„Universum History“ dokumentiert die „Schatzjagd an der Seidenstraße“ – am 29. November um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - China habe sich vom Westen völlig unabhängig entwickelt:
Von dieser These sind viele Wissenschafterinnen und Wissenschafter – bis heute – überzeugt. Doch in jüngster Zeit wird diese Annahme durch neue Entdeckungen infrage gestellt. So scheinen archäologische Funde zu belegen, dass es schon viel früher einen Kontakt zwischen Ost und West gegeben hat als bisher angenommen. Ein rätselhafter Mumienfriedhof wirft gar die Frage auf, ob nicht schon in vorgeschichtlicher Zeit Siedler mit indoeuropäischen Wurzeln nach China gelangten. Die „Universum History“-Dokumentation „Schatzjagd an der Seidenstraße“ von Susanne Rostosky, Peter Pippig und Uwe Kräuter zeigt am Freitag, dem 29. November 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2 spannende wissenschaftliche Entdeckungen, die ein neues Licht auf die Geschichte der Beziehungen zwischen Ost und West werfen.

Vor etwa 100 Jahren begannen europäische Archäologen, die Wüste Taklamakan im Westen Chinas zu erforschen. Einst führte die berühmte Seidenstraße durch diese Wüste und sorgte – wie die Wissenschaft schnell herausfinden konnte – seit dem Mittelalter für einen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Ost und West. In jüngster Zeit entdecken chinesische Archäologinnen und Archäologen nun, dass sich unter den Spuren der mittelalterlichen Seidenstraße Zeugnisse aus noch viel fernerer Vergangenheit finden lassen: Mitten in der Wüste stoßen sie auf einen riesigen Friedhof mit gut erhaltenen Mumien. Sie gehören einem vergessenen Volk an, das bereits vor 4.000 Jahren in der Region siedelte.

Neben dem guten Zustand der Mumien ist vor allem ihr Aussehen überraschend. Mit ihren kräftigen Gesichtszügen, ihren Bärten und hellbraunen oder blonden Haaren ähneln sie nicht jenem Bild, das man gemeinhin von China und den dort lebenden Menschen hat. Als Folge des Fundes stellte sich daher rasch die Frage, ob diese Mumien einst vielleicht zu einem europäischen Volk gehören, das die Menschen in China schon in der Bronzezeit in Kontakt mit dem Westen brachte. Der renommierte Sinologe Victor Mair geht dieser Fragestellung in „Schatzjagd an der Seidenstraße“ auf den Grund. Dabei greift er auch auf eine DNA-Untersuchung der Mumien zurück. Sie soll zutage fördern, ob hier tatsächlich ein europäischer Ursprung vorliegt.

In Europa sorgen auch weitere archäologische Funde für Aufsehen. So überrascht ein geheimnisvolles Königsgrab im Osten Chinas mit deutlich westlich geprägten Fundstücken – zu einer Zeit, in der es noch gar keinen Kontakt zum Westen gegeben haben soll. Der deutsche Kunsthistoriker Lukas Nickel glaubt, der Entdeckung könnten weitere dieser Art folgen. Im Blickfeld hat er auch die weltberühmte Terrakotta-Armee. Sie gehörte zur Grabausstattung des ersten chinesischen Kaisers und damit zum Gründungsmythos Chinas. Durch seine Forschungsarbeit erhält Nickel Zugang zu bisher kaum bekannten Figuren der Terrakotta-Armee. Ihr Stil ist für die chinesische Kunst der Zeit so ungewöhnlich, dass die Skulpturen für den Kunsthistoriker nur einen Schluss zulassen: Sie müssen von den chinesischen Künstlern nach dem Vorbild griechischer Statuen gefertigt worden sein.

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