- 21.11.2019, 09:41:41
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AK: Sachverhaltsdarstellung gegen unsaubere Reinigungsfirma
Anderl: „Es muss endlich Schluss sein mit Überstunden-Nepp!“
Utl.: Anderl: „Es muss endlich Schluss sein mit Überstunden-Nepp!“ =
Wien (OTS) - Die Arbeiterkammer Wien hat eine Sachverhaltsdarstellung
gegen die Inhaberin eines Reinigungsbetriebs und deren Ehemann
eingebracht, welche bei der Abrechnung von Mehr- und Überstunden mehr
als unsauber vorgegangen sind. AK Präsidentin Renate Anderl: „Es muss
endlich Schluss sein mit Überstunden-Nepp! 2018 wurden 43 Millionen
Mehr- und Überstunden weder in Geld noch in Zeitausgleich abgegolten.
Das ist so viel, als würden alle ArbeitnehmerInnen von 31. Oktober
bis zum Ende des Jahres kein Entgelt für Mehr- und Überstunden mehr
bekommen. Seit diesem ,No Pay Day‘ sind somit bereits 15 Millionen
unbezahlte Mehr- und Überstunden angefallen.“
„Die Chefin war einfach gut was die psychologische Seite betrifft.
Sie war erst wie eine Freundin“, so eine der betroffenen
Arbeitnehmerinnen. Sie arbeitete von 6 Uhr früh bis 20 Uhr abends.
Dazu kam, dass die Chefin den Dienstplan vier Mal in der Woche
änderte. Nach einem halben Jahr bekam die Arbeitnehmerin Mehr- und
Überstunden nicht mehr ausbezahlt, insgesamt 21.500 Euro. „Es war
eine schwierige Zeit. Ich konnte plötzlich meine Rechnungen nicht
mehr zahlen, wir konnten uns notwendige Anschaffungen für unsere
Kinder nicht mehr leisten. Wir hatten einen Kredit laufen und konnten
die Raten nicht mehr zahlen. Dann wollte die Bank, dass wir den
ganzen Kredit sofort zurückzahlen.“
Die Arbeitnehmerin und zehn weitere KollegInnen holten sich Hilfe bei
der Arbeiterkammer, traten vorzeitig berechtigt aus und zogen vor
Gericht. Dank der guten Arbeitszeitaufzeichnungen der
ArbeitnehmerInnen konnte die AK für sie insgesamt 65.000 Euro
herausholen. Doch die Betriebsinhaber hatten ihre frühere
Reinigungsfirma in Konkurs gehen lassen, die Summe musste aus dem
Insolvenzentgeltfonds beglichen werden. Kurz darauf meldeten sie eine
neue Firma an und stellten weiterhin ArbeitnehmerInnen ein, die sie
wieder nicht bezahlten. Auch die neue Firma ging wieder insolvent.
Die AK hat daher eine Sachverhaltsdarstellung bei der
Staatsanwaltschaft eingebracht. Es besteht der Verdacht, dass die
Inhaber in betrügerischer Absicht gehandelt haben.
2018 haben alle ArbeitnehmerInnen in Österreich insgesamt 255
Millionen Mehr- und Überstunden geleistet. Davon wurden allerdings
laut Statistik Austria 43 Millionen nicht abgegolten, weder in Geld
noch gab es dafür Zeitausgleich.
AK und ÖGB fordern:
* Verbot von Verfallsfristen!
* Entschädigung, wenn Mehr- und Überstunden systematisch nicht
bezahlt werden! (Überstunden-Doppel)
* Schärfere Kontrolle der Höchstarbeitszeit!
* Wahlfreiheit zwischen Geld oder Zeitausgleich für Mehr- und
Überstunden!
SERVICE: Notieren Sie Ihre Arbeitszeit! www.ak-zeitspeicher.at oder
integriert in die AK App „Frag uns!“ im AppStore oder auf Google
Play. Alle Daten bleiben selbstverständlich anonym!
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