Oö. Volksblatt: " Steirische Abkürzung" (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 26. November 2019

Linz (OTS) - Es gibt in der Politik Phrasen, bei denen es eine Bedeutungsschere gibt. Ein Klassiker ist das Wegreden der Personaldebatte, denn man müsse über Inhalte reden, aber man brauche Reformen, am besten einen Neustart — derzeit sind sich darin die heimischen Genossen einig.
Zumindest in der Steiermark hat Spitzenkandidat Schickhofer nun das weitere Prozedere deutlich abgekürzt. Der Rücktritt hat ihm nun erspart, dass die Personaldebatte voll entbrennt — natürlich löst der Wechsel an der Spitze die vielen nun anstehenden Probleme nicht wirklich, aber zumindest kann man den angestrebten Neubeginn glaubhafter darstellen. In der Bundes-SPÖ wird man wohl noch länger darauf warten müssen, sowohl auf die thematische als auch auf die personelle Neuaufstellung. Erstens weil man nach möglichen Verlusten im Burgenland und in Wien noch Handlungsspielraum braucht. Zweitens steht ein innerparteiliches Sparprogramm an, damit kann man die Mitarbeiter meist nicht wirklich motivieren. Und drittens will den Posten derzeit keiner. Damit ist klar, dass Zeiler, Lercher & Co. noch länger die Prophetenrolle spielen dürfen. Und es werden sich wohl noch mehr SPÖ-Denker und solche, die es werden wollen, als Balkon-Muppets profilieren.

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