ECPAT Österreich zum UN-Kinderrechtetag: Kinderrechte und Kinderschutz brauchen mehr Aufmerksamkeit und Mittel

Kinderrechte und Kinderschutz gehören in den Mittelpunkt

Wien (OTS) - „Zum heutigen 30. Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention gibt es immer noch zu viele Baustellen und Lücken bei der Umsetzung von Kinderrechten und Kinderschutz in Österreich. Vor allem gibt es strukturelle Defizite, wie etwa fehlende, einheitliche Qualitätsstandards, wie diverse Anlassfälle immer wieder aufzeigen“, sagt ECPAT Österreich Geschäftsführerin, Astrid Winkler. "27 Jahre nach der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention und 30 Jahre nach Einführung des Gewaltverbots in Österreich, ist es an der Zeit, dass Kinderrechte und Kinderschutz endlich in den Mittelpunkt politischen Handelns rücken - das wünschen wir uns von der kommenden Bundesregierung", betont Astrid Winkler.

ECPAT Österreich ortet in Österreich strukturellen Defizite auf unterschiedlichen Ebenen, insbesondere fehlen

  • ein Aktionsplan Kinderrechte und Kinderschutz;
  • bundesweite Standards für Kinderschutz;
  • unabhängiges Monitoring zur Umsetzung der Kinderrechte in Österreich inkl. Forschung. Der letzte, repräsentative Gewaltbericht ist bald 10 Jahre alt;
  • spezialisierte Betreuungsstruktur inkl. Schutzkonzept für Opfer von Kinderhandel;
  • finanzielle Mittel zur Gewährleistung der höchst möglichen Standards betreffend Versorgung und Betreuung von Kindern sowie
  • ausreichende Mittel zur Prävention von Gewalt und Missbrauch inkl. Elternbildung und Jugendbeteiligung.

ECPAT Österreich wünscht sich daher von der kommenden Bundesregierung klare Signale, damit Kinderrechte endlich in der Mitte des politischen Interesses und Handelns ankommen. Dringende Maßnahmen wären:

  1. Eine/ein Unabhängige/r Beauftragte/r für Kinder und Jugendliche.
  2. Ein bundesweit gültiges Kinderschutzgesetz, nach dem Vorbild Deutschlands, das Standards für Prävention und Intervention bei Gewalt und Missbrauch festlegt. Dazu gehören u. a. auch speziell ausgebildete Fachkräfte, gut ausgestattete Kinderschutzzentren mit klarem Auftrag, ähnlich den Gewaltinterventionsstellen.
  3. Die gesetzliche Verpflichtung für Kinderschutzkonzepte für alle privaten wie öffentlichen Strukturen, in den Kinder betreut, versorgt und ausgebildet werden sowie entsprechende Berücksichtigung bei der Mittelvergabe.
  4. Ausreichende, finanzielle Ausstattung zur Umsetzung von Präventionsmaßnahmen sowie der Qualitätsstandards.

ECPAT Österreich : Die Fachstelle und Arbeitsgemeinschaft gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern wurde 2003 gegründet und ist Teil des internationalen ECPAT Netzwerks, das in 97 Ländern vertreten ist. Ein Fachbereich von ECPAT Österreich ist die Unterstützung für Organisationen und Institutionen bei der Entwicklung und Umsetzung von Kinderschutzrichtlinien durch Beratung sowie Training. Aktuell kooordiniert ECPAT das EU-Projekt SAFE PLACES, das in Österreich mit den Kinderschutzzentren sowie dem Netzwerk Kinderrechte umgesetzt wird.

Rückfragen & Kontakt:

Astrid Winkler, 06991 923 76 02

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