Türkis-grünes Regierungsprogramm: Ermutigende Signale für das Forschungsland Österreich

FWF-Präsident Klement Tockner sieht zügige Umsetzung und ausreichende Finanzierung als entscheidende Erfolgskriterien

Wien, 7.01.2020 (OTS/FWF) - Auch in der neuen, heute angelobten türkis-grünen Bundesregierung bleiben die Agenden für Wissenschaft und Forschung bei Heinz Faßmann. Diese Personalentscheidung bedeutet zum einen Kontinuität in der Expertise, zum anderen die Möglichkeit, bei vielen ausgearbeiteten Vorhaben unmittelbar anzuknüpfen. „Ich möchte Wissenschaftsminister Heinz Faßmann sehr herzlich zu seiner Angelobung gratulieren“, so FWF-Präsident Klement Tockner, und weiter: „Gleichzeitig möchte ich Iris Rauskala und ihrem Team für ihre Arbeit als interimistische Wissenschaftsministerin danken. Die Wissenschaftsagenden wurden in den letzten Monaten, wie von Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein vorgegeben, engagiert verwaltet“. An den zukünftigen Wissenschaftsminister Faßmann richtet sich Tockner mit einer klaren Botschaft: „Nun ist es an der Zeit, wieder zu gestalten.“

Das Regierungsprogramm unter der Lupe

Bei dem nun präsentierten türkis-grünen Regierungsprogramm fällt positiv auf, dass in fast allen Politikfeldern Bezug auf die Wissenschaft bzw. eine wissenschaftliche Begleitung genommen wird. Im Kapitel zu Wissenschaft und Forschung wird es dann konkreter: so sollen beispielsweise bei der Erarbeitung einer ambitionierten FTI-Strategie 2030 die Empfehlungen der OECD-Review umgesetzt werden.

Die für den FWF drei wichtigsten Bereiche werden im Regierungsprogramm explizit genannt:

  • Der Beschluss eines Forschungsfinanzierungsgesetzes soll den Forschungsförderungsorganisationen mehrjährige Finanzierungs- und Planungssicherheit sowie einen ambitionierten Wachstumspfad bringen.
  • Ein Bekenntnis zu einem unabhängigen FWF als zentrale Organisation für die kompetitive Vergabe von öffentlichen Mitteln im Bereich der Grundlagenforschung.
  • Die Stärkung der Grundlagenforschung, unter anderem durch eine Exzellenzinitiative, die vom FWF durchgeführt werden soll.

„Ich freue mich über das klare Bekenntnis zur Grundlagenforschung als zentrale Investition in die Zukunft“, so Klement Tockner nach erster Sichtung des Regierungsprogramms. Auch die Mitte August 2019 präsentierten Empfehlungen der Allianz der österreichischen Wissenschaftsorganisationen zur Stärkung des Forschungslands Österreich fanden im Regierungsprogramm ihren Niederschlag: „Das Forschungsfinanzierungsgesetz schafft Vertrauen in das Forschungsland Österreich, die Exzellenzinitiative erhöht die internationale Sichtbarkeit und die Wettbewerbsfähigkeit, und mehr Mittel insgesamt für die anwendungsoffene und thematisch breite Grundlagenforschung sichern den Wohlstand und das Wohlergehen der zukünftigen Generationen“, so Tockner zusammenfassend.

Umsetzung und Finanzierung sind entscheidend

„Das türkis-grüne Regierungsprogramm enthält zahlreiche zukunftsgerichtete Vorhaben. Entscheidend wird nun sein, ob diese Maßnahmen auch zügig, mutig und entschlossen umgesetzt werden“, signalisiert FWF-Präsident Tockner seine Startbereitschaft. Gleichzeitig offenbart vor allem der fehlende Hinweis auf die konkrete Finanzierung im Regierungsprogramm den augenscheinlichsten Handlungsbedarf. „Natürlich geht es nun darum, die formulierten Pläne der neuen Bundesregierung für Wissenschaft und Forschung finanziell entsprechend zu untermauern“, so Tockner, und weiter: „Schöne Worte auf Papier reichen nicht.“ Davon geht der seit 2016 im Amt befindliche FWF-Präsident jedoch nicht aus: „Ich rechne fix mit einem ambitionierten Wachstumspfad im geplanten Forschungsfinanzierungsgesetz, denn sonst würde das Gesetz gar keinen Sinn machen“, so Tockner abschließend.

FWF Der Wissenschaftsfonds

Der FWF ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung sowie der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung. Er unterstützt – nach internationalen Qualitätsmaßstäben – herausragende Forschungsprojekte sowie exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich der Gewinnung, Erweiterung und Vertiefung wissenschaftlicher Erkenntnisse widmen.

Rückfragen & Kontakt:

FWF - Der Wissenschaftsfonds
Marc Seumenicht
Stv. Leiter Kommunikation, Pressesprecher
+43-1 505 67 40 - 8111
marc.seumenicht@fwf.ac.at
www.fwf.ac.at
scilog.fwf.ac.at | @FWF_at | @FWFOpenAccess

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FWF0001