Gesetze gelten auch für den Nikolo und seine wütenden Begleiter!

Kommendes Wochenende finden in ganz Österreich zahlreiche Krampus-Umzüge statt. Autofahrer sollten daher besonders aufpassen, wo sie ihr Auto abstellen.

Wien (OTS) - Krampus-Umzüge zählen in Österreich zum geschätzten Brauchtum und ziehen vor allem in den ländlichen Regionen Woche für Woche zehntausende Schaulustige an. Während Besucher und Perchten die Krampusfeste meist in vollen Zügen genießen, kann das wilde Treiben für Autobesitzer mit unangenehmen Folgen verbunden sein. Nämlich dann, wenn nach dem Umzug das Fahrzeug beschädigt ist und keiner dafür verantwortlich sein möchte.

Krampus-Umzüge sind öffentliche Veranstaltungen. Wenn während eines solchen Events ein Schaden an einem Auto passiert, ist dies rechtlich als Sachbeschädigung zu werten. Grundsätzlich ist der Verursacher, also der Krampus, dafür zur Verantwortung zu ziehen, wie ARBÖ-Jurist Martin Echsel erklärt: „Auch eine noch so gelungene Feier rechtfertigt keine Sachbeschädigung oder sogar Körperverletzung.“ Ist der Verursacher nicht mehr zu eruieren, haftet aber der Veranstalter des Umzugs für die Zerstörung am Fahrzeug. Außerdem muss der Organisator auch für ausreichend viel Sicherheitspersonal sorgen, was in der Realität aber oftmals nicht geschieht.

Es empfiehlt sich, dass Autobesitzer ihr Fahrzeug nicht in unmittelbarer Nähe zu einer Umzugsroute abstellen. Sollte es dennoch zu einem Schaden kommen, sollten Autofahrer den Vorfall umgehend bei der Polizei anzeigen.

Besondere Vorsicht ist auch dann geboten, wenn der Autofahrer während der Fahrt auf einen oder mehrere Perchten trifft: Fahrzeuglenker sollten in so einer Situation besonders vorsichtig und bremsbereit fahren. Dies gilt umso mehr, wenn festgestellt werden kann, dass die verkleidete Person scheinbar alkoholisiert ist: „Der Lenker eines Fahrzeuges hat sich gegenüber Personen, bei denen der Vertrauensgrundsatz nicht gilt, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft so zu verhalten, dass eine Gefährdung dieser Personen ausgeschlossen ist“, informiert Echsel weiter.

Und auch wenn der Nikolo mit seinen wilden Begleitern im Auto statt seinem Schlitten zum Umzug anreist gilt natürlich die Straßenverkehrsordnung. Denn verkleidete Autofahrer haben darauf zu achten, dass ihre Sicht durch das Kostüm nicht eingeschränkt ist – es muss freie Sicht auf das gesamte Verkehrsgeschehen herrschen, wie Martin Echsel weiter ausführt: „Der Lenker hat dafür zu sorgen, dass seine Sicht für das sichere Lenken des Fahrzeuges ausreicht.“ Ebenso muss die maximale Beweglichkeit und Fußfreiheit (es darf sich nichts im Pedal verhängen) gegeben und auch das Gehör darf nicht beeinträchtigt sein.

Grundsätzlich ist es aber nicht verboten mit einer Verkleidung Auto zu fahren. „Wir empfehlen trotzdem, während der Fahrt auf Masken, Perücken oder andere eventuell störende Utensilien zu verzichten. Ebenso gilt auch das Vermummungsverbot. Bevor es daher wegen diesem Gesetz zu Problemen kommt, sollte auf übertriebene Verkleidungen verzichtet werden“, sagt Echsel. Und auch Alkohol am Steuer ist tabu. Bereits bei 0,5 Promille verdoppelt sich das Unfallrisiko. Die Polizei führt in der Adventzeit verstärkt Alkoholkontrollen durch, um beeinträchtigte Lenker aus dem Verkehr zu ziehen. Der ARBÖ rät bei Weihnachtsmarktbesuchen, Weihnachtsfeiern oder generell bei Alkoholkonsum den öffentlichen Verkehr zu nutzen oder ein Taxi zu nehmen.

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