Edtstadler: Höchste Priorität für Kampf gegen Antisemitismus

Konferenz "Nach Halle: Von Worten zu Taten im Kampf gegen Antisemitismus" / Schutz jüdischer Einrichtungen in ganz Europa sicherstellen / Junge Menschen sensibilisieren

Brüssel (OTS) - "Der Kampf gegen Antisemitismus muss höchste Priorität haben. Dabei reicht es nicht mehr, eine "Null-Toleranz-Politik" für Antisemitismus anzukündigen oder "Nie wieder" Mantra-artig zu wiederholen. Vielmehr gilt es, klare Taten zu setzen und den Schutz der jüdischen Einrichtungen und Gemeinden endlich effektiv sicherzustellen", sagt Karoline Edtstadler, ÖVP-Delegationsleiterin und Vorsitzende der parteiübergreifenden Arbeitsgruppe gegen Antisemitismus im Europaparlament zur Konferenz "Nach Halle: Von Worten zu Taten im Kampf gegen Antisemitismus“, die sie gemeinsam mit dem European Jewish Congress (EJC) organisiert hat. "Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat mir im Kampf gegen den Antisemitismus volle Unterstützung zugesagt."

Die Konferenz beginnt heute am späten Nachmittag und wird hier ab 17.00 Uhr live übertragen. Es sprechen neben Edtstadler unter anderem: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EJC-Präsident Moshe Kantor, Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien und Bundesobmann der österreichischen Kultusgemeinden, eine Augenzeugin des Terroranschlags in Halle, Wissenschaftler und weitere Europaabgeordnete.

"Während der österreichischen Ratspräsidentschaft haben sich die Innenminister aller EU-Mitgliedsstaaten im Dezember 2018 in einer gemeinsamen Erklärung zum Schutz der jüdischen Einrichtungen in ganz Europa verpflichtet. Jetzt müssen wir vom Reden ins Handeln kommen, Halle hat die Dringlichkeit dramatisch aufgezeigt", sagt Edtstadler.

"Es muss selbstverständlich sein, dass sich Menschen jüdischen Glaubens in unserer Gesellschaft frei bewegen und sicher fühlen können. Das muss unser gemeinsames Ziel im Sinne der europäischen Werte und Traditionen sein. Notwendig ist daher eine enge Kooperation zwischen den jüdischen Institutionen und der Polizei, wie das zum Beispiel in Österreich seit Jahrzehnten gelebte Praxis ist", sagt Edtstadler. Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, wird das österreichische Konzept bei der Konferenz erläutern.

"Wesentlich im Kampf gegen den wachsenden Antisemitismus ist aber auch, dass wir gerade bei jungen Menschen für Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung sorgen. Denn Wissen ist der Schlüssel, um kritisch auf Vorurteile, Hass und Ausgrenzung reagieren zu können", sagt Edtstadler. "Die eindrücklichste Art, die schrecklichen Geschehnisse des Holocaust zu vermitteln, ist das Gespräch mit Zeitzeugen. Wir stehen aber vor der Tatsache, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt, die in der Lage sind, das zu tun. Es liegt daher in unserer Verantwortung, ihre Lebensgeschichten weiter zu erzählen und niemals zu vergessen."

"Auch, wenn ein direktes Gespräch durch nichts zu ersetzen ist, kann ein pädagogisch aufbereiteter Besuch eines ehemaligen Konzentrationslagers dazu beitragen, das Unvorstellbare begreifbarer zu machen. Daher ist es weiterhin meine Forderung, dass jede Schülerin und jeder Schüler einmal während der schulischen Laufbahn eine derartige Gedenkstätte besucht", schließt Edtstadler.

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