Report deckt gravierende Probleme von Müll in Österreichs Natur auf

GLOBAL 2000 fordert Pfandsystem und verpflichtende Verpackungsreduktion

Wien (OTS) - Die Dreckspotz-App wurde 2018 von GLOBAL 2000 ins Leben gerufen, um zu dokumentieren wie viel und wo Müll achtlos in der Natur weggeworfen wird, was auch als Littering bezeichnet wird. Der neue Report „Stadt-Land-Fluss“ zeigt, dass Littering in allen Regionen Österreichs allgegenwärtig ist: in urbanen Gebieten, auf Wiesen, Weiden und selbst in Nationalparks. Trotz Österreichs gut funktionierenden Abfallwirtschaftssystem, wurden rund 83.000 Abfälle in der Natur dokumentiert. Littering ist nicht nur ein hygienisches und ästhetisches Problem, es ist vor allem eines der größten aktuellen Gefahren für die Umwelt. Für Wild- und Weidetiere, ob in den Weltmeeren oder auf unseren Bergen, Littering birgt enorme Konsequenzen für Pflanzen und Tiere.

„Der neue Littering Bericht `Stadt-Land-Fluss‘ zeigt, dass Müll in der Natur enorme Konsequenzen hat, aber auch dass sich viele engagierte Menschen für die Umwelt einsetzen. Wir kämpfen gemeinsam mit den Benutzerinnen der Dreckspotz-App für eine saubere Natur, frei von Müll und Abfällen“, erklärt Lena Steger, GLOBAL 2000 Plastik und Ressourcen Expertin.


GLOBAL 2000 fordert Pfandsystem und verpflichtende Reduktionsziele für Verpackungen

„Wir von GLOBAL 2000 fordern ein durchdachtes Pfandsystem bei Getränkegebinde und verpflichtende Reduktionszielen für Verpackungen. Insgesamt kann nur eine kreislauforientierte Wirtschaft unsere Zukunft sein und Mehrweglösungen müssen forciert werden. Nur so können wir den problematischen Plastikmüll in den Griff bekommen.“, so Steger.

Die GLOBAL 2000 Expertin verweist darauf, dass Littering mit Pfand erheblich reduziert werden kann, wie dies etwa in Deutschland der Fall ist. Dort werden 95% der Getränkeverpackungen in die Rückgabeautomaten zurück gebracht. Es braucht insgesamt eine vollständige Implementierung der Abfallhierarchie. Das bedeutet, generell Abfälle zu vermeiden, dort wo sie entstehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Einwegprodukte aus Plastik nicht durch andere Wegwerfprodukte ersetzt werden.

Plastikmüll und Verpackungsmüll sind traurige Spitzenreiter

Zigarettenstummel und Plastikmüll landen am häufigsten in Österreichs Natur. Verpackungen haben den größten Anteil: nach Stück sind dies etwa 30, nach Masse 20 und nach Volumen etwa 50 Prozent. Insgesamt kann angenommen werden, dass diese Zahlen in Wahrheit noch deutlich höher liegt, da bei großen „Clean-Ups“ die Müllsäcke nicht nach Abfallfraktion, sondern unter „Sonstiges“ kategorisiert werden.

Auch in Gewässernähe haben Zigaretten und Plastik in der Anzahl den höchsten Anteil am Littering. Die in Zigarettenstummeln enthaltenen Giftstoffe können ins Grundwasser sickern, in Gewässer gelangen und Wasserorganismen töten. Plastik und Mikroplastik belastet nicht nur die Weltmeere, sondern auch Binnengewässer und damit heimische Fische und Vögel. Mittlerweile kann (Mikro-)Plastik schon in allen Binnengewässern und Gletschern nachgewiesen werden.

Littering ist eine potentielle Gefahrenquelle für Mensch, Tier und Umwelt

Auf Wiesen und Weiden wurden 3.464 Abfälle registriert. Diese sind für Tiere äußerst problematisch: Werden diese Flächen gemäht, können zerrissene Dosen oder Plastikteile im Futtergras, durch das unabsichtlich verunreinigte Futter der Nutztiere, diese sich schwer verletzen und sogar töten. Eine Befragung in den Niederlanden und Flandern zeigt auf, dass LandwirtInnen durch Littering eine erhebliche Zahl an verletzten oder getöteten Kühen verzeichnen. Dadurch entstehen der dortigen Viehwirtschaft hohe gesamtwirtschaftliche Kosten.

Download des aktuellen Reports „Stadt-Land-Fluss“ : https://www.global2000.at/sites/global/files/Report-Muell-in-der-Natur-2019.pdf

Download von Fotos des letzten GLOBAL-2000 Clean Ups: https://www.flickr.com/photos/global2000/48917821198/
https://www.flickr.com/photos/global2000/48918551862/in/photostream/
https://www.flickr.com/photos/global2000/48917821358/in/photostream/


Rückfragen & Kontakt:

Thomas Geiger, GLOBAL 2000 Pressesprecher, thomas.geiger@global2000.at, 0699 14 2000 20
Lena Steger, GLOBAL 2000 Expertin für Müll und Ressourcen, lena.steger@global2000.at, 0699 14 2000 22

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