SPÖ fordert radikale Schritte gegen missbräuchliche Weitergabe von Daten

Neue Studie liefert dramatisches Bild – Betreiber von Apps sammeln Unmengen persönlicher Daten und geben sensible persönliche Daten an Unternehmen weiter

Wien (OTS/SK) - Eine Studie des Norwegischen Verbraucherrats NCC zeigt, dass zehn der beliebtesten Apps unheimlich viele Daten ihrer NutzerInnen sammeln und an Dritte weitergeben. Die zehn untersuchten Apps liefern Nutzerdaten an mindestens 135 unterschiedlichen Unternehmen, darunter IP-Adressen, GPS-Standorte, Daten über sexuelle Ausrichtung, politische Einstellungen und eingenommene Medikamente, berichtet heute der VKI. SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Markus Vogl und SPÖ-Datenschutzsprecher Christian Drobits fordern jetzt radikale Schritte gegen die missbräuchliche Weitergabe von Daten:
Datenweitergabe nur mit ausdrücklicher, nachvollziehbarer Zustimmung und drastische Strafen bei Verstößen. ****

"Diese Studie zeigt, wie wenig sich die KonsumentInnen gegen eine missbräuchliche Verwendung ihrer Daten zur Wehr setzen können", sagt Vogl. "Es ist immer die gleiche Mischung aus undurchsichtigen Geschäftsbedingungen und einer kaum möglichen Kontrolle der tatsächlichen Datenverwendung durch die Unternehmen."

SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Markus Vogl fordert daher ein radikales Umdenken. „Grundsätzlich dürfen nur mehr jene Daten weitergegeben werden, für welche es ausdrücklich eine Zustimmung gibt. Und zwar so, dass diese Zusage auch für den Konsumenten nachvollziehbar ist. Unternehmen, welche gegen diese Regelungen verstoßen, haben für mich im Markt nichts verloren.“

Für SPÖ-Datenschutzsprecher Christian Drobits sind die weltweiten Beschwerden an die Datenschutzbehörden ein Handlungsauftrag. "Der entschlossene Kampf gegen schamlose Datensauger ist angesagt. Es ist ein Wahnsinn: Die Studie zeigt, dass die Weitergabe der Daten etwa von der beliebten Menstruations-App Mydays jegliche Intimsphäre gefährdet. Personenbezogene Daten der NutzerInnen dürfen nicht willkürlich und illegal gesammelt werden." Und er betont: "Die Online-Werbebrache wird immer unverschämter. Die KonsumentInnen haben keine Chance gegen diese totale Überwachung."

Markus Vogl sagt, die neuen Datenschutzgesetze bieten schon jetzt viele rechtliche Möglichkeiten, weshalb es sehr zu begrüßen ist, wenn der VKI hier nun gegen die betroffenen Unternehmen vorgeht. Der Slogan „Beraten statt Strafen“ der ÖVP höre sich nett an, "zeigt aber bei den Internetriesen genau überhaupt keine Wirkung", sagt Vogl.

Der Verein für Konsumenteninformation in Österreich und Verbraucherorganisationen weltweit fordern heute von ihren Regierungen ein Ende von fragwürdigen und illegalen Praktiken der Online-Werbebranche.

SERVICE: Die Studie des Norwegischen Verbraucherrats finden Sie hier:
www.forbrukerradet.no/out-of-control

(Schluss) sc/wf/mp

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