Nach Aktion 20.000: Arbeitsmarktpolitik weiterhin gefordert Perspektiven für ältere langzeitarbeitslose Menschen zu schaffen

Heute wurde die von Prospect Unternehmensberatung im Auftrag des Sozialministeriums durchgeführte Evaluation der Aktion 20.000 veröffentlicht

  • Die Evalutionsergebnisse der Aktion 20.000 und die Erfahrungen der Menschen sollten für alle in der Arbeitsmarktpolitik eine wichtige Basis und Ansporn sein, um adaptierte mutige Programme für ältere, arbeitssuchende Menschen zu schaffen. Einige Bundesländer sind bereits einen nächsten Schritt gegangen, das wird auch österreichweit im neuen Jahr notwendig sein
    Judith Pühringer
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  • Die Aktion 20.000 hat „Ja“ gesagt zu Menschen, die schon viel zu oft ein „Nein“ gehört haben. Neben existenzsichernder Beschäftigung durch kollektivvertraglich bezahlte Jobs, erhielten sie Unterstützung und Weiterbildung. Sie konnten soziale und berufliche Kontakte knüpfen, ihre Kompetenzen unter Beweis stellen und es eröffneten sich so – auch abseits einer nicht immer gelingenden weiteren Jobvermittlung – neue berufliche und persönliche Perspektiven
    Judith Pühringer
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Wien (OTS) - Mit der heute veröffentlichten Evaluation der Aktion 20.000 durch das Sozialministerium, findet ein mutiger Schritt in der österreichischen Arbeitsmarktpolitik vorerst seinen Abschluss. Die Ergebnisse der Evaluation der Mitte 2017 in einem Pilotprogramm ins Leben gerufenen Aktion 20.000 sind vielfältig. Sie zeigen ungenutzte Potentiale und notwendige Anpassungen auf, die auch aufgrund des plötzlichen Stopps durch die ehemalige Sozialministerin Hartinger-Klein, im Rahmen der Pilotphase nicht mehr umgesetzt werden konnten. Insgesamt wären fast 75.000 Menschen in die Förderkriterien der Aktion 20.000 gefallen. Mit unter 4.000 Teilnehmenden wurde das Potential also nur zu 5 Prozent ausgeschöpft.

Die Ergebnisse der Evaluation weisen deutlich auf die große arbeitsmarktpolitische und persönliche Bedeutung hin, die die Aktion 20.000 als Instrument für ehemals langzeitarbeitslose, ältere Menschen hatte. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmenden stimmten der Aussage „Ich war begeistert, wieder arbeiten zu können“ zu. Die größte Wirkung ergab sich für die Menschen in Hinblick auf berufliche Weiterbildung sowie Unterstützung und Empowerment. Über ein Drittel (31,7 Prozent) fand auch über die Aktion 20.000 hinaus eine Anstellung. „Die Aktion 20.000 hat „Ja“ gesagt zu Menschen, die schon viel zu oft ein „Nein“ gehört haben. Neben existenzsichernder Beschäftigung durch kollektivvertraglich bezahlte Jobs, erhielten sie Unterstützung und Weiterbildung. Sie konnten soziale und berufliche Kontakte knüpfen, ihre Kompetenzen unter Beweis stellen und es eröffneten sich so – auch abseits einer nicht immer gelingenden weiteren Jobvermittlung – neue berufliche und persönliche Perspektiven“, weiß Judith Pühringer, Geschäftsführerin von arbeit plus, dem österreichweiten Netzwerk von Sozialen Unternehmen.

Auch mit dem offiziellen Ende der Aktion 20.000 bleibt die Tatsache allerdings bestehen, dass am heimischen Arbeitsmarkt vielfach allein das Geburtsdatum zum Ausschlussgrund wird: Etwa 40 Prozent aller Menschen über 50 Jahre, die arbeitslos gemeldet sind, sind langzeitbeschäftigungslos, also seit über einem Jahr auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung. Es ist zu erwarten, dass sich diese Situation im kommenden Jahr aufgrund der schlechteren Konjunkturlage verschärfen wird. Judith Pühringer: „Die Evalutionsergebnisse der Aktion 20.000 und die Erfahrungen der Menschen sollten für alle in der Arbeitsmarktpolitik eine wichtige Basis und Ansporn sein, um adaptierte mutige Programme für ältere, arbeitssuchende Menschen zu schaffen. Einige Bundesländer sind bereits einen nächsten Schritt gegangen, das wird auch österreichweit im neuen Jahr notwendig sein“, betont Judith Pühringer.

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