O’Brien/Katsulis: Der Schutz von Frauen* muss endlich oberste Priorität haben

16 Tage gegen Gewalt an Frauen sind einmal mehr Anlass, auf die massiven Versäumnisse und Fehlentwicklungen der letzten Jahre im Bereich Gewaltschutz aufmerksam zu machen

Wien (OTS/SK) - Der gefährlichste Ort ist für Frauen* noch immer das eigene Heim. Im Jahr 2019 wurden bereits 18 Femizide begangen. Die Täter waren immer Männer aus dem engsten Freundes- und Familienkreis. 2/3 der Gewaltverbrechen ereigneten sich in den eigenen 4 Wänden. Was immer noch fehlt: Echter Schutz für Frauen vor Gewalt. Das von ÖVP und FPÖ verabschiedete „Gewaltschutzpaket“ verfehlt eindeutig sein Ziel – den Schutz von Frauen* vor Gewalt. JG Bundesvorsitzende Claudia O’Brien stellt klar: „Mit dem ‚Gewaltschutzpaket‘ haben FPÖ und ÖVP einmal mehr bewiesen, dass sie beim Schutz von Frauen gegen Gewalt überhaupt nichts verstanden haben. Dieses Paket führt nicht zu mehr Schutz, sondern zu weniger Unterstützung. Durch die Ausweitung der Anzeigenpflicht bei dem Verdacht auf Vergewaltigung werden Frauen davon abgehalten, medizinische Hilfe nach einem Gewaltakt in Anspruch zu nehmen. Das ist fahrlässig.“

JG Frauensprecherin Patricia Katsulis ergänzt: „Kein Täter denk sich: Nein, ich schlage nicht mehr zu, weil es jetzt höhere Strafen gibt. Härtere Strafen bedeuten keinen echten Opferschutz. Was es wirklich braucht ist mehr Geld für Opferschutz, Beratung und Präventionsarbeit. Statt höherer Strafen muss es mehr Verurteilungen geben. Nach wie vor endet nur ein Bruchteil der Anzeigen in Verurteilungen. Dazu braucht es eine lückenlose Ermittlung. Stattdessen wird permanent an der Glaubwürdigkeit von Opfern gezweifelt. Victim blaming muss endlich gestoppt werden.“

O’Brien und Katsulis abschließend: „Die schwarz-blauen Maßnahmen im Bereich Gewaltschutz widersprechen allem, was von Opferschutzeinrichtungen empfohlen wird. Anstatt mehr Geld in Prävention zu investieren, wurden zahlreichen Vereinen und Organisationen die Gelder gekürzt. Anstatt sicherzustellen, dass Frauen vor Gericht endlich zu ihrem Recht kommen und ernst genommen werden, wurden sinnlos Strafen erhöht, die sowieso nie zur Anwendung kommen. Anstatt für anonyme Hilfs- und Beratungsangebote zu sorgen, hat man sichergestellt, dass sich Frauen zukünftig nicht einmal an medizinisches Personal vertraulich wenden können. Schwarz-Blau ist eine Gefahr für Frauen in diesem Land und steht echtem Schutz vor Gewalt im Weg. In diesem Bereich braucht es endlich eine 100 prozentige Kehrtwende.“ (Schluss)

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