Control Risks warnt für 2020 vor einer Bedrohung durch Cyber-Kriegsführung in nie dagewesenem Ausmaß

Europäische Unternehmen sollten ihre digitale Widerstandsfähigkeit überprüfen (FOTO)

Berlin (ots) - Die Verbreitung einer Vielzahl von Cyber-Bedrohungen wird 2020 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem Cyber-Angriff mit hoher Durchschlagskraft auf kritische Infrastrukturen führen. Dies ist eine der Hauptprognosen von RiskMap 2020 - dem globalen Ausblick auf politische und Sicherheitsrisiken im kommenden Jahr von der spezialisierten globalen Risikoberatung Control Risks.

Im kommenden Jahr werden Cyber-Attacken in zunehmendem Maße zum Standardvergeltungsmechanismus bei strategischen Konflikten werden, bei denen traditionelle militärische Handlungen nicht in Betracht kommen. Als Folge davon werden wir 2020 eine weltweite Zunahme bei der Anzahl und Schwere von Cyber-Attacken erleben. Da viele europäische Länder gemäß dem IESE Cities in Motion Index (CIMI) bei Smart Cities und Connected Business vordere Plätze belegen, wird diese erhöhte Konnektivität 2020 eine der Hauptschwachstellen von global vernetzten Unternehmen darstellen.

Harald Nikutta, Senior Partner und Geschäftsführer von Control Risks in Deutschland, kommentiert: "Connected Business und eine vernetzte Infrastruktur stellen für die meisten europäischen Unternehmen inzwischen die Norm dar, aber diese Konnektivität geht angesichts der systemischen Natur von Cyberangriffen auch mit einer erheblichen Bedrohung einher. In den letzten Jahren haben wir in Zusammenhang mit strategischen Konflikten groß angelegte zerstörerische Cyber-Attacken erlebt, die als Kollateralschäden weltweit Unternehmens- und nationale Infrastrukturen geschädigt haben. Vernetzte globale Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass ihre Enterprise Resilience gegenüber den potenziellen Auswirkungen eines systemischen Cyber-Angriffs 2020 einer harten Belastungsprobe ausgesetzt sein wird."

Control Risks hat die folgenden wichtigsten globalen Risiken für Unternehmen im Jahr 2020 identifiziert :

1. Geopolitik im Schatten des US-Wahlkampfs

Der US Präsidentschaftswahlkampf wird sich 2020 spürbar auf die internationale Politik auswirken. Das Drama des Wahlkampfs zusammen mit den Belastungen des Amtsenthebungsverfahrens werden sich in der Außenpolitik der USA niederschlagen. Wird die Regierung versuchen, auf Effekthascherei beruhende diplomatische Schritte einzuleiten, um vom Amtsenthebungsverfahren abzulenken? Würde ein Deal mit China die Wahlchancen von Präsident Trump bei Wählern verbessern oder eher beeinträchtigen? Werden Nordkorea, der Iran oder sogar die Terrororganisation "Islamischer Staat" versuchen, den Wahlkampf auszunutzen? Die Art und Weise, wie Verbündete und Gegner mit der am stärksten ideologisch aufgeladenen Wahl in den letzten 40 Jahren umgehen werden, wird die geopolitische Risikolandschaft für Unternehmen 2020 stark beeinflussen.

2. Eine durch Aktivismus geprägte Gesellschaft geht mit ihren Gegnern hart ins Gericht

Weltweit führt gesellschaftlicher Druck und koordinierter Aktivismus bei Themen wie Umweltschutz, Menschenrechten, Ungleichheit und Datenschutz zu immer größeren Anforderungen für Unternehmen. In den Straßen, auf Aktionärsversammlungen und in Unternehmen werden Aktivisten 2020 zunehmend größeren Druck auf Unternehmenslenker ausüben. Die Geschäftswelt droht durch zahlreiche Protestbewegungen, die zunehmend lautere und weitergehende Forderungen aufstellen, gelähmt zu werden. Unternehmen, die nicht auf die rapide wachsenden Ansprüche in Bezug auf ihre soziale, moralische und politische Verantwortung vorbereitet sind, werden viel Zeit und Mühen darauf verwenden, mit dem steigenden gesellschaftlichem Druck umzugehen. Im Gegensatz dazu werden Unternehmen, die die richtigen Schritte ergreifen, positiver wahrgenommen werden. Ethisches Verhalten und Compliance allein werden aber nicht ausreichen. Unternehmen sollten wissen, in welchen Punkten sie 2020 immer einen Schritt voraus sein müssen.

3. Cyber-Kriegsführung erreicht ein bislang ungekanntes Ausmaß

2020 wird von einer bislang nie dagewesenen Qualität von Cyber-Bedrohungen geprägt sein. Die immer höhere Durchschlagskraft von Cyber-Angriffen stellt vor allem für kritische Infrastruktur eine immense Bedrohung dar. Die Abschreckungsmaßnahmen des Westens haben es nicht geschafft, diese Entwicklung einzudämmen, und die Angreifer verwenden immer härtere Methoden. Die USA werden diesem Treiben nicht tatenlos zuschauen und massiv zurückschlagen. Auf Konfliktschauplätzen von strategischer Bedeutung, wo klassische militärische Maßnahmen nicht in Betracht kommen, werden diese zunehmend durch Cyber-Attacken ersetzt werden. Und so wird ein neuer Eskalationszyklus beginnen: die Gegner des Westens und ihre Verbündeten werden Ihre Anstrengungen im Cyber-Bereich verdoppeln, mit unvorhersehbaren Folgen. Während führende Unternehmen eine zuverlässige Widerstandsfähigkeit erreichen, ist dies bei den nationalen Infrastrukturen weltweit nicht der Fall. Daher sind diese als Hauptschwachstelle im internationalen Cyber-Konflikt anzusehen.

4. Konjunktursorgen bei gleichzeitiger politischer Anfälligkeit

Selbst die optimistischsten Prognosen gehen davon aus, dass das globale Wirtschaftswachstum 2020 sehr niedrig sein wird.Dabei wird noch nicht einmal ein wirtschaftlicher Schock berücksichtigt, der eine ohnehin verunsicherte Weltwirtschaft ins Wanken bringen könnte. Wenn das weltweite Wachstum einbrechen sollte, sollten wir nicht erwarten, dass eine politisch immer stärker fragmentierte Welt eine koordinierte politische Antwort geben kann. Werden durch Polarisierung gespaltene Länder sich angesichts wirtschaftlicher Probleme zum gemeinsamen Handeln aufraffen? Und was ist mit den Ländern, die von den Einkünften aus ihren Bodenschätzen abhängig sind, oder denjenigen, die sich immer noch nicht vollständig von der letzten globalen Krise 2008 erholt haben? Welche Länder werden im Falle eines Abschwungs diesem widerstehen und welche werden in tiefe Krisen gerissen?

5. Politische Anführer ohne strategische Vision

Einige der wichtigsten Länder der Welt werden von Politikern geleitet, die nicht über die nächste Krise hinaus sehen können. Für sie haben kurzfristige taktische Manöver Vorrang vor einer langfristigen Strategie. 2020 verspricht ein Jahr zu werden, in dem bei einer Krise niemand de-eskaliert. Dies ist eine Welt, in der die Widerstandsfähigkeit auf staatlicher Ebene schwach ist und langfristige Lösungen zu viel Zeit brauchen. Ob es sich um einen globalen Handelskrieg, eine Cyber-Attacke oder um einen regionalen Grenzkonflikt handelt, die Ereignisse liegen in den Händen von sprunghaften und nervösen Akteuren. Die Geschäftswelt wird eine Strategie für eine stark vom taktischen Klein-Klein geprägte Welt benötigen.

Nikutta kommt zu folgendem Schluss: "Eine präzise Ermittlung der Bedrohungen für die Geschäftstätigkeit, einschließlich der potenziellen politischen, wirtschaftlichen und Sicherheitsrisiken, und ein gutes Verständnis davon, wo im Unternehmen Schwachstellen liegen, wird in einem unberechenbaren Jahr 2020 über Erfolg oder Misserfolg entscheiden."

Zur Weltkarte mit den Prognosen der politischen und Sicherheitsrisiken der verschiedenen Länder gelangen Sie hier: www.controlrisks.com/riskmap

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Felicitas Sommer
Senior Marketing Executive
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