Hippos – „Universum“ zeigt „Afrikas Flussgiganten“ von bisher unbekannten Seiten – am 21. Jänner um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Flusspferde sind gewissermaßen ein lebendes Paradoxon:
Ihr wichtigster Lebensraum ist das Wasser, aber sie können eigentlich gar nicht schwimmen. Zudem sind sie reine Pflanzenfresser, gelten jedoch – wegen ihrer mächtigen Schneide- und Eckzähne – als eine der gefährlichsten Tierarten Afrikas. Im großen Okawango-Binnendelta in Botswana hat sich Wildlife-Kameramann und Naturfilmer Brad Bestelink ein Jahr lang auf die Fährten von „Afrikas Flussgiganten“ geheftet. In einer neuen „Universum“-Dokumentation (ORF-Bearbeitung: Jutta Karger) zeigt er die beeindruckenden Dickhäuter am Dienstag, dem 21. Jänner 2020, um 20.15 Uhr in ORF 2 von bisher unbekannten Seiten.

Flusspferde leben gerne gesellig, meist in Gruppen, an deren Spitze ein dominantes Männchen steht. Trächtige Weibchen ziehen sich für die Niederkunft jedoch aus der Gruppe zurück. Sie suchen seichte Wasserbereiche auf, in denen sich das Neugeborene leichter an seine „amphibische“ Lebensweise gewöhnen kann. Gleich von Beginn an kommt es selbstständig zum Atmen an die Wasseroberfläche. Es muss aber auch selbstständig die Luft anhalten und untertauchen, denn gesäugt werden die Kleinen unter Wasser. Flusspferd-Weibchen verteidigen ihren Nachwuchs vehement gegen Fressfeinde wie Krokodile oder Löwen und sie unterstützen die Jungen in der ersten Zeit auch dadurch, dass sie sich ihnen als „Floß“ für Ruhepausen zur Verfügung stellen. Ein besonderer und durchaus heikler Moment ist das Wieder-Eingliedern in die Gruppe, wenn das Junge ein paar Wochen alt ist. Einerseits ist es in der Gruppe – sobald die Gemeinschaft es akzeptiert hat – besser geschützt, andererseits kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn eine Flusspferd-Mutter ihr jüngstes Kind in die Gruppe mitbringt: Oft sind es ältere Geschwister, die – vielleicht aus Neugier, vielleicht auch aus einer Art Eifersucht – dem Neuzuwachs gefährlich werden.

Ein Flusspferd kann sein Maul bis zu einem Winkel von 150 Grad „aufsperren“ – damit nehmen die Tiere unter den Säugetieren eine Sonderstellung ein. Bei Rangkämpfen genügt manchmal bereits das weit aufgerissene Maul mit den zur Schau gestellten Zähnen, um einen Rivalen zum Rückzug zu bewegen. Kommt es jedoch zum Kampf, so sind die Verletzungen, die Rivalen einander zufügen, oft schwer und führen nicht selten zum Tod. Doch die Tiere können ihr schwer bewaffnetes riesiges Maul durchaus auch in ganz anderer Weise einsetzen: sanftes Schubsen und fast zärtliche Berührungen spielen eine wichtige Rolle bei der Paarung. Der eigentliche Akt findet im Wasser statt, wo die tonnenschweren Kolosse leichter und beweglicher sind als an Land.

Mit dem berühmten Okawango-Binnendelta verbindet die Flusspferde eine ganz besondere Beziehung. Sie sind nicht nur auf den saisonalen Überfluss an Wasser und Grünpflanzen angewiesen, den der Okawango alljährlich nach Botswana bringt, sie sind gewissermaßen selbst die „Architekten“ und Gestalter dieses Flusssystems: Flusspferde sind zu schwer, um zu schwimmen. Sie bewegen sich schreitend, manchmal laufend am Grund fort und schaffen so mit ihren Pfaden zwischen den verwachsenen Tümpeln Wasserwege, auf denen das frische Wasser am Beginn der Regenzeit rasch nachströmen kann. Wenn die Trockenzeit den Überfluss später wieder zum Verschwinden bringt, bleiben die Pfade der Flusspferde oft als Verbindung zwischen den letzten Wasserlöchern sichtbar.

Spätestens seit seinem großen Dokumentations-Erfolg „The Flood“ (2018) kennt Naturfilmer und Produzent Brad Bestelink das Okawango-Delta gewissermaßen „wie seine Westentasche“. Die genaue Kenntnis dieses einzigartigen Lebensraums samt seiner Geheimnisse und Tücken hat es ihm möglich gemacht, den Protagonisten der vorliegenden BBC-Dokumentation mit der Kamera ganz nah und unmittelbar „auf den Leib zu rücken“. Dabei ist ein Film entstanden, der seine Sympathien für die oft plump wirkenden Giganten nicht leugnen kann, gleichzeitig aber niemals den Respekt verliert. Nicht vor den beeindruckenden Riesen und ihrem zähen Überlebenskampf, und schon gar nicht vor der überwältigenden Schönheit und beeindruckenden Vielfalt ihres einzigartigen Lebensraums.

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