Neue Spitäler-Kooperation: Stadt Wien und AUVA wollen ihre Kräfte und Netzwerke bündeln

„Memorandum“ zur gegenseitigen Ressourcen-Nutzung im Sinne einer optimierten Spitals-Patienten-Versorgung unterzeichnet – Fotos in Kürze unter wien.gv.at/pressebilder

Wien (OTS) - AUVA und Stadt Wien/KAV intensivieren in einer neuen Art die Zusammenarbeit in der Sofort-Versorgung von Unfällen. Heute, Donnerstag, unterzeichneten Bürgermeister Michael Ludwig, Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, Wirtschaftskammer Präsident Walter Ruck und der AUVA-Obmann Mario Watz eine entsprechende Punktation. Der Schwerpunkt der neuen Kooperation ist die Versorgung von Trauma (Unfall) PatientInnen im Großraum Wien zu optimieren. In den nächsten Monaten wird eine Arbeitsgruppe, bestehend aus ExpertInnen der AUVA und des– Krankenanstaltenverbund KAV, Details der praktischen und operativen Umsetzung der neuen „Kooperationsstrategie“ erarbeiten.

Bürgermeister Michael Ludwig: „Die AUVA hat großartige Ressourcen mit ihrem Traumazentrum Wien, dem die Unfallkrankenhäuser Meidling und Lorenz Böhler angehören. Die flächendeckende Versorgung, die durch die Wiener Gemeindespitäler gegeben ist, soll durch eine verstärkte Kooperation mit der AUVA optimiert werden. Davon profitieren die Trauma (Unfall) PatientInnen in Wien. Dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Wien werden wir gemeinsam mit der AUVA eine neue Qualität in der Unfall-Sofort-Vorsorge erreichen.“

Präsident Walter Ruck, Wirtschaftskammer Wien: „Die AUVA ist die primäre Anlaufstelle für Arbeitsunfälle und wird ja auch von der Wirtschaft, sprich den Unternehmern, finanziert. Wenn es allerdings um eine Unfall-Sofort-Versorgung geht, fragt niemand, wem das Spital gehört oder wer der Betreiber ist, sondern es geht ausschließlich darum, wer kann am schnellsten und kompetentesten helfen. Deshalb ist es nur logisch, dass es hier zu einer neuen Zusammenarbeit zwischen Spitälern der Gemeinde Wien und den Wiener AUVA Häusern kommt. Die Wirtschaft hat auch hier mit jedem Unfall-Patienten ein gemeinsames Interesse: Je schneller und besser die Versorgung, Behandlung und eventuelle Rehabilitation erfolgt, desto rascher kann ein Mitarbeiter wieder in den Betrieb integriert werden und seine Arbeit wieder aufnehmen.“

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker: „Ich bin sehr erfreut, dass die AUVA und die Wirtschaft in Wien, eine offene und konstruktive Kommunikation sowie eine engere Kooperation mit den Wiener Gemeindespitälern verstärken bzw. anstreben. So soll das Lorenz Böhler Spital als Teil des Wiener Traumazentrums der AUVA weiter erhalten bleiben und zu einem Sofort-Aufnahmezentrum für Unfälle weiter entwickelt werden. Da kann eine enge Zusammenarbeit mit Spitälern der Gemeinde, wie wir es etwa Donauspital haben nur von Vorteil sein. Im Süden der Stadt soll es im Zuge der Erweiterung des Traumazentrums Meidling zu einer verstärkten Zusammenarbeit mit dem Kaiser Franz Josef-Spital kommen. Und zwar im Rahmen von Konsiliarleistungen, die ausgetauscht werden etwa beim Blutmanagement, der Anstaltsapotheke oder in der Ausbildung für Anästhesiologie und Radiologie. Als Vorbild dient hier die bereits seit 2018 bestehende Zusammenarbeit zwischen UKH-Meidling und dem AKH. Auch diese Zusammenarbeit wird fortgeführt und unter Umständen ausgebaut.

AUVA-Obmann Mario Watz betont: „Die AUVA hat eine enorme Expertise in der Versorgung von Unfallopfern. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wien schaffen wir für den Osten Österreichs ein überregionales Traumanetzwerk, von dem die Patientinnen und Patienten noch stärker profitieren werden. Moderne Unfallchirurgie braucht moderne Strukturen. Mit dem Traumanetzwerk für den Osten Österreichs gelingt uns hier ein weiterer großer Schritt. Der Aus- und Umbau des Lorenz Böhler Standortes zu einer Großambulanz eröffnet nicht nur für die AUVA, sondern für ganz Wien eine neue Dimension. Das heißt die Erstversorgung nach Unfällen, etwa am Arbeitsplatz, sofern sie ambulant durchführbar ist, würde in Zukunft verstärkt am Standort Lorenz Böhler, erfolgen. Weiterführende Behandlungen bzw. eine unfallchirurgische Versorgung könnte im SMZ Ost – Donauspital realisiert werden. Wir erwarten uns dadurch eine noch bessere, zeitgemäßere medizinische Versorgung und am Ende des Tages auch ein effizientes Kostenmanagement im Sinne von: es muss nicht jeder alles machen, viel wichtiger ist eine Zusammenführung und Fokussierung von Spezialisten.“

Eckpunkte des Memorandums

Grundsätzlich soll es zwei große „Gesundheitsbrücken“ zwischen AUVA und KAV in Wien geben: Die medizinische Unfallversorgung im Süden zwischen dem Traumazentrum Meidling und dem Kaiser Franz Josef-Spital auf der einen Seite und – andererseits – die Brücke zwischen Lorenz Böhler, dem neuen zukünftigen Ambulanz-Standort und dem Donauspital.

  1. Zentrum für ambulante Erstversorgung in der Brigittenau: Der Standort Lorenz Böhler/Brigittenau des Traumazentrum Wien soll zu Wiens größter Ambulanz entwickelt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Behandlung von Unfallopfern, kann aber auch um andere medizinische Notfälle ausgeweitet werden. Darüber hinaus wird es am Standort voraussichtlich Beobachtungs-, Pflege- und Remobilisationsbetten geben.

  2. Unfallchirurgische Versorgung am Standort Donaustadt: AUVA und KAV prüfen eine Zusammenführung der stationären unfallchirurgischen Versorgung des Traumazentrum Wien/Standort Lorenz Böhler/Brigittenau und des Donauspitals. Dazu könnte das Donauspital ausgebaut und damit die traumatologische Versorgungsqualität im stark wachsenden Nordosten der Stadt gesteigert werden.

  3. Zusammenarbeit an den Standorten Favoriten und Meidling: Die beiden Häuser im Süden Wiens das Traumazentrum Meidling der AUVA und das Kaiser Franz Josef-Spitals werden künftig verstärkt Konsiliarleistungen austauschen. Außerdem werden Kooperationen u.a. beim Blutmanagement, der Anstaltsapotheke sowie in der Ausbildung für Anästhesiologie und Radiologie angestrebt.

  4. Zusammenarbeit Traumazentrum Wien und AKH: Im Traumazentrum Wien überwiegend am Standort Meidling werden bereits seit 2018 24 unfallchirurgische Betten für das AKH geführt und betreut. Diese Kooperation wird fortgeführt.

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