FPÖ-Politikerin bekennt in ÖSTERREICH: "Ja, ich war die Geldbotin für die FPÖ."

Ex-EU-Abgeordnete Kappel: 55.000 Parteispende von bulgarischem Geschäftsmann kassiert und weitergeleitet

Wien (OTS) - Ein aufsehenerregendes Bekenntnis legt die ehemalige EU-Abgeordnete der FPÖ, Barbara Kappel, gegenüber der Dienstag-Ausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH ab. Sie hätte - auf Aufforderung von Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache - von einem bulgarischen Geschäftsmann eine Geldspende in der Höhe von 55.000 Euro entgegengenommen und an die Partei weitergeleitet.

Bei dem großzügigen Spender handelt es sich um den bulgarischen Geschäftsmann S., der beabsichtigt hatte, gemeinsam mit einem Partner die bulgarische Pensionskasse aus einem österreichischen Versicherungskonzern herauszukaufen. Er soll nach Angaben von Barbara Kappel die EU-Abgeordnete um eine Intervention gebeten haben, als das Geschäft ins Stocken geriet, nachdem bereits acht Millionen Euro inverstiert worden waren. Dafür wollte sich Kappel das Okay von Parteichef Strache holen.

Kappel zu ÖSTERREICH: "Strache meinte bei einer Veranstaltung im Palais Niderösterreich: ,Wenn du ihm schon mit so viel Einsatz hilfst, soll er doch etwas für die Partei spenden.' Ich fragte: , Wieviel?' Strache antwortete: 100.000.'"

Der Bulgare zahlte tatsächlich, allerdings "nur" 55.000 Euro. Über die Übergabe sagt Kappel, die bishr zu den Vorwürfen geschwiegen hat:
"Es waren drei Treffen in einem Wiener Fünf-Sterne-Hotel an der Ringstraße. Das Geld war in Kuverts." Das Geld hätte Kappel dann an einen "Mittelsmann" weitergegeben (Name der Redaktion bekannt). Zu diesem Mittelsmann hätte Strache ein besonderes Vertrauensverhältnis gehabt.

Über den bulgarischen Unternehmer weiß Kappel: "Sein Telefon wird abgehört. Und ich weiß auch, dass gegen ihn ermittelt wird. Er ist eine eher gefährliche Person, angeblich ein ehemaliger Agent des bulgarischen Geheimdiensts." Tatsächlich sind, wie ÖSTERREICH vorliegende Dokumente belegen, Ermittlungen gegen den bulgarischen Geschäftsmann S. wegen des Verdachts der Geldwäsche (§165 StGB) im Gange.

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