Oö. Volksblatt: "Keimzelle" (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 23. November 2019

Linz (OTS) - Was gesellschaftlich gesehen die Familie, ist in der Politik die Gemeinde: Die Keimzelle. Gemeinden sind nämlich nicht die unterste Ebene der Verwaltung, auf die Bund und Länder alles Unangenehme abschieben können. Sie sind nicht dazu da, Suppen auszulöffeln, die wahlkämpfende Bundespolitiker eingebrockt haben – wie etwa bei der Husch-Pfusch-Abschaffung des Pflegeregresses, deren unangenehme Nebenwirkungen noch immer nicht ganz verdaut sind. Und sie sind auch nicht dazu da, zu einem Spielball zentralistischer Allmachtsphantasien zu werden. Gemeinden sind vielmehr der erste Ansprechpartner des Eigentümers der Republik, denn Bürger laden ihren Ärger wohl eher am Bürgermeister ab als am Bundeskanzler und bringen ihre Anregungen eher beim Gemeinderat vor und nicht im Parlament. Ja, in Gemeinden wird Bürgerbeteiligung fast automatisch gelebt. Gemeinden sind aber auch der Ort, wo die Probleme des Alltags gelöst werden müssen – von der Kinderbetreuung bis zum Altersheim. Und Gemeinden sind jener Ort, wo Neues ausprobiert werden kann und Innovation stattfindet. Aber eines ist klar: Keimzellen brauchen einen guten Boden und Fürsorge, um sprießen zu können. Und auch Gemeinden brauchen gute Rahmenbedingungen, damit sie sich entwickeln können..

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