„Orientierung“: „Licht ins Dunkel“ unterstützt „Diakonie-Bügelservice“

Am 22. Dezember um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 22. Dezember 2019, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

„Licht ins Dunkel“: „Diakonie-Bügelservice“ als Bereicherung

„Bügeln beruhigt und macht Spaß“, sagt Christian Kraussnig und dreht das Hemd um, das vor ihm liegt. In der „Beschäftigungswerkstätte am Steinbruch“ in Treffen am Ossiacher See in Kärnten sollen Menschen mit Behinderung einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen können und gleichzeitig eine wichtige Serviceleistung erbringen. Nachbarinnen lassen hier die Wäsche bügeln, auch die Bettwäscheüberzüge aus einem Hotel werden hier glatt gedampft. Doch der Raum ist klein, nur drei Bügelbretter haben Platz. Florian Puhl, der gerne die Bügelmaschine bedient, muss auf dem Gang arbeiten. Um bessere Bedingungen für die Tätigkeit im Bügelservice schaffen zu können soll nun – mit Unterstützung von „Licht ins Dunkel“– der Bereich erweitert werden, ein Zubau ist geplant. Parallel zur täglichen Arbeit für und mit Menschen mit Behinderung ist die evangelische Diakonie auch sozialpolitisch aktiv. Eine Herausforderung ist etwa, dass die Beschäftigten in Einrichtungen wie dieser meist nur ein Taschengeld bekommen, einer Anstellung stehen die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Weg. Der Präsident der Diakonie Österreich, Hubert Stotter, bezeichnet dies im Interview mit der „Orientierung“ als „Dilemma“ und fordert politisch Verantwortliche dazu auf, andere sozialrechtliche Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich, plädiert dafür, den Arbeitsmarkt „neu zu denken“. Die Leistung von Menschen, die Unterstützung brauchen, solle genauso wertgeschätzt werden wie jene von anderen sogenannten Leistungsträgern. Bericht: Sandra Szabo.

Millionen für Kristallkathedrale: Evangelikale Kirche wird katholisch

Katholische Tradition trifft kalifornische Postmoderne: Die römisch-katholische Diözese Orange südlich von Los Angeles hat quasi aus der Konkursmasse einer evangelikalen Kirche eine „Mega-Kathedrale“ gekauft und sie aufwendig renovieren lassen. Der als Crystal Cathedral bekannte gigantische Glaspalast wurde in Christ Cathedral umbenannt und im vergangenen Sommer zur katholischen Bischofskirche geweiht. So außergewöhnlich wie die Kathedrale ist auch die Kirchengemeinschaft: In der Mehrzahl leben hier aus Mexiko, Südamerika und Asien eingewanderte Menschen. Und die Diözese Orange sieht sich – gerade in Zeiten Trumps – als „Champion der Einwanderer“. Bericht: Hannelore Veit.

Insel der Seligen? Miteinander von Staat und Religionen in Singapur

Rund 5,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählt der südostasiatische Insel- und Stadtstaat Singapur, eines der dichtest besiedelten Länder der Erde. Als florierender Finanzplatz, Tourismusmagnet und für seine gut funktionierende Wirtschaft ist Singapur bekannt, aber auch für drakonische Strafen. Und für ein „gelenktes Miteinander“ von Staat und Religionen, gelegentlich auch als „wachsamer Säkularismus“ bezeichnet. Wie dieses Miteinander funktioniert und für ein harmonisches Zusammenleben unterschiedlicher Ethnien und Religionsgemeinschaften sorgt, dazu hat ein „Orientierung“-Team mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern katholischen und muslimischen Glaubens und mit dem Innenminister von Singapur gesprochen. Bericht: Alexander W. Rauscher.

Überlebt durch „viele Wunder“: Familientherapeut Harry Merl ist 85

„Nach dem Krieg versuchten meine Eltern das, was sie mit mir – ihrem Kind – während des Krieges nicht leben konnten, nachzuleben. Doch das ging nicht. Der Krieg hatte sie bereits ruiniert. Um sie zu verstehen, entschloss ich mich, Psychiater zu werden“. So begann der Berufsweg des „Vaters der systemischen Familientherapie in Österreich“, Harry Merl. „Systemische Familientherapie ist Behandlung des Familienfeldes, im Bestreben, das Gutsein zu aktivieren, Geheimnisse offenzulegen und Ängste vor Dingen, die man nicht aussprechen kann, zu verlieren“, sagt der gebürtige Wiener Harry Merl, der seit nunmehr fünf Jahrzehnten in seiner Wahlheimat Gramastetten in Oberösterreich lebt. Geboren wurde er im November 1934 als Sohn einer jüdischen Familie und durch „viele Wunder“, wie er sagt, konnten er und seine Eltern die NS-Pogrome und die Shoah überleben. „Ich habe die Atmosphäre der Anspannung und der Angst wahrgenommen, doch für mich war das alles normal – der Alltag halt. Etwas anderes kannte ich nicht“. Vor Jahren ist Harry Merl zur „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ – auch als Mormonen bekannt – übergetreten und ist von deren Glauben begeistert. „Ich habe das Buch Mormon in einer Nacht gelesen und es war ungeheuer, was das in mir ausgelöst hat. Es war ein Flammenmeer von Schönheit.“ Bericht: Zoran Dobrić.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0004