Wien Museum 2020: Neutra, Salten, Beethoven und Otto Wagners Fassadenmodell

Wien (OTS) - Das Wien Museum holt 2020 Amerikas gefeierten Architekten Richard Neutra zurück in seine Heimatstadt und Felix Salten aus Bambis Schatten. Ein zweiwöchiges Festival feiert Beethovens 250. Geburtstag. Mit magazin.wienmuseum.at wird Museumsarbeit völlig neu vermittelt – und auch die Stadtarchäologie gräbt am Karlsplatz weiterhin Geschichten aus, wie die von Otto Wagners Fassadenmodell.

Adolf Loos hatte Richard Neutras Interesse an der amerikanischen Architektur geweckt, 1923 wanderte der 1892 in der Leopoldstadt geborene Architekt in die USA aus. Gemeinsam mit seinem Landsmann Rudolph Michael Schindler legte er die Basis für die moderne kalifornische Architektur. 1949 ehrte ihn das Time Magazine mit dem Coverbild. 50 Jahre nach seinem Tod nähert sich das Wien Museum Werk und Wirkung des Architekten über aktuelle Fotografien von David Schreyer und über Neutras wechselhafte Beziehung zu seiner Heimatstadt Wien. Zur Ausstellung Richard Neutra. Wohnhäuser für Kalifornien (13. Februar bis 20. September im Wien Museum MUSA) erscheint eine Begleitpublikation im Verlag Park Books, Zürich und im April findet ein Symposium unter dem Titel California Dreaming: Richard Neutra and the Significance of Californian Modernity vom 1. bis 4. April in Kooperation mit IFK und TU Wien statt.

Leben und Werk von Felix Salten (1869–1945) stehen zu Unrecht im Schatten des populären Buchs über das Schicksal eines verwaisten Rehs. Als Journalist und mächtiger Kritiker, erfolgloser Theatergründer und Literaturfunktionär war er um die Jahrhundertwende ein prägender Akteur des Moderne-Netzwerks „Jung Wien“ um Hermann Bahr, Hugo von Hofmannsthal und Arthur Schnitzler. Sein gesamter Nachlass wurde jetzt von der Wienbibliothek erworben und so kann in einer großen Ausstellung mit bisher unveröffentlichten Dokumenten der schillernde Wiener Tausendsassa ganz neu präsentiert werden: Im Schatten von Bambi. Felix Salten entdeckt die Wiener Moderne (15. Oktober 2020 bis 25. April 2021 im Wien Museum MUSA und Wienbibliothek im Rathaus).

Startgalerie: Junge Kunst zu entdecken gilt es gleich nebenan: Acht KünstlerInnen aus den Bereichen Performance, Fotografie, Installation, Zeichnung und Malerei wurden für 2020 eingeladen, um in der Startgalerie im MUSA ihre unterschiedlichen zeitgenössischen Positionen zu zeigen.

Beethoven 2020: Höhepunkt im Wien Museum ist ein Festival im Beethoven Museum und Beethoven Pasqualatihaus vom 16. bis 28. Juni, mit Konzerten, Expertengespräche, Führungen und Familienprogramm. Zudem gibt es als Leihgabe aus Bonn das eigens für den Komponisten angefertigte Hörrohr zu bewundern.

www.magazin.wienmuseum.at: Blicke hinter die Kulissen des Museums und auf Themen und Objekte, die nicht in den Ausstellungen zu sehen sind, bietet das erste digitale Museumsmagazin und setzt damit neue Maßstäbe in der Vermittlung von Museumsarbeit in Österreich.

Wien Museum Neu: Um zu klären, ob Otto Wagners moderner Stadtmuseumsentwurf zur barocken Karlskirche passte, wurde im Dezember 1909 die Aufstellung einer „Schablone“ auf dem Karlsplatz beschlossen und eine maßstabsgetreue Fassadenprobewand aufgestellt. Im Jänner 1910 begutachtete der Gemeinderat unter dem bereits erblindeten Bürgermeister Lueger die Schablone. Nach intensiven Diskussionen in Tagespresse und Fachwelt wurde beschlossen, das Stadtmuseum auf der Schmelz zu errichten … Bei ihren Ausgrabungen vor dem Wien Museum Karlsplatz ist die Stadtarchäologie auf eine „Grubenstellung“ gestoßen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von dieser Probewand stammen. Mittlerweile haben sie aber 1910 bereit hinter sich gelassen und sind bis ins frühe 19. Jahrhunderts vorgedrungen.

Das Wien Museum am Karlsplatz selber wird derzeit vollständig entkernt, um die tragenden Strukturen sichtbar zu machen. Die Ergebnisse aus der Entkernung fließen in das finale Leistungsverzeichnis für den Generalunternehmer ein, der im Sommer 2020 mit den Um- und Ausbau starten wird.

Neue Publikation: Im Zuge der Entkernung werden, auch auf Wunsch der KünstlerInnen, die Street Art Werke der gefeierten Ausstellung Takeover zerstört. Was bleibt, ist eine Publikation, die die Atmosphäre, die das Wien Museum in dieser Zeit geprägt hat, wiedergibt. Das Buch ist im Buchhandel und im Shop des Wien Museums erhältlich.

Rückfragen & Kontakt:

Wien Museum
Konstanze Schäfer
0664 54 57 800
konstanze.schaefer@wienmuseum.at
www.wienmuseum.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0008