„kulturMontag“: Boulevardmedien am Prüfstand, 10 Jahre Österreichischer Filmpreis, Jägerstatter-Drama von Terrence Malick

Außerdem: Jessica Hausner und David Schalko im Studio; danach Dokumentation „CineKino – Österreich“

Wien (OTS) - Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 27. Jänner 2020 um 22.30 Uhr in ORF 2 blickt anlässlich des 10. Österreichischen Filmpreises auf Erfolge, Zustand und Zukunft des heimischen Filmschaffens – dazu sind Regisseurin Jessica Hausner und Regisseur David Schalko live im Studio. Weiters richtet die Sendung einen Blick nach Großbritannien, wo derzeit neben dem Brexit auch der „Megxit“ die Schlagzeilen beherrscht. Neben Künstlerstimmen zum bevorstehenden EU-Austritt des Vereinigten Königreichs analysiert der „kulturMontag“ Rolle und Macht der Boulevardmedien. Außerdem: ein Bericht über die Neuverfilmung des Falls Jägerstätter von US-Regisseur Terrence Malick, „Ein verborgenes Leben“, mit hochkarätiger deutschsprachiger Besetzung. Anschließend an das Magazin steht anlässlich des 10. Österreichischen Filmpreises am 30. Jänner (Details zum ORF-Schwerpunkt unter presse.ORF.at) eine Folge der zehnteiligen Dokureihe „CineKino“ über das Filmland Österreich (23.30 Uhr) auf dem Programm.

Kein Herz und eine Krone – Die Macht der britischen Boulevard-Medien In der unendlichen Geschichte des „Brexit“ scheint Premierminister Boris Johnson mit dem Austritt aus der EU Ende Jänner nun das letzte Kapitel aufgeschlagen zu haben. Die britische Kulturwelt sieht dem Jahr 2020 allerdings mit einigem Unbehagen entgegen, wie Rolling Stone Ron Wood, „Captain Picard“ Patrick Stewart und Mick Hucknall von Simply Red im Interview erklären. Doch nicht der Brexit, sondern „Megxit“ ist derzeit das wohl heißeste Thema der sonst so coolen Briten. Harry und Meghan sind „not amused“ über die skrupellosen Machenschaften der britischen Boulevardpresse und haben den royalen Rückzug angetreten. Diese rümpft nicht nur die Nase, sondern schießt aus vollen Rohren. Aber auch wenn Publicity zum „Kerngeschäft des Königshauses“ gehört und die Royals einiges „aushalten“ müssen, stellt sich die Frage, wann die Grenze erreicht ist. Ist die Berichterstattung in Boulevardzeitungen unmoralisch und unethisch? Wie weit darf der Boulevard gehen und was sagen die Methoden über die Medien aus? Warum lässt sich mit dem Entblößungs-Business empörend viel Geld verdienen? Welche Rolle spielen die sozialen Netzwerke dabei und was sagt das über die Leserschaft aus?

Die Stunde des Siegers – 10 Jahre österreichischer Filmpreis

Eine Branche zelebriert ihre Erfolge: Der Österreichische Filmpreis feiert am 30. Jänner 2020, diesmal in Grafenegg, sein 10-jähriges Jubiläum. 2011 nach dem Vorbild des französischen César mehr oder weniger im Schnellverfahren ins Leben gerufen, ist er mittlerweile zur Institution geworden. Mehr als 50 Lang- und Kurzproduktionen sind heuer nominiert. Besonders weiblich zeigt sich das Feld der Nominierten, es finden sich sowohl in der Sparte Regie als auch in jener des Besten Spielfilms ausschließlich Arbeiten, die von Frauen geschaffen wurden. „Little Joe“ von Jessica Hausner geht dabei mit zehn Nominierungen in allen zentralen Kategorien als klarer Favorit ins Rennen. Starke Konkurrenz ist mit sieben Nominierungen Marie Kreutzers Psychogramm „Der Boden unter den Füßen“, das 2019 im Wettbewerb der Berlinale stand. Das Trio der Nominierten für den besten Spielfilm komplettiert Sudabeh Mortezais Straßenstrichporträt „Joy“ mit insgesamt sechs Nominierungen. Allen drei vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten Filmen gemein ist, dass die Produktionen bei internationalen Festivals zwischen Cannes und Venedig Furore machten. Kunst oder Kommerz – Kassenschlager oder ambitionierte Autorenfilme – wie hat sich das Filmland Österreich in den vergangenen zehn Jahren zwischen Qualität und Markterfolg entwickelt und wo steht es derzeit? Welche Herausforderungen und Chancen sehen Filmemacher/innen in Entwicklungen wie Serien-Boom und Streamingdiensten? Der „kulturMontag“ bringt Rück- und Ausblicke, dazu analysieren Regisseurin Jessica Hausner und Regisseur David Schalko das heimische Filmgeschehen live im Studio.

Ein verborgenes Leben – Der Fall Jägerstätter von US-Regiestar Terrence Malick

Die Geschichte des 1943 hingerichteten und 2007 selig gesprochenen österreichischen Wehrdienstverweigerers Franz Jägerstätter, neu verfilmt von Terrence Malick, kommt am 31. Jänner in die heimischen Kinos. Der US-amerikanische Meisterregisseur hat dafür mit August Diehl in der Titelrolle und der Oberösterreicherin Valerie Pachner als dessen Frau Franziska deutschsprachige Stars für die Hauptparts engagiert. Weiters sind u. a. die Österreicher Tobias Moretti und Karl Markovics zu sehen. Der Widerstreit zwischen Glauben und Gesellschaft treibt den profiliierten Arthaus-Regisseur Malick schon lang um. Im alpenländischen Paradies setzt Malick an und zeigt jenseits von Kitsch und Klischee den jungen Bauern Franz, der nach seiner ersten Einberufung Zweifel an der moralischen Autorität seiner Vorgesetzten hegt. Sein Glaube verbietet es ihm schließlich, dem Befehl Folge zu leisten. Malick geht es um Allgemeingültiges, um die Verantwortung des Einzelnen im Angesicht des Bösen, um die Ethik des Widerstands.

Dokumentation „CineKino – Österreich“ (23.30 Uhr):

Europäisches Kino, das sind mehr als 120 Jahre Filmgeschichte und mehr als 1.000 neue Produktionen jährlich: Die Doku-Reihe „CineKino“ präsentiert Höhepunkte, Schlüsselszenen und filmische Kostbarkeiten aus zehn Ländern. Zahlreiche Filmausschnitte, Interviews mit Filmschaffenden über ihre Favoriten und Archivmaterial verschaffen einen lebendigen Eindruck der Besonderheiten des jeweiligen Filmlandes. Die aktuelle Folge widmet sich Österreich und lädt zu einem Streifzug durch eine der vitalsten Kinematografien Europas – vom frühen Erotikfilm Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zur modernen und unabhängigen Produktionsgesellschaft Coop99. Michael Hanekes Welterfolg „Das weiße Band“ darf hier ebensowenig fehlen wie Josef Haders schwarzer Humor oder die Filmlegende „Sissi“, die Romy Schneider zur Flucht aus dem Klischee veranlasste. Regie: Matthias Luthhardt, Laurent Heynemann

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