Montecuccoli zur COP25 und dem Green Deal der EU: Der Klimawandel ist Realität – Wir haben keine Zeit mehr!

Wien (OTS) - Am Sonntag ging die UN-Klimakonferenz COP25 mit zwei Tagen Verspätung zu Ende. Leider brachte sie nur wenig verbindliche und zukunftsträchtige Beschlüsse in Richtung des Konferenzmottos „Tiempo de actuar – Zeit zu handeln“. Zum Ergebnis gehören Minimalbeschlüsse zu einer Erhöhung der Klimaschutz-Ambitionen und die Notwendigkeit, dass alle Länder ihre nationalen Klimaschutzziele anheben. Die internationale Gemeinschaft hat damit einmal mehr eine Gelegenheit verstreichen lassen, dem Klimawandel weltweit und gemeinsam den Kampf anzusagen. Für die Land&Forst Betriebe ist es somit umso wichtiger, dass die Europäische Union sich selber entsprechende Ziele setzt und Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen will.

„Die Mentalität ‚Ein anderer wird’s schon machen‘ muss endlich aufhören. Es ist bereits viel zu viel Zeit verstrichen und wir haben keine Zeit mehr! Wir müssen JETZT radikale, schnelle und wenn nötig auch harte Schritte setzen, um den CO2-Ausstoß und den damit zusammenhängenden Klimawandel zu stoppen. Die Europäische Union und auch Österreich sollen hier Vorreiter und Vorbilder sein. Dazu müssen wir unser Energie- und Wirtschaftssystem anpassen – weg von fossilen und hin zu nachwachsenden Rohstoffen – und das schnell. Die heimischen Land- und Forstwirte können hier mit ihren Ressourcen, die in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, einen wertvollen Beitrag leisten“, so DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.

Die Zukunft heißt Bioökonomie

Bioökonomie, ein Wirtschaftsprinzip, das auf die Nutzung nachwachsender, natürlicher Rohstoffe aufbaut, ist eine der wesentlichen Säulen im Kampf gegen den Klimawandel. Eine echte Bioökonomie hat drei wesentliche Eckpunkte: klimafreundliche Energie, nachwachsende Rohstoffe und Recycling.

„In der Bioökonomie stecken viele Lösungsansätze und die heimischen Land- und Forstwirte sind bereit hier mitzuwirken – sie haben das Know-how und die Fläche dafür. Materialen wie Metalle, Zement, Steine und vor allem petrochemische Produkte müssen durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Die heimische Land- und Forstwirtschaft produziert die dafür notwendigen Rohstoffe wie Zucker, Stärke, Proteine, Öle/Fette und Fasern. Bioökonomie muss daher auch als einer der ganz wesentlichen Eckpfeiler des Green Deals der Europäischen Union erkannt werden“, so Montecuccoli.

Radikale Energiewende JETZT

Der Verbandspräsident ergänzt: „Neben der Umstellung des Wirtschaftssystems braucht es aber auch dringend eine radikale Umstellung des Energiesystems. Fossile Rohstoffe sind die Hauptursache des Klimawandels, deshalb muss das fossile Zeitalter endlich ein Ende haben. Wir benötigen eine sofortige Energiewende und die Forcierung von Ökostrom.“

Die Land&Forst Betriebe Österreich fordern dazu:

  • Umstieg auf erneuerbare und emissionsfreie Energie (Sonne, Wind, Wasser).
  • Umstieg auf emissionsneutrale Energie (nachwachsende Rohstoffe, Biomasse fest und flüssig).
  • Effizienzsteigerung bei der Energieverwendung – bis hinein ins tägliche Leben.
  • Emissionsreduktion durch Verbesserung alter Technologien

Mit intelligenten Lösungen Vorteile für alle schaffen

Weniger kann oft auch Mehr sein. Moderne Holzbauelemente im Hochbau sind etwa wesentlich leichter, brauchen weniger Transportenergie und können später vollständig mit wenig Energie wiederverwertet werden. Verpackung aus biogenen Rohstoffen kann für Bioenergie verbrannt oder kompostiert werden und spart damit Energie. Für solche und andere Ansätze brauchen wir ambitionierte Maßnahmen in allen politischen Strategien und Plänen und einen deutlichen Anreiz für Innovationen.

Green Deal nicht auf Kosten der Land- und Forstwirte

Laut dem aktuellen Green Deal der EU-Kommission soll die Landwirtschaft grüner und nachhaltiger werden, was sich auch in den Förderungen der GAP niederschlagen soll. Es ist aber nicht logisch, dass hier mehr Leistungen gefordert werden und gleichzeitig GAP-Budget-Kürzungen vorgenommen werden sollen. Der Green Deal der Europäischen Union darf keinesfalls auf Kosten der aktiven Land- und Forstwirtschaft gemacht werden. Hier braucht es noch einer deutlich stärkeren Berücksichtigung, denn diese leistet mit ihren regionalen Produkten, einer nachhaltigen Landbewirtschaftung und der Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Vor allem in der gelebten nachhaltigen Forstwirtschaft steckt großes Potential, denn Bäume speichern CO2 im Holz, geben Sauerstoff wieder ab und sorgen dafür, dass in Holzprodukten CO2 ein Leben lang gebunden bleibt. „Von der Politik erwarte ich mir daher Verantwortung und Planungssicherheit, damit die heimische Land- und Forstwirtschaft auch weiterhin auf allen drei Ebenen der Nachhaltigkeit – ökologisch, sozial aber auch ökonomisch – handeln kann“, fordert Montecuccoli.

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter mit der Zielsetzung, Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren Tätigkeit und Verantwortung zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe Österreich bewirtschaften zusammen ein Drittel des österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des österreichischen Getreides.

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