- 20.11.2019, 11:26:00
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Symposium „Achtsames Miteinander. Leben ohne Gewalt“ findet heute in St. Pölten statt
Teschl-Hofmeister/Königsberger-Ludwig informierten zum Thema „Gegen Gewalt an Frauen“
Utl.: Teschl-Hofmeister/Königsberger-Ludwig informierten zum Thema
„Gegen Gewalt an Frauen“ =
St. Pölten (OTS/NLK) - Anlässlich der Internationalen Kampagne „16
Tage gegen Gewalt an Frauen“ – die am 25. November beginnt und am 10.
Dezember, am Tag der Menschenrechte, endet – und zehn Jahre
Kooperation der Fachstelle Gewaltprävention und Pädagogischen
Hochschule im Rahmen der Gewaltpräventionsarbeit findet am heutigen
Mittwoch im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten ein ganztägiges
Symposium mit dem Titel „Achtsames Miteinander. Leben ohne Gewalt!“
statt. Vor Beginn der Veranstaltung informierten die Landesrätinnen
Christiane Teschl-Hofmeister und Ulrike Königsberger-Ludwig im Rahmen
einer Pressekonferenz im Landhaus in St. Pölten zu diesem Thema.
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister betonte, dass man bei der
Präventionsarbeit bereits bei den ganz Jungen ansetzen müsse, man
müsse das Thema somit auch in die Schulen und Bildungseinrichtungen
mit hineinnehmen. „Viele Betroffene haben immer noch Angst darüber zu
reden“, hielt Teschl-Hofmeister fest, dass es wichtig sei, den
Betroffenen zu zeigen, dass es „niemals eine Rechtfertigung für
Gewalt gibt, sie nicht alleine sind und dass es Hilfeleistungen
gibt“.
Mit dem heutigen Symposium mit dem Titel „Achtsames Miteinander.
Leben ohne Gewalt!“ wolle man zu einer Vernetzung der Expertinnen und
Experten auf diesem Gebiet beitragen und Vorreiter sein, führte die
Landesrätin aus, dass sich auch der Austausch beim Runden Tisch
„Gegen Gewalt an Frauen“ bewährt habe und dieser immer größer werde.
Man habe den Teilnehmerkreis erweitert und stelle nun konkrete Themen
in den Mittelpunkt. „Der nächste Runde Tisch geht in Richtung Schule
und Bildung“, so Teschl-Hofmeister. Aus dem Runden Tisch hätten sich
auch schon ganz konkrete Maßnahmen abgeleitet, etwa der Infofolder im
Pocketformat mit dem Titel „Du hast das Recht auf gewaltfreies
Leben“, der bei Handelsketten, Ärzten und sonstigen Einrichtungen
aufgelegt worden sei und gut angenommen werde.
„Wir haben in Niederösterreich zehn Frauenberatungsstellen mit sieben
Außenstellen, die Großes leisten“, führte Teschl-Hofmeister aus, dass
es außerdem noch ein Gewaltschutzzentrum und sechs Frauenhäuser gebe.
Außerdem wies sie auch auf niederschwellige Angebote wie das NÖ
Frauentelefon mit der Nummer 0800 800 810 hin, das mit dem Hilfswerk
betrieben werde.
Betreffend Schulklima und Vermeidung von Mobbing führte die
Landesrätin aus, dass sie gerade dabei sei, mit der Bildungsdirektion
ein Maßnahmenpaket zu erarbeiten. Friedensbotschafter in den
Volksschulen und andere derartige Initiativen seien großartige
Präventionsprojekte, die vor den Vorhang geholt werden sollen.
Teschl-Hofmeister betonte, dass man ressortübergreifend gut
zusammenarbeite und bedankte sich dafür bei ihrer Kollegin
Königsberger-Ludwig.
Es sei „ein schönes Zeichen“, „dass diese Pressekonferenz gerade am
Geburtstag der Kinderrechte stattfindet“, betonte Landesrätin Ulrike
Königsberger-Ludwig, dass heute „30 Jahre Kinderrechte“ gefeiert
werden. „Ein Kinderrecht ist, dass man gewaltfrei aufwachsen darf“,
assoziierte die Landesrätin, dass wenn Frauen von Gewalt betroffen
seien, fast immer auch Kinder mitbetroffen seien. Wenn man von
„gewaltfrei leben“ spreche, sei es ganz wichtig, dass man auch
erfahre, „wie man Konflikte gewaltfrei löst“, betonte
Königsberger-Ludwig die Bedeutung von Präventions- und
Achtsamkeitsprojekten. Es gelte im Kindergarten damit zu beginnen,
achtsam mit dem Thema umzugehen, das ziehe sich ins jugendliche bis
ins Erwachsenenalter.
In niederschwellige Angebote würden seitens des Landes 685.000 Euro
investiert werden, informierte Königsberger-Ludwig. Den Runden Tisch
„Gegen Gewalt an Frauen“ bezeichnete die Landesrätin als „sehr gute
Initiative“. Hier werde nicht nur mit Frauen gearbeitet, sondern
interdisziplinär, führte sie aus, dass auch Männerberatungsstellen,
die Polizei und Menschen in Gesundheitsberufen dabei seien. Der
nächste Runde Tisch widme sich dem Bereich Bildung (Kindergarten,
Schule und Jugendarbeit) und es werde auch die Kinder- und
Jugendhilfe dabei sein.
„Jede fünfte Frau ist von Gewalt betroffen. Es gibt aber keinen
Grund, warum man Gewalt erfahren muss“, betonte Königsberger-Ludwig.
Es gelte, Frauen Mut zu machen, Beratung in Anspruch zu nehmen. In
die sechs Frauenhäuser in Niederösterreich investiere man 2,3
Millionen Euro. 100.000 Euro investierte man in ein Sicherheitspaket
für die Frauenhäuser, damit diese sicherer seien, „denn es gibt immer
mehr Männer, die vor dem Schutz der Frauenhäuser nicht Halt machen.“
Im Vordergrund des heutigen Symposiums „Achtsames Miteinander. Leben
ohne Gewalt!“ stehen die Enttabuisierung des Themas und die
Erarbeitung und Umsetzung von Strategien gegen häusliche und
sexualisierte Gewalt. Insbesondere sollen dabei der Zusammenarbeit
und Vernetzung aller Expertinnen und Experten in den Bereichen
Gesundheits- und Polizeiwesen, Bildung und Fraueneinrichtungen
besonderes Augenmerk beigemessen werden.
Kontakte zu den Frauenberatungsstellen, Frauenhäusern und zum
Gewaltschutzzentrum in Niederösterreich findet man auf der Website
des Landes Niederösterreich unter www.noe.gv.at/Frauen.
Nähere Informationen: Büro LR Teschl-Hofmeister, Mag. (FH) Dieter
Kraus, Telefon 02742/9005-12655, E-Mail dieter.kraus@noel.gv.at, Büro
LR Königsberger-Ludwig, Mag. Dr. Anton Heinzl, Telefon
02742/9005-12576, E-Mail anton.heinzl@noel.gv.at
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