Oö. Volksblatt: "Zwei Egomanen" (von Christian HAUBNER)

Ausgabe vom 9. Dezember 2019

Linz (OTS) - Zahlreiche Experten hatten US-Präsident Donald Trump im Vorfeld der ersten Gespräche im Juni 2018 davor gewarnt, das nordkoreanische Regime zu unterschätzen. All diese Warnungen hat er jedoch in den Wind geschlagen. Zu groß war die Versuchung, international und vor allem im eigenen Land als Macher und Friedensstifter dazustehen. Insofern hat Pjöngjang schon Recht, wenn es moniert, Trump würde die Atomgespräche nur für innenpolitische Zwecke benutzen. Man erinnere sich nur: Der US-Präsident träumte gar schon vom Friedensnobelpreis.
Er ist aber nicht der einzige Egomane: Denn auch der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat die Verhandlungen in erster Linie für sich genutzt. Trump hat ihm eine internationale Bühne geboten, die Kim gern betreten hat. Für seine Propaganda waren die Bilder von Gesprächen auf Augenhöhe mit einem der mächtigsten Staatschefs der westlichen Welt mit Sicherheit höchst willkommen.
In der Sache selbst ist indes kaum etwas geschehen. Bleibt der Verdacht, dass sich Trump vom kommunistischen Machthaber hat vorführen lassen. Der US-Präsident versucht inzwischen bereits woanders, vor seinem Wahljahr 2020 zu punkten und verhandelt inzwischen mit den afghanischen Taliban.

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