NEOS Wien/Wiederkehr: Stadtrechnungshof legt katastrophale Zustände in der Kinder- und Jugendpsychiatrie offen

Christoph Wiederkehr: „Die Kapazitäten im KAV müssen sofort aufgestockt werden.“

Wien (OTS) - „Es ist ein Armutszeugnis für die rot-grüne Gesundheitspolitik in dieser Stadt, wenn man den heute veröffentlichten Stadtrechnungshofbericht über den stationären Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie liest. Seit Jahren weiß man über die mangelhafte räumliche Infrastruktur Bescheid, aber hat ewig nicht reagiert. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie am AKH und im neurologischen Zentrum Rosenhügel gibt es nicht nur zu wenige Betten für die Patient_innen, sondern auch viel zu wenig Platz. Kinder wurden beispielsweise zu viert in einem 20m² großen Zimmer untergebracht, ohne Platz für Sichtschutz, für Begleitpersonen und mit Sanitäranlagen am Gang. Es gibt keinerlei Rückzugsorte für die Kinder und Jugendlichen auf den ohnehin schon so beengten Stationen und auch nur wenig Ausstattung, die altersstufengerecht wäre. Wie soll sich unter diesen Umständen ihr Gesundheitszustand verbessern?“, fragt sich NEOS Wien Klubobmann Christoph Wiederkehr.

Der KAV hat es nicht einmal geschafft, die Hälfte seiner Planungen für die Stationsbetten umzusetzen. Eine Folge dieses Bettenmangels ist die Unterbringung von Minderjährigen Patient_innen in psychiatrischen Abteilungen für Erwachsene. 542 solcher Fälle hat der Stadtrechnungshof in seinem Bericht für den Zeitraum 2015-2018 dokumentiert. „Das sind 542 Fälle zu viel! Die Unterbringung in Erwachsenen-Stationen ist nicht geeignet für die Genesung der Kinder und Jugendlichen. Kein spezielles Therapieangebot, zu wenig spezialisierte Ärzte und ein Zusammenspiel mit den erwachsenen Patient_innen, das vielfach Angstzustände bei den Kindern ausgelöst hat, sind nur einige der Problemfelder“, erklärt Wiederkehr. „Der KAV hat viel zu lange zugeschaut und das nicht nur zu Lasten der Patient_innen, sondern auch des gesamten medizinischen Personals. Da lässt man laut Stadtrechnungshof vom KAV Konzepte für eine Interimslösung bis zur verzögerten Eröffnung des KH Nords überlegen und setzt dann nichts um, was konkrete Auswirkungen auf die Versorgungssituation gehabt hat? Diese Ignoranz und Gleichgültigkeit bei dem so wichtigen Gesundheitsthema ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Wir NEOS wollen, dass alle Kinder die Gesundheitsversorgung bekommen, die sie auch brauchen“, so der Klubobmann abschließend.

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