ORF-TV-Programmschwerpunkt zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Ab Freitag, 24. Jänner, in ORF 2, ORF III und 3sat

Wien (OTS) - Dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Jänner 2020 widmet der ORF ab Freitag, dem 24. Jänner 2020, einen umfangreichen Programmschwerpunkt in ORF 2, ORF III und 3sat. ORF 2 zeigt u. a. vier Neuproduktionen bzw. ORF-Premieren – das mit Rachel Weisz und Tom Wilkinson hochkarätig besetzte TV-Drama „Verleugnung“ (24. Jänner), die „dokFilm“-Premiere „Back to the fatherland“ (26. Jänner), das preisgekrönte Holocaust-Drama „Son of Saul“ (28. Jänner) und die „Menschen & Mächte“-Dokumentation „Anton Schmid – Der gute Mensch von Wilna“ (29. Jänner). Im Zeichen des Holocaust-Gedenktags stehen weiters „Universum History“, „Religionen der Welt“, „Orientierung“, „Heimat Fremde Heimat“, „#uploading_holocaust“ und „kreuz und quer“. ORF III widmet dem Holocaust Remembrance Day am Samstag, dem 1. und 8. Februar, jeweils ab 20.15 Uhr zwei „zeit.geschichte“-Themenabende mit insgesamt zehn Dokumentationen, darunter zwei Teile der Trilogie „Mauthausen vor der Tür“ sowie zwei Folgen des Vierteilers „Gerechte unter den Völkern“. 3sat zeigt im Rahmen eines Programmschwerpunkts von 25. bis 29. Jänner u. a. am Mittwoch, dem 29. Jänner, die „Dok 1“-Reportage „Schluss mit Schuld – Was der Holocaust mit mir zu tun hat“ (21.00 Uhr) und Stefan Ruzowitzkys Oscar-prämiertes KZ-Drama „Die Fälscher“ (22.25 Uhr).

ORF-2-Auftakt mit „Universum History“-Porträt der Widerstandskämpferin Noor Inayat Khan und ORF-Premiere des TV-Dramas „Verleugnung“

„Universum History“ dokumentiert in „Codename Madeleine: Eine Muslimin gegen Hitler“ (24. Jänner, 22.35 Uhr) die Geschichte der Widerstandskämpferin Noor Inayat Khan, Tochter eines indischen Sufi-Meisters und einer amerikanischen Dichterin. Die junge Pazifistin meldete sich freiwillig als Funkerin einer englischen Spezialeinheit und wurde ins besetzte Frankreich geschickt, wo sie den französischen Widerstand unterstützte – ein lebensgefährliches Unterfangen, das sie 1944 im KZ Dachau mit dem Leben bezahlen musste. Um 23.20 Uhr folgt mit der ORF-Premiere von Mick Jacksons TV-Drama „Verleugnung“ die Verfilmung des Verleumdungsprozesses, den der Holocaust-Leugner David Irving im Jahr 1996 gegen die amerikanische Professorin Deborah Lipstadt angezettelt hat. Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz muss mit Tom Wilkinson als ihrem Anwalt vor einem britischen Gericht historische Beweise liefern, um Irvings Leugnungsstrategie zu belegen.

Von „Religionen der Welt“, „Orientierung“ und „Heimat Fremde Heimat“ zu „dokFilm“-Premiere „Back to the fatherland“ und „#uploading_holocaust“

„Schalom, Salam, Friede“ – „Religionen der Welt“ (25. Jänner, 16.55 Uhr) berichtet über die seit Jahren stattfindende Teilnahme der Muslimischen Jugend Österreichs an der Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen. Im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ (26. Jänner, 12.30 Uhr) erinnert sich der in Wien geborene Jude Benno Kern als 92-jähriger Zeitzeuge an seine Jugendjahre, die geprägt waren von Verfolgung, Vertreibung und Flucht: Nach einer Odyssee über Belgien, Frankreich und dem vergeblichen Versuch, in der Schweiz Asyl zu bekommen, wurde er ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Außerdem berichtet die „Orientierung“ über den Kinofilm „Verborgenes Leben“, der die Geschichte des 1942 hingerichteten Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter erzählt. „Heimat Fremde Heimat“ (13.30 Uhr) beschäftigt sich anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau mit der Frage, welche Form der Erinnerungsarbeit die Berichte der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ersetzen kann.
In der „dokFilm“-Premiere „Back to the fatherland“ (26. Jänner, 23.05 Uhr) verlassen drei junge Israelis ihre Heimat, um sich in Deutschland und Österreich anzusiedeln – ausgerechnet in den beiden Ländern, in denen ihre Großeltern im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Die beiden Regisseurinnen des Films sind von der Thematik selbst betroffen. Gil Levanon kommt aus Israel und wandert zum Entsetzen ihres Großvaters nach Deutschland aus. Die Österreicherin Kat Rohrer ist die Enkelin eines Nazi-Offiziers. Ihr gemeinsamer Film zeigt die zwiespältige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit über drei Generationen hinweg. Sagi Bornstein und Udi Nir erzählen danach in „#uploading_holocaust“ (0.20 Uhr) die Geschichte der sogenannten „Journey to Poland“: Jedes Jahr gehen 30.000 israelische Schülerinnen und Schüler auf eine einwöchige Reise durch die Gedenkstätten in Polen. Der Film entsteht zu 100 Prozent aus YouTube-Material, das die Jugendlichen selbst gedreht und hochgeladen haben, und gibt einen sehr speziellen Einblick in den Umgang junger Israelis mit dem Thema Gedenkkultur und Holocaust.
„Engel von Auschwitz“ Maria Stromberger im „kreuz und quer“-Porträt, Holocaust-Drama „Son of Saul“ und „Menschen & Mächte“-Neuproduktion „Anton Schmid – Der gute Mensch von Wilna“

„kreuz und quer“ (28. Jänner, 23.20 Uhr) zeigt ein Porträt Maria Strombergers, die sich 1942 freiwillig nach Auschwitz zum Krankenpflegedienst in der SS-Krankenstation meldete und zum „Engel von Auschwitz“ wurde. Um 23.55 folgt das Oscar- und Golden-Globe-prämierte Holocaust-Drama „Son of Saul“ über einen jüdischen Häftling, der im Herbst 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau gezwungen wird, bei der Massenvernichtung der Mithäftlinge zu helfen und die Leichen aus den Gaskammern in Krematorien zu beseitigen. Das erschütternde Schicksal eines Buben lässt den Ungarn Saul Ausländer (Géza Röhrig) einen gefährlichen Entschluss fassen. Heimlich will er zumindest ihn würdig bestatten. Martin Betz’ „Menschen & Mächte“-Dokumentation „Anton Schmid – Der gute Mensch von Wilna“ (29. Jänner, 22.30 Uhr) zeichnet die Geschichte eines Wiener Elektrohändlers mit einem kleinen Geschäft im 20. Bezirk nach, der als einfacher Feldwebel 1941/42 im besetzten Litauen zahlreiche Jüdinnen und Juden vor der Vernichtung gerettet hatte. Anton Schmid bezahlte sein Eintreten für Menschlichkeit mit dem Leben. Er wurde von einem Kriegsgericht der deutschen Wehrmacht als „Verräter“ verurteilt und 1942 erschossen.

ORF-III-Schwerpunkt zum Holocaust Remembrance Day

Am Samstag, dem 1. Februar, zeigt ORF III einen „zeit.geschichte“-Abend mit sechs themenaffinen Dokumentationen. Um 20.15 Uhr geht es zunächst um „Das System Holocaust – Hitlers Tötungsfabriken“. Danach lüftet ein Film „Das Geheimnis der Auschwitz-Alben“ (21.10 Uhr) über geheim angefertigte Fotoalben der SS von Schauplätzen des Verbrechens. Der Film „Die letzten Zeuginnen – Vom Überleben in Auschwitz“ (22.00 Uhr) lässt Frauen zu Wort kommen, die die Hölle von Auschwitz überlebt haben. „Wer wusste vom Holocaust – Die blinden Flecken der Alliierten“ (22.50 Uhr) hinterfragt die schrecklichen Geschehnisse rund um die Massenvernichtung in den Konzentrationslagern, deren Spuren die Nazis noch bis zur letzten Stunde, bis zum Einlangen der Alliierten, zu vertuschen versuchten. Die letzte Dokumentation des Abends „Aribert Heim – Mauthausens ‚Dr. Tod‘“ (23.50 Uhr) folgt den Spuren des Arztes und Massenmörders Aribert Heim, einem der brutalsten Folterknechte des NS-Regimes im KZ Mauthausen.
Den zweiten „zeit.geschichte“-Abend mit weiteren vier Dokus anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages gestaltet ORF III am Samstag, dem 8. Februar. Den Auftakt macht der erste Film der ORF-III-Trilogie „Mauthausen vor der Tür“ über „Zwangsarbeit für Rüstung und Industrie“, der die Systematik der Zwangsarbeit im weitverzweigten oberösterreichischen Konzentrationslager thematisiert. Teil zwei beleuchtet danach „Das Schicksal der Frauen“ (21.05 Uhr) in Mauthausen. Anschließend stellen die Folgen 3 und 4 der vierteiligen ORF-III-Porträtreihe „Gerechte unter den Völkern“ das Leben zweier mutiger Österreicherinnen in den Mittelpunkt: Die Ärztin und Juristin „Ella Lingens“ (21.50 Uhr) versteckte während den Novemberpogromen Juden und wurde dafür ins KZ Auschwitz deportiert. Die Schauspielerin „Dorothea Neff“ (22.40 Uhr) setzte ihre Theaterkarriere und ihr Leben aufs Spiel, als sie ihrer jüdischen Freundin Lilli Wolff Unterschlupf gewährte.

3sat zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

In 3sat stehen von 25. bis 29. Jänner zahlreiche Sendungen im Zeichen des Holocaust-Gedenktags – u. a. am Mittwoch, dem 29. Jänner, Elisabeth Gollackners „Dok 1“-Reportage „Schluss mit Schuld – Was der Holocaust mit mir zu tun hat“ mit Lisa Gadenstätter (21.00 Uhr) und Stefan Ruzowitzkys Oscar-prämiertes KZ-Drama „Die Fälscher“ (22:25 Uhr). Details sind unter www.3sat.de/themen/3satthema-27-januar-2020-100.html abrufbar.

Das ORF.at-Netzwerk und der ORF TELETEXT werden im Rahmen ihrer aktuellen Berichterstattung an die Opfer des Holocaust erinnern und über Gedenkveranstaltungen informieren. Auf der ORF-TVthek werden Sendungen des TV-Schwerpunkts, für die entsprechende Lizenzrechte vorhanden sind, als Live-Stream und als Video-on-Demand abrufbar sein. In den ORF-TVthek-Videoarchiven „80 Jahre Zweiter Weltkrieg“, „Österreichs Zeitzeugen“, „Medienarchiv Judentum“ und „Beginn der NS-Herrschaft: Das Schicksalsjahr 1938“ werden außerdem Zeitzeugenberichte und historische TV-Beiträge bereitgestellt.

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