AK-Kalliauer kritisiert geplante Änderungen bei Wohnbeihilfe: „Das geht nicht weit genug“

Das Land Oberösterreich kürzt auf Kosten der Ärmsten, das ausbezahlte Volumen an Wohnbeihilfen ist seit 2011 von 80,5 auf 56,4 Millionen Euro gesunken
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer
Ein besserer Zugang zur Wohnbeihilfe würde vielen Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern helfen und Wohnen endlich leistbarer machen. Ich appelliere daher an Landesregierung und Landtag, die Bedürfnisse der Menschen ernster zu nehmen
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer
Das ist fern der Lebensrealität der Menschen. Die tatsächliche Durchschnittsmiete bei Privatwohnungen beträgt sieben Euro. Der anrechenbare Wohnaufwand soll aber lediglich um 20 Cent auf 3,70 Euro erhöht werden. Wir fordern zumindest fünf Euro
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer

Linz (OTS) - Das Land plant viel zu geringe Änderungen bei der Wohnbeihilfe: „Das ist fern der Lebensrealität der Menschen. Die tatsächliche Durchschnittsmiete bei Privatwohnungen beträgt sieben Euro. Der anrechenbare Wohnaufwand soll aber lediglich um 20 Cent auf 3,70 Euro erhöht werden. Wir fordern zumindest fünf Euro“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Für viele Menschen wird die Finanzierung von Wohnraum zunehmend zum Problem. Vor allem Menschen mit wenig Geld können die Miete kaum mehr bezahlen. Im Schnitt betragen die Wohnkosten in Oberösterreich laut Statistik Austria rund 20 Prozent des Haushaltseinkommens, bei Haupt- oder Untermiete sind es 30 Prozent. Familien mit einem niedrigen Einkommen müssen sogar mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aufwenden. Kurzum: Je niedriger das Einkommen, desto größer die Belastung durch Wohnkosten.

Als Ausgleich sollte die Wohnbeihilfe dienen. Doch dieses Ziel wird in Oberösterreich immer mehr verfehlt, denn die Voraussetzungen zum Erhalt der Wohnbeihilfe gehen immer mehr an der Realität vorbei. Und es wurde in den letzten Jahren der Zugang eingeschränkt. Kein Wunder, dass die Zahl der Wohnbeihilfen-Bezieher/-innen stetig zurückgeht – von 36.100 im Jahr 2011 auf rund 27.650 im Jahr 2018. „Das Land Oberösterreich kürzt auf Kosten der Ärmsten, das ausbezahlte Volumen an Wohnbeihilfen ist seit 2011 von 80,5 auf 56,4 Millionen Euro gesunken“, kritisiert Kalliauer. Neben der Anrechnung von Unterhaltsleistungen als Einkommen bei Alleinerziehenden und dem generell zu geringen anrechenbaren Wohnaufwand kritisiert die Arbeiterkammer auch die Deckelung mit 300 Euro: Laut Statistik Austria kostet die Miete (ohne Betriebskosten) in privaten Hauptmieten durchschnittlich 467 Euro pro Monat.

Ein besserer Zugang zur Wohnbeihilfe würde vielen Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern helfen und Wohnen endlich leistbarer machen. Ich appelliere daher an Landesregierung und Landtag, die Bedürfnisse der Menschen ernster zu nehmen“, so Kalliauer.

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