Wahr ist, was funktioniert – Heinz Zemanek Lecture 2020

Auftaktveranstaltung der Zemanek Lectures im Kuppelsaal der TU Wien

Wien (OTS) - Bei der Auftaktveranstaltung der Zemanek Lectures der Österreichischen Computer Gesellschaft im voll besetzten Kuppelsaal der TU Wien am 14. Jänner teilten Wegbegleiter des Visionärs Heinz Zemanek mit einem Expertenpublikum ihre Erfahrungen. Mit dem Turing Award Preisträger Niklaus Wirth als ersten Sprecher der in Zukunft jährlich stattfindenden Zemanek Lectures wurde die Latte sehr hoch gelegt.

Die „Entwicklungen rund um die Digitalisierung machen manchmal Angst, daher müssen diese Entwicklungen von allen Seiten kritisch betrachtet werden – hier agiert die Österreichische Computer Gesellschaft seit ihrer Gründung 1975 als Think Tank“, sagt OCG Präsident Wilfried Seyruck in seinen Eröffnungsworten. So zieht sich dann auch durch die ganze Veranstaltung der Leitgedanke, dass bei allem Fortschritt immer der Mensch im Mittelpunkt steht und die Möglichkeiten der Informatik als Herausforderung für den Menschen und die Gesellschaft zu betrachten sind.

Im Bundesministerium für Verkehr Innovation und Technologie (BMVIT) hat die OCG von Anfang an einen wichtigen Unterstützer bei der Umsetzung ihrer Agenden gefunden. Michael Wiesmüller begrüßt die Gäste im Namen des BMVIT, freut sich über den „mit IKT-Kompetenz gefüllten Raum“ und verspricht auch weiterhin seine Verbundenheit mit der OCG und ihren Zielen.

In teilweise sehr persönlichen Statements schließen Gerti Kappel (Dekanin TU Wien), Peter Reichel (Österreichischer Verband für Elektrotechnik), Erich Neuhold (International Federation for Information Processing) und Peter Reichl (Universität Wien) an die Visionen Zemaneks an und drücken ihre Wertschätzung für den Computerpionier, der „überzeugen und begeistern konnte“, aus.

Das Bleibende aber ist der Mensch

„Die Informatik ist eine politische Disziplin geworden“, ist Peter Reichl (Universität Wien) überzeugt und erinnert an Heinz Zemaneks Schlussworte bei einem seiner Vorträge: „Das Bleibende aber ist der Mensch!“. Bernhard Schmid von der Wirtschaftsagentur Wien freut sich, dass die Veranstaltungsreihe Zemanek Lectures 2020 zum Ziel der Stadt Wien beiträgt, Digitalisierungshauptstadt zu werden. Peter Lieber (VÖSI) wünscht sich für Österreich manchmal mehr Mut und Tempo, wenn es um Innovation geht – und ist zuversichtlich, dass die neue Regierung das Thema Digitalisierung vorantreiben wird.

Auch Norbert Rozsenich und Gerhard Chroust stellen in ihrer Laudatio an Heinz Zemanek den visionären Menschen und Wissenschaftler in den Vordergrund, der sich immer auch philosophischen Fragen gestellt hat. Transdiziplinäre Forschung, internationale Vernetzung und leidenschaftliche Überzeugungskraft zeichneten das Wirken von Heinz Zemanek aus, der bis an sein Lebensende ein hochgeschätzter Vortragender war. Im Kern sah er sich immer auch als Ingenieur, daher auch sein Ausspruch „Wahr ist, was funktioniert“. Mit seiner Begabung auch Laien komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln ist ein Vorbild für WissenschaftlerInnen alle Disziplinen.

Prof. Wirth spannt in seinem Vortrag 50 Jahre Pascal einen Bogen von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart. Sein ganzes Forschungsleben plädierte er für einfache Algorithmen und schlanke Software. „Software wird schneller langsamer, als die Hardware schneller wird“ lautet das Wirthsche Gesetz. Heute mahnt er, nicht nur moderne Trends und anwendungsorientierte Themen an den Universitäten zu lehren, sondern grundsätzliches Verständnis zu fördern und damit Wissen, das auch noch 20 Jahre später Gültigkeit hat. Franz Zeller, ORF, führte fachkundig durch den Abend und es gelang ihm auf gewohnt wertschätzende Art mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

Hier finden Sie Eindrücke der Veranstaltung.

Die Österreichische Computer Gesellschaft führt das Werk Heinz Zemaneks weiter – sie will Menschen für die IKT begeistern, als beratender Think Tank für die politischen Entscheidungsträger, mit einem kritischen Blick auf die Technik und immer mit dem Menschen im Mittelpunkt.

Über die Österreichische Computer Gesellschaft:

Die Österreichische Computer Gesellschaft (OCG) ist ein gemeinnütziger Verein und wurde 1975 zur Förderung der Informatik und IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) gegründet. Der Verein hat heute rund 1.400 Mitglieder und versteht sich als Plattform, um Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft im Sinne der Förderung der Informatik zu verbinden. Um IT-Kompetenz zu fördern und zu zertifizieren, bietet die OCG verschiedene Produkte und Leistungen. Seit 1997 agiert die OCG als Zertifizierungsstelle für den ECDL, den Europäischen Computer Führerschein. Ein großer Fokus liegt auf dem IT-Security-Bereich: Die OCG ist Zertifizierungsstelle für die Norm ISO/IEC 27001, den Standard zur Zertifizierung von Informations-Sicherheits-Managementsystemen (ISMS). Weitere Informationen: www.ocg.at

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