Haimbuchner zu gravierendem Ärztemangel in Oberösterreich: „Entstand mit Sicherheit nicht über Nacht“

Masterplan der Krankenkasse und der Ärztekammer muss rasch auf den Tisch

Linz (OTS) - Zu den vorliegenden Zahlen, wonach in Oberösterreich mit 28 unbesetzten Kassenstellen für Allgemeinmedizinern und neun für Fachärzte der Mangel am größten ist, stellte heute der Landesparteiobmann der FPÖ Oberösterreich, Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner fest: „Die Problematik der fehlenden Ärzte entstand mit Sicherheit nicht über Nacht. In den kommenden neun Jahren werden 55 Prozent der Mediziner mit Kassenvertrag in Pension gehen“, spart Haimbuchner nicht mit Kritik an der verfehlten Gesundheitspolitik der Vergangenheit. „Rigoros wurden die Warnungen von Experten – auch aus der Ärzteschaft – ignoriert. Es ist überfällig, dass Krankenkasse und Ärztekammer endlich einen Masterplan auf den Tisch legen.“ ****

„Der Mangel an Ärzten im niedergelassenen Bereich betrifft nicht nur die ländlichen Regionen, sondern auch die Städte“, betont Haimbuchner, dass die wohnortnahe Versorgung im Gesundheitsbereich durch Hausärzte auch unverzichtbar für die Pflegethematik sei. „Haben wir nicht ausreichend Hausärzte vor Ort, dann werden wir die Pflege auch nicht sicherstellen können. Es muss hier zudem auch das Wirrwarr im Bereich der Hauskrankenpflege reformiert werden. Wir brauchen eine Harmonisierung der Leistungen – realitätsnah und präziser, damit die Oberösterreicher so lange wie möglich im angestammten Umfeld leben können“, so der FPÖ-Landeschef.

Vor allem im ländlichen Bereich müsse einiges getan werden, um die Ärzte halten zu können - Stichwort Hausapotheke. „Wenn Ärzten weiterhin die Arbeitssituation und die Verdienstmöglichkeit am Land nicht nur nicht verbessert, sondern gar erschwert werden, werden sich diese dort schlichtweg nicht oder noch weniger ansiedeln. Zum Thema Hausapotheke ist anzumerken, dass eine Beibehaltung von Hausapotheken in ausreichender Zahl letztlich nicht nur ein Anreiz für Ärzte am Land selbst ist, sondern eine Arztpraxis im näheren Umkreis natürlich auch eine Grundlage für das Florieren einer Apotheke und deren Angebot darstellt“, so Haimbuchner.

Eine Versorgung vor Ort umfasse alle Lebensbereiche. „Dazu gehört vor allem auch der Bereich Gesundheit. Immer mehr Wahlarztpraxen von Ärzten mit den entsprechenden Verträgen lassen das System schon längst auseinander driften. Die Zwei-Klassen-Medizin findet bereits statt. Ein erster richtiger Schritt war die rechtliche Möglichkeit, dass Ärzte andere Ärzte anstellen können. Nun gehören die richtigen Taten gesetzt, um für Mediziner den Standort Oberösterreich – egal ob im Zentralraum oder am Land – attraktiver zu machen. In der Wirtschaft versuchen wir mit attraktiven Angeboten Fachkräfte nach Oberösterreich zu holen, daher müssen wir auch alles daran setzen, Medizinstudenten mit guten Angeboten im eigenen Bundesland zu halten. Damit könnte man durchaus die Entwicklung im Ärztemangel abmildern. Dazu gehört mit Sicherheit auch, die Honorare für Hausärzte und Fachärzte zu verbessern“, betonte Haimbuchner abschließend. (schluss) bt

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