Offener Brief an Regierungsverhandler: Tierleid & Bauernsterben beenden!

60.000 Unterschriften für Forderungen zur Stärkung der tier- und umweltfreundlichen Landwirtschaft

Wien (OTS) - Heute hat das Tierschutzvolksbegehren im Namen von bislang über 60.000 UnterstützerInnen, darunter auch immer mehr Landwirte und Gastronomen, einen offenen Brief an die Regierungsverhandler von ÖVP und Grünen übergeben. Darin wird die Umsetzung von Maßnahmen zur Bekämpfung von Tierleid und Bauernsterben im Regierungsprogramm gefordert. Der Forderungskatalog ist eine Fusion von Positionen des Tierschutzes und der Landwirtschaft. Angestrebt wird eine echte Agrarwende.

„Qualitativ hochwertige Produkte können nur in artgerechter Tierhaltung, in kleinbäuerlicher Erzeugung entstehen. Gesunde Lebensmittel, glückliche Tiere und ökologisches Wirtschaften bedingen einander. Alle Experten sind sich einig, dass unsere Landwirtschaft nur in der Qualität und nicht in der Masse eine Zukunft hat. Wir müssen die Standards anheben, aber auch Bauern beim Umstieg fördern und den Absatz ihrer Produkte zu einem fairen Preis sichern. Wir haben dazu Maßnahmen formuliert, die ins Regierungsprogramm aufgenommen und umgesetzt werden müssen, sonst leiden nicht nur weiterhin unsere Tiere, sondern geht auch das massenhafte Bauernsterben weiter“ so Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehren.

Jeden Tag sperren bei uns im Schnitt 5 landwirtschaftliche Betriebe für immer zu, das Einkommen der Bauern sinkt weiter. Prognosen zeigen, dass bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen bis zum Jahr 2030 über 25 Prozent aller Landwirte aufgeben müssen. Gleichzeitig sind Lebendexporte von Kälbern, der millionenfache Kükentod am ersten Lebenstag oder die betäubungslose Ferkelkastration gängige Praxis. Genmanipuliertes Soja aus dem Regenwald landet im AMA-Gütesiegel und völlige Intransparenz zu Herkunft & Tierwohl bei Lebensmitteln herrscht in der Außer-Haus-Verpflegung.

„Konsumenten müssen auf einen Blick erkennen können woher ihr Essen stammt. EU-Gelder müssen primär an kleinbäuerliche, tier- und umweltfreundliche Betriebe gehen. Und kein Steuergeld darf künftig für Lebensmittel ausgegeben werden, die nicht nach österreichischen Standards produziert wurden. Damit könnte jede Tierwohl-Verbesserung finanziert und heimischen Bauern eine echte Existenzperspektive eröffnet werden. Die Zeit des Wegsehens ist vorbei, weder das Tierleid noch der Niedergang des Bauernstands wird weiter akzeptiert. Wir machen nun gemeinsam mobil“ so Bohrn Mena abschließend.

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