B&C-Gruppe: IndustrialTech als Schlüsselsegment für den Wirtschaftsstandort Österreich

Vorbörslicher Wachstumsbereich in Österreich unterentwickelt – B&C verstärkt Engagement in IndustrialTech-Investments – Autosparte von TTTech am Weg zur Börse

Wien (OTS) - 5. Dezember 2019 – Eine von der B&C-Gruppe beauftragte Studie von McKinsey zeigt, dass Österreichs Kapitalmarkt hinter den Vergleichsländern Deutschland, Niederlande, Polen, Schweden, Schweiz und Spanien liegt. Die Bedeutung des Kapitalmarktes ist mit 34 Prozent Marktkapitalisierung im Verhältnis zum BIP vergleichsweise niedrig. Laut Global Financial Centre Index 2019 befindet sich Wien im globalen Ranking als Finanzplatz derzeit nur auf Platz 54. Darüber hinaus sind vor allem Defizite im Bereich der vorbörslichen Finanzierung von Mittelstands- und Wachstumsunternehmen zu verzeichnen. Die österreichische B&C-Gruppe, die Mehrheitsbeteiligungen an den großen österreichischen Industrieunternehmen AMAG, Lenzing und Semperit hält, setzt Maßnahmen, um diese Defizite auszugleichen und sieht insbesondere das IndustrialTech-Segment als Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich. Ein Leuchtturmunternehmen im IndustrialTech-Bereich ist das Wiener Technologieunternehmen TTTech. Das Unternehmen steht vor dem Sprung von der Technologieführerschaft zur Marktführerschaft und hat den Börsengang von TTTech Auto als mittelfristiges Ziel.

Lücken in der Mittelstands- und Wachstumsfinanzierung

Die von der B&C-Gruppe beauftragte Studie „Perspective on Austrian Capital Market“ von McKinsey zeigt insbesondere auf, dass Defizite des österreichischen Kapitalmarktes in der vorbörslichen Mittelstands- und Wachstumsfinanzierung bestehen. Während die Finanzierungskapazitäten des heimischen Kapitalmarktes im sogenannten Pre-Seed- und Seed-Bereich hoch sind, fehlt bei wachstumsstarken Unternehmen die entsprechende Infrastruktur und Anschlussfinanzierung. Das führt dazu, dass zahlreiche heimische Unternehmen unter ihren Wachstumsmöglichkeiten bleiben und es wenige Börsengänge gibt.

Die Analyse von McKinsey identifiziert einige Bereiche, in denen der österreichische Kapitalmarkt nicht ausreichend auf die spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen der heimischen Wirtschaft, die von kleineren und mittelständischen Unternehmen (KMU) mit großem Wachstumspotential geprägt ist, eingeht. Dazu zählen:
• ein attraktives Pre-IPO-Finanzierungs-Ökosystem, das Unternehmen im vorbörslichen Bereich den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert.
• eine starke und vielfältige Investorenbasis – derzeit halten nur drei Prozent der österreichischen Bevölkerung Aktien.
• ein solides Wirtschaftswissen der Bevölkerung – nur acht Prozent der Österreicher fühlen sich sattelfest in Finanz- und Wirtschaftsfragen. (Wiener Börse, 2017)
• eine starke Börse – die Zahl der IPOs ist zwar 2019 gestiegen, dennoch ist diese nach wie vor gering. Es ist bisher nicht gelungen, substanzielle „Nischenmärkte“ mit internationaler Bedeutung zu etablieren.

Thomas Zimpfer, Geschäftsführer der B&C Industrieholding und B&C Innovation Investments (BCII): „Der österreichische Kapitalmarkt hat im internationalen Vergleich einen verhältnismäßig geringen Stellenwert und entspricht nicht dem Reifegrad und den Finanzierungsbedürfnissen der österreichischen Volkswirtschaft. Dies stellt wachstumsstarke Unternehmen wie auch die etablierte Industrie vor Probleme. Aus B&C-Sicht hat speziell der Technologie-Sektor Relevanz und Wachstumspotenzial. Das ist eine große Chance für den österreichischen Wirtschaftsstandort und diesen Bereich möchten wir forcieren.“

B&C verstärkt Fokus auf Investitionen in IndustrialTech-Unternehmen im vorbörslichen Bereich

Ausgehend von der McKinsey-Studie hat die B&C Privatstiftung bereits Maßnahmen im Bereich Wirtschaftsbildung zur Förderung des Wirtschaftsstandorts Österreich gesetzt: Mit der Gründung der MEGA Bildungsstiftung durch die B&C Privatstiftung und die Berndorf Privatstiftung sollen die Chancenfairness in der Bildung und die allgemeine Wirtschaftskompetenz in Österreich ausgebaut werden. Dafür wurde die MEGA Bildungsstiftung zum Start mit über fünf Millionen Euro dotiert.

Mit der B&C Innovation Investments (BCII) engagiert sich die B&C-Gruppe seit 2016 mit Investitionen in Technologie-Wachstumsunternehmen – vor allem im vorbörslichen Segment. So hat B&C den Börsengang der Frequentis AG maßgeblich unterstützt. Neben Frequentis werden Beteiligungen an Citrine, Flightkeys, Kinexon, klarx und TTTech gehalten. Zukünftig will die BCII bei den Investitionen verstärkt den Fokus auf sogenannte IndustrialTech-Unternehmen setzen und ihre Aktivitäten auch in diesem Bereich dem Stiftungszweck entsprechend, nämlich die Förderung des österreichischen Unternehmertums, ausbauen.

B&C-Geschäftsführer Thomas Zimpfer: „IndustrialTech bezieht sich auf jene Unternehmen, die sich auf die Anwendung digitaler Spitzen-Technologien auf industrielle Prozesse und Produkte fokussieren und damit die künftige Güterproduktion und Rohstoffgewinnung verändern. Wir sind überzeugt, dass IndustrialTech tief in Österreich verwurzelt und damit ein starker Motor der Wirtschaft ist. Durch die Verbindung von industriellem Know-how mit Technologiekompetenz haben diese Unternehmen ein starkes Wachstums- und Wertsteigerungspotenzial.“

TTTech – eine IndustrialTech-Unternehmensgruppe mit Autosparte am Weg zur Börse

Die im Jahr 1998 als Spin-off der TU Wien gegründete Unternehmensgruppe TTTech, mit Hauptsitz in Wien und rund 2.000 Mitarbeitern weltweit, konnte aufgrund von langfristigen substanziellen Investitionen in F&E und stetiger Innovation ihre Technologieführerschaft bei Echtzeit-Netzwerktechnologien und Sicherheitssteuerungen kontinuierlich ausbauen. Die Lösungen von TTTech verbessern die Sicherheit und Zuverlässigkeit elektronischer Systeme in der Industrie, Luft- und Raumfahrt sowie im Transportsektor und tragen dazu bei, das Internet der Dinge und automatisiertes Fahren zu verwirklichen. Die TTTech Group steht vor dem Sprung von der Technologieführerschaft zur Marktführerschaft, die Beteiligungsgesellschaft TTTech Auto strebt in den nächsten Jahren einen Börsengang an.

Georg Kopetz, Mitgründer und Mitglied des Vorstands von TTTech sowie CEO von TTTech Auto: „Eine Entscheidung hinsichtlich des Börsenplatzes ist noch nicht gefallen, jedoch spricht in Zeiten immer globaler agierender Finanzmarktteilnehmer auch einiges für eine lokale Notierung an der Wiener Börse. Abgesehen davon, dass der Stammsitz des Unternehmens in Wien ist, sind auch die rechtlichen Rahmenbedingungen gut bekannt und TTTech Auto könnte mittelfristig in den ATX Leitindex aufgenommen werden, was eine höhere Sichtbarkeit und damit Liquidität bringen würde.“

Den Kapitalmarkt betreffend braucht es laut Kopetz ein verstärktes Engagement seitens der EU als auch Österreichs: „Es wäre vorteilhaft, wenn die EU und Österreich massiv den Kapitalmarkt forcieren würden – gerade für Scale-Ups – sowie verbesserte steuerliche Rahmenbindungen schaffen würden, damit die EU und Österreich ihren Standortvorteil nutzen können. Zusätzlich sind Fördermaßnahmen für die entsprechende Bildung in Finanzmarkt bezogenen Themen notwendig. Ziel ist, dass High-Tech Unternehmen nach ihrem Börsengang ihren Hauptsitz in Europa behalten. Nur so kann sich mittel- bis langfristig in der EU eine starke Technologieindustrie analog zum kalifornischen Silicon Valley entwickeln.“

Foto: https://bit.ly/361tvI7
v.l.n.r. Mag. Thomas Zimpfer, Geschäftsführer der B&C Industrieholding und B&C Innovation Investments, Mag. Georg Kopetz, Mitgründer und Mitglied des Vorstands von TTTech, © B&C/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Über die B&C-Gruppe
Die B&C Privatstiftung (www.bcprivatstiftung.at) ist eine unabhängige Stiftung, die seit ihrer Gründung im Dezember 2000 das Ziel der Förderung des österreichischen Unternehmertums und des Wirtschaftsstandortes Österreich verfolgt. Über ihre Holdinggesellschaften (www.bcholding.at) nimmt die B&C die Aufgaben eines stabilen Kernaktionärs in österreichischen Industrieunternehmen wahr. Sie übt ihre Aktionärsrechte im Interesse des jeweiligen Unternehmens aus und gibt den Unternehmen damit langfristige Planungssicherheit und eine stabile Eigentümerstruktur. Die B&C-Gruppe hält derzeit 50 % plus 2 Aktien an der Lenzing AG, 54,2 % an der Semperit AG Holding und 52,7 % an der AMAG Austria Metall AG. Im Jahr 2018 erzielten diese börsennotierten Unternehmen einen konsolidierten Umsatz von 4,2 Mrd. Euro und beschäftigten gemeinsam rund 15.000 Mitarbeiter. Weiters hält die B&C eine Minderheitsbeteiligung an der VAMED AG in Höhe von 10 %. Mit der B&C Innovation Investments engagiert sich die B&C-Gruppe seit 2016 mit Investitionen in Technologie- Wachstumsunternehmen und hält in diesem Segment aktuell Beteiligungen an den Unternehmen Flightkeys (rd. 18 %), Kinexon (rd. 5 %), Citrine (rd. 5 %), Frequentis (rd. 10 %), TTTech (rd. 11 %) und klarx sowie an einem österreichischen Start-up-Fonds. Im Juni 2019 gründete die B&C Privatstiftung gemeinsam mit der Berndorf Privatstiftung die MEGA Bildungsstiftung (www.megabildung.at) mit einer Dotierung von über fünf Millionen Euro. Die Stiftung setzt sich für Chancenfairness in der Bildung und für den Ausbau der allgemeinen Wirtschaftskompetenz der Österreicherinnen und Österreicher von Kindheit an ein.

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B&C-Gruppe: Christiane Fuchs-Robetin
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