Entrepreneurship Education – Was SchülerInnen fürs Leben lernen sollten

Vermittlung und Förderung wirtschaftlicher Kompetenzen an den Schulen

Wien (OTS) - „Selbständiges Denken, schöpferisches Gestalten und verantwortungsvolles Handeln sind die Basis für eine erfolgreiche Wirtschaft und eine lebendige Gesellschaft. Die Grundlagen, die zur Entfaltung eines ‚Entrepreneurial Mindsets‘ beitragen, müssen daher auch in und durch die Schule vermittelt werden“, fordert Klara Sekanina vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung (FTE-Rat).

Tatsächlich sind schon Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag mit einer Vielzahl an ökonomisch geprägten Lebenssituationen konfrontiert, die u.a. auch wirtschaftliche Fähigkeiten und entsprechendes Wissen erfordern. Dennoch wird derzeit die Vermittlung dieser Kompetenzen im Rahmen einer „Entrepreneurship Education“ im Schulalltag deutlich weniger praktiziert, als es sich auf Basis der Vorgaben in Lehrplänen vermuten ließe, so eine der Kernaussagen der vom FTE-Rat beauftragten und von der BDO Consulting GmbH durchgeführten Studie „Entrepreneurship-fördernde Kompetenzen im österreichischen Bildungssystem“.

So verwundert es auch nicht, dass Österreich in einem ExpertInnen-Rating des Global Entrepreneurship Monitors 2018 in der Bewertung der unternehmerischen Erziehung in Primär- und Sekundarstufe nur den 18. von 19 Plätzen einnimmt.

Der FTE-Rat hat daher eine Empfehlung vorgelegt, die sich zur besseren Vermittlung eines ‚Entrepreneurial Mindsets‘ auf drei Bereiche fokussiert:

  • Der FTE-Rat regt an, dass einzelne Initiativen, Programme und Aktivitäten zu Entrepreneurship Education gebündelt und didaktisch aufbereitet werden, um bereits gesetzte Maßnahmen, etwa den „Nationalen Aktionsplan Entrepreneurship Education“, zu verstärken und die Lerninhalte besser in den Unterricht integrieren zu können.
  • Weiters muss ein hochwertiges Aus- und Weiterbildungsangebot im Bereich Entrepreneurship Education zur Kompetenzerweiterung für Lehrende zur Verfügung stehen. Parallel dazu sollten zeitgemäße Anreizmodelle die Leistungen der PädagogInnen honorieren.
  • Und schließlich bedarf es zur Ausgestaltung moderner Unterrichtssettings, flexibler Unterrichtszeiten und neuer Lehrinhalte den Ausbau ganztätiger Schulangebote für mehr zeitlichen Spielraum, um kreative und innovative Unterrichtsinhalte zu ermöglichen.

Hintergrund

Bei der Frage, ob und mit welcher Intensität Entrepreneurship-fördernde Kompetenzen im schulischen Unterricht Platz finden, nehmen die Pädagoginnen und Pädagogen eine Schlüsselposition ein. Gemeinsam mit den Schulleitungen sind sie die wichtigsten Multiplikatoren für eine erfolgreiche Umsetzung des Themas. Dabei spielen das persönliche Interesse der Lehrkräfte, ergänzende Ausbildungen und ein ‚wirtschaftlicher‘ Erfahrungshintergrund eine besondere Rolle.

Als weitere Gründe für die geringe Umsetzung von Entrepreneurship Education identifizierte die Studie des FTE-Rates die Rahmenbedingungen des Schulsystems wie beispielsweise rigide Unterrichtseinheiten und Schulzeiten, starre Benotungssysteme, klassischer Frontalunterricht und die herrschende Prüfungskultur, sowie Lehr- und Lernräume, die nicht für offene, flexible Unterrichtssettings geeignet sind.

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