Mauthausen Komitee kämpft gegen Hass im Netz

Mernyi kritisiert FPÖ als Hetzerpartei

Wir begrüßen, dass die neue Bundesregierung für die längst überfälligen Initiativen gegen Hass im Netz sorgen will. Zugleich fordern wir aber, dass zivilgesellschaftliche Projekte und Organisationen, die Hass im Netz bereits bekämpfen, gefördert und unterstützt werden
Willi Mernyi, MKÖ-Vorsitzender
Die Rolle der FPÖ dabei sollten sich alle demokratisch Gesinnten merken: Sie fängt mit der Hetze an und schürt sie immer wieder. Die ganz üblen und oft strafrechtlich relevanten Übergriffe überlässt sie aber den Identitären und anderen Hasspostern. Wie kann es sein, dass diese Hetzerpartei noch vor einem Jahr den Innenminister der Republik gestellt hat?
Willi Mernyi, MKÖ-Vorsitzender

Wien (OTS) - Durch die infame, bis zu Morddrohungen reichende Online-Kampagne gegen die neue Justizministerin Alma Zadić ist das Thema Hass im Netz derzeit besonders präsent. „Wie hier eine hochqualifizierte Frau attackiert wird, weil sie aus Bosnien stammt und gegen Rechtsextremismus auftritt, ist das Letzte“, sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). „Die Rolle der FPÖ dabei sollten sich alle demokratisch Gesinnten merken: Sie fängt mit der Hetze an und schürt sie immer wieder. Die ganz üblen und oft strafrechtlich relevanten Übergriffe überlässt sie aber den Identitären und anderen Hasspostern. Wie kann es sein, dass diese Hetzerpartei noch vor einem Jahr den Innenminister der Republik gestellt hat?

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) kämpft schon lange gegen Hass im Netz. Die Zahl der entsprechenden Vorfälle steigt leider rasant an. Immer häufiger wenden sich Zeuginnen und Zeugen von Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und verbaler Gewalt im Internet an das MKÖ.

Gewaltaufrufe gegen Menschengruppen, Zitate von NS-Verbrechern bis hin zu Forderungen nach der Wiedereröffnung des KZ Mauthausen und nach der Vergasung von Flüchtlingen gehören zu den unsäglichen Hassbeispielen, die das MKÖ erreichen. „Das Vermächtnis der KZ-Überlebenden verpflichtet uns, Hass im Netz aufzuzeigen, anzuzeigen und dagegen anzukämpfen“, betont Willi Mernyi.

Schon seit einigen Jahren setzt das MKÖ in seinen zahlreichen Zivilcourage-Trainings den Schwerpunkt Mobbing und Zivilcourage im Internet. Heuer im März werden Trainerinnen und Trainer ausgebildet, die dann im Auftrag des MKÖ spezielle Trainings für ZIVIL.COURAGE.ONLINE durchführen. Die zentralen Ziele dieser Trainings sind: die Sensibilität für zivilcouragiertes Handeln zu erhöhen, das eigene Verhaltensrepertoire auf unterschiedlichen Ebenen zu erweitern sowie Zivilcourage und gesellschaftliche Verantwortung auf Online-Plattformen zu vermitteln. Neben der theoretischen Auseinandersetzung wird in den ZIVIL.COURAGE.ONLINE-Trainings auch anhand von Beispielen gezeigt, wie zivilcouragiertes Handeln online möglich ist.

Darüber hinaus werden geeignete Materialien und Trainingskonzepte entwickelt, die künftig auf der Website www.zivilcourage.at kostenlos zur Verfügung stehen. Für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden Trainings angeboten, die die wirksame Vermittlung der Inhalte in deren jeweiligen Gruppen schulen.

Wir begrüßen, dass die neue Bundesregierung für die längst überfälligen Initiativen gegen Hass im Netz sorgen will. Zugleich fordern wir aber, dass zivilgesellschaftliche Projekte und Organisationen, die Hass im Netz bereits bekämpfen, gefördert und unterstützt werden“, so der MKÖ-Vorsitzende.

Über den Verlauf der angezeigten Fälle wurde das MKÖ von den Behörden bis jetzt nie informiert. „Diese Informationen wären ein eigentlich selbstverständliches Zeichen von Respekt vor der Zivilcourage jener Menschen, die die Vorfälle dem Mauthausen Komitee gemeldet haben“, stellt Mernyi fest.

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Mauthausen Komitee Österreich:
Willi Mernyi, Vorsitzender
Tel. 0664/1036465, 01/2128333, E-Mail: info@mkoe.at,
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