nicht zuletzt aufgrund der enormen Zunahme eine Notwendigkeit, wie ein Blick auf die Statistik zeigt: Demnach hat sich die Zahl der in Österreich (offiziell) tätigen Versandhändler aus dem Ausland allein seit dem Jahr 2011 von 296 auf aktuell 5.335 (!) verachtzehnfacht.

Viele Unternehmen klagen über ungleiche Wettbewerbsbedingungen und Missbrauch im grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr sowie im Bereich des Onlinehandels. „Die WKO Steiermark hat darum ihre Bemühungen für einen fairen Wettbewerb seit geraumer Zeit intensiviert“, betont Präsident Josef Herk. Neben Schwerpunktkontrollen mit der Finanzpolizei werden im Rahmen einer Kooperation seit nunmehr einem Jahr auch gezielt Prüfungen mit der Steuer- und Zollkoordination durchgeführt. Und das mit Erfolg, wie Hans Georg Kramer, Leiter der Region Süd zu berichten weiß: „Wir haben im Zuge dieser Zusammenarbeit im vergangenen Jahr 51 Kontrollen betreffend der korrekten Steuerleistung beim grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr durchgeführt. 35 dieser Fälle haben bereits zu entsprechenden Nachzahlungen geführt – im Schnitt waren es 4.700 Euro, die wie von den Betrieben aus dem Ausland nachgefordert haben.“

Noch dramatischer gestaltet sich Lage im Bereich des Onlinehandels. Hier verzeichnet die Finanz eine massive Zunahme ausländischer Versandhändler, die in Österreich tätig sind. Ihre Zahl ist von 296 im Jahr 2011 auf aktuell 5.335 (gemeldeten Steuernummern) gestiegen. Eine Verachtzehnfachung (!) innerhalb nicht einmal eines Jahrzehnts, wobei die Dunkelziffer noch weitaus höher sein könnte, vermutet Herk: „Leider meldet hier nicht jeder ausländische Händler seine Umsätze. Aus diesem Grund wollen wir hier unseren Einsatz gegen schwarze Schafe mit einer Whistleblower-Hotline verstärken.“ 56 Fälle wurden von der Steuer- und Zollkoordination zuletzt unter die Lupe genommen, durchschnittlich wurden dabei 161.000 Euro nachgefordert. Dazu verzeichnet die Behörde weitere 203 Selbstanzeigen mit je 77.000 Euro pro Fall. „Gemeinsam ist allen diesen Fällen mit Auslandsbezug, dass die Bearbeitung überaus zeitintensiv und daher ein großer Personaleinsatz notwendig ist. Erschwert wird die jeweilige Ermittlung auch durch das teilweise Fehlen entsprechender Zugriffsmöglichkeiten auf entsprechende Daten“, so Kramer, wobei die Außenhandelsstellen der Wirtschaftskammer hier große Unterstützung seien.

Um etwaigen Steuerbetrugsdelikten noch gezielter nachgehen zu können, wird darum nun unter fairer-wettbewerb@wkstmk.at eine Whistleblower-Hotline eingerichtet. „Uns geht es um den Schutz der heimischen Betriebe“, betonen Herk und Kramer. Dazu brauche es auch die Hilfe der Konsumenten und der Wirtschaft, die aufgerufen seien, etwaige Verdachtsmomente zu melden. Nur so könne gezielt kontrolliert und damit ein fairer Wettbewerb garantiert werden. „Diesen sicherzustellen, ist unser Ziel“, so Herk: „Wir wollen eine steuerliche Entlastung für alle Unternehmen und wenn sich alle an die Spielregeln halten, schaffen wir auch den entsprechenden Spielraum dafür.“

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Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
(0316)601-652
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