Der Arbeitsgesundheitsmonitor der AK Oberösterreich zeigt: Lärm am Arbeitsplatz macht die Beschäftigten krank

Linz (OTS) - Durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit ist die mit Abstand am häufigsten anerkannte Berufskrankheit in Österreich. Lärm am Arbeitsplatz hat aber noch weitreichendere Folgen: Erschöpfung, Nervosität, Verspannungen, bis hin zu Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die aktuelle Auswertung des Arbeitsgesundheitsmonitors der AK Oberösterreich zeigt, welche die häufigsten Lärmquellen an den Arbeitsplätzen sind, welche Jobs davon betroffen sind und wie sich Lärm auf die Beschäftigten auswirkt. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert angesichts der Ergebnisse: „Die Beschäftigten müssen besser vor Lärm geschützt werden!“

Der Arbeitsgesundheitsmonitor basiert auf 4.000 persönlichen Interviews jährlich und beschreibt die subjektive gesundheitliche Befindlichkeit der Arbeitnehmer/-innen. Die aktuelle Auswertung zeigt, dass Lärm in vielen Branchen und Berufen eine schwere Belastung für die Beschäftigten darstellt.

In vielen Berufen ist es fast durchgehend laut. So sind beispielsweise drei Viertel der Werkzeugmacher/-innen durch Lärm belastet. Auch mehr als die Hälfte der Fabriksarbeiter/-innen, Schlosserinnen und Maurer, Tischlerinnen und Dachdecker klagt über Lärm am Arbeitsplatz. Quer über alle Branchen und Berufe hinweg sagen zwei Drittel der Beschäftigten, dass es im Betrieb keine lärmreduzierenden Maßnahmen gibt.

Jetzt zur Weihnachtszeit klagen auch die Beschäftigten im Handel über vermehrten Lärm. Die häufigsten Lärmquellen sind zum einen Kundinnen und Kunden, die Lärm machen, andere Kollegen/-innen, aber auch die ständige Beschallung durch Musik, Durchsagen und Werbung. Vor allem in der Vorweihnachtszeit ist es leicht nachvollziehbar, dass Weihnachtslieder in der Dauerschleife zur Belastung werden können.

Belastung durch Lärm ist aber nicht nur stressig und nervig, sondern kann auch gravierende Folgen haben. Mehr als drei Viertel der Beschäftigten, die Lärm als Belastung wahrnehmen, fühlen sich ausgelaugt, sechs von zehn reagieren oft gereizt und 55 Prozent sehen sich selbst als antriebslos. „Diese Auswirkungen können als erste Anzeichen einer Burn-out-Erkrankung gesehen werden“, erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten, die durch Lärm belastet sind, halten es für unwahrscheinlich, ihren Beruf bis zur Pension ausüben zu können. Bei jenen, die nicht durch Lärm belastet sind, sind es „nur“ 38 Prozent.

Ab 60 Dezibel ist Lärm eine echte Belastung für die österreichischen Beschäftigten – und kann auch zu schwerwiegenden Erkrankungen bis hin zu Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Darum kann das Motto – gerade jetzt in der angeblich stillsten Zeit des Jahres – nur lauten: Leiser treten! „Die Beschäftigten müssen besser vor Lärm geschützt werden“, sagt der AK-Präsident. Ist der Lärmpegel an einem Arbeitsplatz hoch, muss er regelmäßig gemessen werden. Ab 50 Dezibel ist Lärm störend, ab 80 Dezibel gehörgefährdend. Ab dieser Grenze muss der Arbeitgeber den Beschäftigten einen Gehörschutz zur Verfügung stellen und regelmäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen organisieren.

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Weitere Infos zum Arbeitsgesundheitsmonitor, der von IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, gibt es unter

ooe.arbeiterkammer.at/Arbeitsgesundheitsmonitor


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