„kulturMontag“ am 25. November über Aretha Franklins „Amazing Grace“, ein 98-jähriges It-Girl und die mexikanische Künstlerin Margolles

Danach: „Nestroy 2019 – Die Gala“ mit den Höhepunkten

Wien (OTS) - Drei starke Frauen sind Thema im „kulturMontag“ am 25. November 2019, um 22.30 Uhr in ORF 2, der von Carissa Stadler präsentiert wird. Die Sendung befasst sich mit dem neuen Aretha-Franklin-Konzertfilm „Amazing Grace“, der Autobiografie des 98-jährigen New Yorker It-Girls Iris Apfel und der Ausstellung der mexikanischen Künstlerin Teresa Margolles in der Kremser Kunsthalle. Anschließend steht mit „Nestroy 2019 – Die Gala“ (23.15 Uhr) eine 45-minütige Zusammenfassung der Höhepunkte der diesjährigen Verleihung des Theaterpreises Nestroy auf dem Programm (live-zeitversetzt am Sonntag, 24. November, ab 19.45 Uhr in ORF III).

Zum Weinen schön – Aretha Franklins „Amazing Grace“

Mit Hits wie „Think“ oder „Chain of Fools“ hat sich Aretha Franklin in die Musikgeschichte geschrieben. Ohne die „Queen of Soul“ wären wahrscheinlich auch Karrieren von Whitney Houston, Amy Winehouse oder Beyoncé undenkbar gewesen. Ihre Rolle als Einzelkämpferin, in der ursprünglich weitgehend von Männern und Frauengruppen dominierten Welt des Soul wurde 1987 honoriert, als sie als erste Frau in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen wurde. 18 Grammys hat Franklin zeit ihres Lebens gewonnen, fast 40 Alben veröffentlicht. Ihren ersten Nummer-1-Hit landete sie 1967 mit „Respect“ von Otis Redding. Als größtes Talent seit Billie Holiday hatte die 1942 in Memphis, Tennessee geborene Tochter des berühmten Baptistenpredigers C. L. Franklin schon seit Mädchentagen gegolten. Aber erst mit dem Wechsel zu dem auf schwarze Musik spezialisierten Label „Atlantic Records“ blühte Aretha Franklin auf. Getauft in den Wassern des Gospels und inspiriert von Martin Luther King, der im Haushalt ihres Vaters ein- und ausgegangen war, kehrte sie 1972 zu ihren Wurzeln zurück. „Amazing Grace“ sollte das bis heute meistverkaufte Gospel-Album aller Zeiten werden. Festgehalten wurde das Konzert in einer Kirche in Los Angeles von einem Filmteam unter der Regie von Sydney Pollack. Aufgrund technischer und juristischer Schwierigkeiten wurden die Aufnahmen nie veröffentlicht. Fast 50 Jahre später ist es endlich soweit. Der Konzertfilm „Amazing Grace“ ist wohl die Manifestation einer der größten Stimmen des 20. Jahrhunderts.

Ein It-Girl mit 98 – Die unglaubliche Mrs. Apfel

Die Kreativbranche nennt sie „rare bird of fashion“, frei übersetzt einen seltenen Paradiesvogel, sie selbst sieht sich als den wohl ältesten Teenager der Welt. Iris Apfel ist mit ihren 98 Jahren eine lebende Legende in Sachen Mode und Design. Erst im Frühjahr wurde sie bei der angesagten Modell-Agentur „IMG“ unter Vertrag genommen. Mühelos stellt die gewitzte New Yorkerin mit den schrillen Outfits ihre Konkurrentinnen Kate Moss oder Gigi Hadid in den Schatten. Sie war eine der ersten Frauen in den USA, die Jeans getragen hat. Was heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, war 1940 mitten im Mittleren Westen ein ziemlicher Aufreger. Gemeinsam mit ihrem Mann Carl hat die studierte Kunsthistorikerin und Innenarchitektin jahrzehntelang eine Firma mit exquisiten Stoffen betrieben, die sie teilweise selbst entwarfen oder nach historischen Vorbildern exakt nachgestalten ließen. Für insgesamt neun US-Präsidenten stylten sie als Innenarchitekten das Weiße Haus. Wie verrückt sammelte Iris Apfel auf ihren Reisen rund um den Erdball Schräges und Schönes und legte sich einen überbordenden Kleiderschrank zwischen Yves Saint Laurent und Ramsch an. 2005 startete sie damit sozusagen ihre zweite Karriere, als ihre Outfits und Schmuckstücke im Metropolitan Museum of Art ausgestellt wurden. Über Nacht wurde Iris Apfel zum It-Girl und wurde dabei für eine Geisteshaltung gefeiert, die sie zu einer Philosophin der Popkultur und einem weltweiten Idol gemacht haben. Jetzt hat sie ihr wildes Leben in ein Buch verpackt, das sie keck „Stil ist keine Frage des Alters“ nennt.

Leichen pflastern ihren Weg – Teresa Margolles in der Kremser Kunsthalle

Der gewalttätige Tod nimmt das zentrale Thema in ihrer Kunst ein – die mexikanische Künstlerin Teresa Margolles ist für ihre drastischen Darstellungen bekannt geworden und hat damit zwischen Venedig, London und New York Erfolg. Sie verwendet oft Materialien, die von Leichen stammen oder mit ihnen in Berührung gekommen sind, wie menschliches Blut oder Wasser von Leichenwaschungen. In ihren Bildern, Skulpturen, Installationen, Performances, Videos und Fotografien untersucht sie die Brutalität des Todes im Kontext des mexikanischen Drogenkriegs sowie soziale und gesellschaftliche Ungerechtigkeit. Ihr morbides Faible für den Exitus wurzelt in ihrer Ausbildung als Gerichtsmedizinerin. Für die Kremser Kunsthalle zeigt Margolles nun ein Fragment einer Mauer mit Stacheldraht in Mexiko, das unweigerlich an Donald Trumps megalomanisches Bauprojekt denken lässt. Für die 56-jährige Künstlerin ist sie längst zum schaurigen Symbol für Trumps menschenverachtenden Kampf gegen illegale Einwanderung geworden. Auch Missstände in ihrer Heimat nimmt die studierte Kommunikationswissenschaftlerin aufs Korn. Für Teresa Margolles ist Kunst eine Waffe im Kampf gegen Unrecht und Ausgrenzung.

„Nestroy 2019 – Die Gala“ (23.15 Uhr)

Der Wiener Theaterpreis NESTROY feiert 2019 sein 20-jähriges Bestehen – und der ORF ist wieder mit dabei. Nachdem ORF III am 24. November live-zeitversetzt vom Red Carpet (19.40 Uhr) berichtet und anschließend die Preisverleihung (20.15 Uhr) aus dem Theater an der Wien überträgt, präsentiert der „kulturMontag“ tags darauf eine Zusammenfassung der Höhepunkte mit Hintergrundgeschichten und Interviews, präsentiert von Peter Schneeberger. Die glanzvolle Veranstaltung moderieren Maria Köstlinger, Florian Teichtmeister und ORF-III-Moderator Peter Fässlacher.

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