ÖAMTC: Mehr Achtsamkeit gefordert – heuer bereits 55 getötete Fußgänger

751 Fußgänger in den vergangenen zehn Jahren ums Leben gekommen

Wien (OTS) - Die vorläufigen Zahlen des BMI sind unerfreulich: 2019 sind in Österreich zwischen 1. Jänner und 8. Dezember 389 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, darunter 55 Fußgänger. "Das ist bereits jetzt ein Plus bei getöteten Fußgängern von 17 Prozent im Vergleich zum gesamten Vorjahr", erklärt ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé. "Und gerade jetzt im Winter sind Fußgänger besonders gefährdet – das belegt auch die Statistik, die für die Monate Dezember und Jänner in den vergangenen sieben Jahren die meisten getöteten Fußgänger ausweist." Der Grund: Viele Wege werden am späten Nachmittag und frühen Abend, also bei schlechten Sichtbedingungen zurückgelegt.

Und noch ein Blick in die Statistik: Seit 2010 sind auf Österreichs Straßen bereits 751 Fußgänger tödlich verunglückt. Diesen alarmierenden Zahlen muss unbedingt entgegengetreten werden. Der Mobilitätsclub fordert daher einmal mehr Verbesserungen an Schutzwegen, die rasche Ausstattung der Fahrzeuge mit automatischen Notbremssystemen samt Fußgängererkennung, aber auch die entsprechende Bewusstseinsbildung bei Fußgängern und Fahrzeuglenkern. Letzteres ist wichtig, weil immerhin rund 37 Prozent aller tödlichen Fußgängerunfälle auf eigenes Fehlverhalten zurückzuführen sind. In diesem Zusammenhang spielt auch die Ablenkung durch Kopfhörer- und Smartphone-Nutzung eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Jährlich zwölf getötete Fußgänger auf Schutzwegen

In den vergangenen Jahren kamen im Schnitt zwölf Menschen auf Schutzwegen ums Leben. "Untersuchungen des Mobilitätsclubs haben aufgezeigt, dass vor allem die Beleuchtung von Zebrastreifen teils grobe Schwächen aufweist. Hier muss dringend nachgebessert werden", fordert Nosé. Wesentlich für einen effizienten Schutzweg sind vor allem gute Sichtbeziehungen zwischen Lenker und Fußgänger sowie eine niedrige Annäherungsgeschwindigkeit der Fahrzeuge. Und: Schutzwege, für die kein Bedarf mehr besteht, sollten aufgelassen oder verlegt werden.

Zwtl. Notbremssysteme mit Fußgängererkennung als wichtiger Beitrag

Bei Unfällen zwischen Fahrzeugen und ungeschützten Verkehrsteilnehmern haben Fußgänger immer die schlechteren Karten. "Mit automatischen Notbremssystemen mit Fußgängerkennung gibt es bereits eine effiziente Möglichkeit, um Kollisionen zu verhindern – oder zumindest ihre Folgen durch Reduktion der Geschwindigkeit zu mildern", hält Nosé fest. Gerade für ältere Fußgänger ist dies aufgrund der höheren Verletzlichkeit ein wichtiger Beitrag zur Minimierung der Unfallfolgen. Eine rasche Marktdurchdringung dieser Systeme kann einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Fußgängerunfällen leisten und ist daher unbedingt zu forcieren.

Empfehlungen des ÖAMTC-Experten

* Autofahrer müssen speziell in der dunklen Jahreszeit und insbesondere vor Schutzwegen besonders aufmerksam und bremsbereit unterwegs sein. Zudem sollte man nicht nur nach vorne hin aufpassen, sondern auch die seitlichen Bereiche unbedingt beachten.

* Fußgänger müssen sich der Gefahren von Unkonzentriertheit und Ablenkung bewusst sein. Eine Querung der Straßen sollte im Idealfall an Schutzwegen erfolgen und es sollte immer versucht werden, Sichtkontakt zum Fahrzeuglenker herzustellen.

* Verbesserte Erkennung, vor allem durch helle Kleidung und Reflektoren: Eine Person mit Reflektoren ist für einen Fahrzeuglenker aus etwa 130 Metern Entfernung zu erkennen, eine dunkel gekleidete Person erst aus etwa 25 Metern.

Fußgängerunfälle sowie dabei verletzte und getötete Fußgänger seit 2010

Jahr Unfälle m. verletzte getötete davon auf Fußgängern Fußgänger Fußgänger Schutzwegen 2010 3.664 3.722 98 15 2011 3.595 3.646 87 14 2012 4.160 4.214 81 7 2013 4.129 4.196 82 10 2014 3.947 4.007 71 10 2015 3.945 3.990 84 13 2016 3.942 3.985 73 19 2017 3.822 3.863 73 11 2018 3.685 3.808 47 9 2019 - - 55* -

* vorläufige Daten des BMI (1. Jänner bis 8. Dezember 2019) Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC Unfallforschung

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